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Klimaaktivisten "Letzte Generation": Fragen und Antworten zu den Klebe-Protesten


Wie finanziert sich die "Letzte Generation"?

  • Theresa Crysmann
  • Sonja Eichert
Von Theresa Crysmann, Sonja Eichert

Aktualisiert am 27.11.2022Lesedauer: 4 Min.
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"Letzte Generation" besetzt BER: Ein Video zeigt, wie die Aktivisten das Rollfeld stürmen. (Quelle: t-online)
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Mehrere Aktivisten blockierten den Hauptstadt-Flughafen – nach eigenen Angaben im Namen des Klimaschutzes. Ein Blick hinter die Kulissen der "Letzten Generation".

Das Wichtigste im Überblick


  • Wer ist die "Letzte Generation"?
  • Wie ist die Gruppe organisiert?
  • Woher kommt das Geld?
  • Was kommt als Nächstes?

Klimaaktivisten kleben sich am Berliner Flughafen BER fest, fahren mit Fahrrädern über das Gelände, der Flugverkehr muss gestoppt werden. Die Aktion der "Letzten Generation" zieht harsche Kritik auf sich – und es ist nicht das erste Mal, dass die Debatte um die Proteste der Gruppe hochkocht. Vor allem nach dem Tod einer Radfahrerin infolge eines Unfalls, bei dem ein durch eine Straßenblockade verursachter Stau ein Feuerwehrfahrzeug behindert hatte, waren die Aktionen der Gruppe schon einmal in aller Munde.

Die radikalen Klimaschützer sorgen seit Jahresbeginn mit Blockadeaktionen und Sachbeschädigung bundesweit für Aufmerksamkeit. Daher lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen: Wie organisiert sich die Gruppe, wer finanziert sie und was planen die Aktivistinnen und Aktivisten als Nächstes?

Wer ist die "Letzte Generation"?

Demonstrieren reicht ihnen nicht. Wer sich beim "Aufstand der letzten Generation", kurz der "Letzten Generation", engagiert, will aktiv Widerstand leisten. Die Wut der Gruppe richtet sich gegen die Klimapolitik der Bundesregierung, die sie als viel zu lasch wahrnimmt. "Wir tun das nicht gerne. Doch wir sehen diesen zivilen Widerstand als unsere beste Chance, auf unserem zerstörerischen Kurs die notwendige Umkehr zu bewirken", schreiben die Aktivistinnen und Aktivisten auf ihrer Webseite und bitten: "Schließ dich uns an!"

Diesem Ruf folgen inzwischen nicht nur junge Erwachsene. Bei vielen Aktionen sind auch deutlich ältere Personen dabei, darunter Mütter und Rentner.

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Viele von ihnen betonen ihre Bereitschaft, in Konsequenz ihrer teils strafbaren Handlungen Geldstrafen zu zahlen oder ins Gefängnis zu gehen. Bundesjustizminister Marco Buschmann schrieb am Freitag in einem Tweet, dass die Flughafen-Aktion der "Letzten Generation" durchaus strafrechtlich relevant sein könnte.

Das Brandenburger Polizeipräsidium teilte noch am Donnerstag mit, gegen die Aktivisten werde Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Flugverkehr, Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung erstattet.

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Aus der Opposition kommt sogar die Forderung, die Aktivisten in Vorbeugehaft zu nehmen. Der Rechtsstaat kenne die nötigen Instrumente, sagte CDU-Generalsekretär Mario Czaja zu t-online: "Vorbeugehaft, Aufenthaltsverbote, Bußgelder."

In Bayern fand das dortige Polizeiaufgabengesetz bereits Anwendung gegen die Teilnehmer der Klimaproteste. Bis zu zwei Monate können Bürger in dem Bundesland ohne Prozess festgehalten werden, um eine schwere Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat zu verhindern. Die Maßnahme ist heiß umstritten.

Wie ist die Gruppe organisiert?

Ähnlich wie die von Greta Thunberg gegründete Bewegung Fridays for Future ist auch die "Letzte Generation" kein völlig loses Kollektiv. Die Gruppe gibt an, bundesweit in Ortsgruppen organisiert zu sein. In öffentlichen Vorträgen informieren die Mitglieder über ihre Ziele und Methoden und vermitteln Strategien für "gewaltfreie Widerstandsaktionen" in Aktionstrainings.

Interessierte, die sich bei den Koordinatoren melden, müssen in einem Anmeldeformular angeben, ob sie gewillt sind, ins Gefängnis zu gehen, sich einmalig festnehmen zu lassen, noch unsicher oder dafür "noch nicht bereit" sind. Wer sich nicht an Aktionen in Museen, auf Straßen oder Flughäfen beteiligen will, könne der "Letzten Generation" unter anderem mit Fundraising, Kinderbetreuung oder Unterkünften in Berlin aushelfen.

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Nach Auskunft der Gruppe hat sie fast überall in Deutschland "lokale Keimzellen" und bietet Vorträge an.
Nach Auskunft der Gruppe hat sie fast überall in Deutschland "lokale Keimzellen" und bietet Vorträge an. (Quelle: Screenshot der Webseite von "Die Letzte Generation")

Zusammen mit ähnlichen Gruppierungen in Europa und weltweit bildet die "Letzte Generation" das "internationale A22-Netzwerk". Die dort vereinten Aktivistinnen und Aktivisten stammen aus Großbritannien, Italien, Norwegen, Frankreich, Schweden, der Schweiz, Australien, den USA, Kanada und Neuseeland. Besonders der britische Ableger dieses Widerstandsnetzwerks, "Just Stop Oil", sorgte in den vergangenen Wochen ebenfalls international für Schlagzeilen.

Festgeklebt auf der Straße: Mit Aktionen wie diesen sorgen die Klimaaktivisten für Aufsehen. (Quelle: t-online)

Woher kommt das Geld?

Wer kann, trage die Kosten für Aktionen selbst, heißt es von der "Letzten Generation". Während Sekundenkleber und Farbeimer nicht allzu sehr aufs Budget schlagen dürften, können die möglichen Bußgelder durchaus empfindlich sein. Für Mitstreiter, die nicht selbst in die Tasche greifen können oder wollen, sammelt die Gruppe Spenden und engagiert freiwillige Fundraiser.

Nach Angaben auf der Website der Gruppe sind dabei bereits mehr als 212.000 Euro zusammengekommen. Hinzu kommen Kampagnen über die Website "Gofundme", worüber zuletzt mehr als 70.000 Euro zusammenkamen. (Stand: 25. November, 10.15 Uhr).

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Ein Aktivist klebt sich auf die Berliner Stadtautobahn A103: Seit Anfang des Jahres ist Sekundenkleber die Waffe der Wahl für die "Letzte Generation" und hat den Klima-Klebern ihren Namen eingebracht. (Quelle: IMAGO/Martin Dziadek)

Außerdem erhält die "Letzte Generation" auch Spendenmittel aus der internationalen Spendeninitiative Climate Emergency Fund. Von dort wurden laut Angaben der Initiatoren 2022 schon vier Millionen Euro an 39 verschiedene Klimaschutzorganisationen ausgezahlt.

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Was kommt als Nächstes?

Ein Ende der Aktionen ist vorerst nicht abzusehen. Die "Letzte Generation" fordert als "erste Sicherheitsmaßnahmen" ein Tempolimit von 100 km/h und ein dauerhaftes 9-Euro-Ticket. Ohne eine entsprechende Reaktion der Bundesregierung sollen die Proteste weitergehen. Auf Twitter fragten die Aktivisten noch am Donnerstag, welche Einrichtungen das nächste Ziel von Farbangriffen werden sollten.

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Und auch an den Flughäfen soll nach dem Willen der Gruppe kein Normalbetrieb einkehren. Lily Schubert, Sprecherin der "Letzten Generation", kündigte im t-online-Interview an: "Der Protest wird sich auf ganz Deutschland und weitere Flughäfen ausweiten." Von einer Radikalisierung will sie dennoch nichts wissen. Man bleibe immer gewaltfrei, so Schubert.

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Verwendete Quellen
  • Website der "Letzten Generation"
  • Go-Fund-Me-Kampagne der "Letzten Generation"
  • Nachrichtenagentur dpa
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