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Neue Vorgaben ab 2020 - Nitrat im Grundwasser: Noch schärfere Dünge-Regeln geplant

Nitrat im Grundwasser  

Nitrat im Grundwasser: Noch schärfere Dünge-Regeln geplant

01.02.2019, 15:43 Uhr | dpa

Neue Vorgaben ab 2020 - Nitrat im Grundwasser: Noch schärfere Dünge-Regeln geplant. Im vergangenen Juni hatte der Europäische Gerichtshof festgestellt, dass Deutschland jahrelang zu wenig gegen überhöhte Nitratwerte im Grundwasser unternommen hatte.

Im vergangenen Juni hatte der Europäische Gerichtshof festgestellt, dass Deutschland jahrelang zu wenig gegen überhöhte Nitratwerte im Grundwasser unternommen hatte. Foto:. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Zum Schutz des Grundwassers sollen die erst 2017 geänderten Düngeregeln für die deutschen Bauern auf Druck der EU erneut verschärft werden. Vorgesehen sind bundesweit strengere Vorgaben für belastete Gebiete, die unter anderem Düngeverbote und Regelungen zu Obergrenzen umfassen.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) sagte: "Wir schlagen damit Maßnahmen vor, mit denen wir unser Grundwasser noch besser schützen." In Kraft treten sollen die neuen Vorgaben 2020, wie es in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Mitteilung an die EU-Kommission heißt. Wasserversorger und Umweltschützer begrüßten die Pläne, vom Bauernverband kam Kritik.

Übermäßiger Einsatz von Gülle und stickstoffhaltigem Dünger gilt als eine Ursache für zu hohe Nitratwerte im Grundwasser. Daher gelten für die Landwirtschaft in Deutschland seit Sommer 2017 strengere Regeln. Dazu gehören Obergrenzen für Stickstoff und längere Düngeverbote. Im vergangenen Juni stellte der Europäische Gerichtshof dann aber fest, dass Deutschland jahrelang zu wenig gegen überhöhte Nitratwerte unternommen hatte - das Urteil bezog sich aber noch auf ältere Regeln vor 2017. Danach gab es Gespräche zwischen Berlin und Brüssel.

Konkret plant die Bundesregierung für nitratbelastete Gebiete unter anderem Düngeverbote im Spätsommer für Winterraps und Wintergerste. Der für jede Pflanzenkultur zu errechnende Düngebedarf soll pauschal um 20 Prozent gesenkt werden. Stickstoff-Obergrenzen sollen nicht nur im Betriebs-Schnitt gelten, sondern für jedes Feld. Klargestellt werden sollen auch Verpflichtungen der Länder zu Schutzgebieten. Laut Regierung soll ein Referentenentwurf noch bis Ende Februar vorliegen.

Der Bauernverband warnte vor einer überstürzten Neuregelung und forderte Verlässlichkeit und Planungssicherheit im Düngerecht ein. "Änderungen im Jahresrhythmus sind ein Vertrauensbruch", kritisierte Präsident Joachim Rukwied. Die EU-Kommission müsse Deutschland die Chance geben, dass sich das neue Düngerecht auch entfalten könne. Die Bauern arbeiteten "mit Hochdruck" an der Umsetzung. Laut Verband geht der Einsatz von stickstoffhaltigen Handelsdüngern und Klärschlamm deutlich zurück. Auch der Bestand an Rindern und Schweinen nehme ab.

Die Wasserversorger begrüßten dagegen die geplanten Verschärfungen. Über die Novelle könnten Schlupflöcher geschlossen werden, sagte Karsten Specht, Vizepräsident des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU). Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärte, das vor kurzem reformierte Düngerecht reiche bei Weitem nicht aus, um das Nitrat-Problem in den Griff zu bekommen. Nötig sei ein geringerer Nährstoffeintrag in den gefährdeten Gebieten, wofür Ausnahmen abgeschafft werden sollten.

Die Umweltorganisation Greenpeace erklärte, die Intervention der EU-Kommission zwinge die Bundesregierung endlich zum Handeln. Die Vorschläge gingen nun in die richtige Richtung. Damit ließen sich "wirksame Maßnahmen gegen die Güllefluten und für den Schutz des Trinkwassers einleiten". In Gebieten mit sehr hohen Nitratwerten brauche es strengere und verpflichtende Vorgaben, statt weiter auf Freiwilligkeit zu setzen.

Klöckner betonte, sie wisse um die entstehenden Erschwernisse für die landwirtschaftlichen Betriebe. Auch Dänemark, Frankreich und die Niederlande unterlägen den strengen EU-Auflagen und stünden vor vergleichbaren Herausforderungen. "Wir werden unsere Landwirte bei der Umsetzung begleiten und unterstützen", sagte sie.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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