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Pannenserie der Luftwaffe? Weiterfliegen, hier gibt es nichts zu sehen

Defekte Regierungsflieger  

Weiterfliegen, hier gibt es nichts zu sehen

Von Jonas Schaible

01.03.2019, 12:50 Uhr
Pannenserie der Luftwaffe? Weiterfliegen, hier gibt es nichts zu sehen. Außenminister Heiko Maas steigt im Oktober in Erbil in ein Flugzeug der Luftwaffe: Damals trat kein Fehler auf. (Quelle: Xander Heinl/Photothek/imago)

Außenminister Heiko Maas steigt im Oktober in Erbil in ein Flugzeug der Luftwaffe: Damals trat kein Fehler auf. (Quelle: Xander Heinl/Photothek/imago)

Die Kanzlerin muss Linie fliegen, der Außenminister sitzt in Mali fest: Regierungsflieger der Luftwaffe scheinen erstaunlich oft Probleme zu machen. Zu oft?  

Jetzt auch noch der Außenminister: Schon wieder hat ein Regierungsflieger technische Probleme. Heiko Maas saß deshalb einen Tag im westafrikanischen Mali fest. Am Freitagmorgen machte sich aus Köln ein Ersatzflugzeug auf, um den Außenminister und seine Entourage abzuholen.

Seit Jahresbeginn saßen schon Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Äthiopien und Entwicklungsminister Gerd Müller in Malawi fest. Im November musste Angela Merkel mit einem Linienflieger zum G20-Gipfel nach Buenos Aires fliegen, weil die Regierungsmaschine nicht fliegen konnte. Olaf Scholz hatte im letzten Jahr mehr als einmal Pech und auch Steinmeier musste vor einem Flug nach Belarus die Maschine wechseln.

Pannenserien oder alles normal?

Die große Frage lautet nun: Ist das eine Pannenserie und damit Ausweis einer mangelhaften Ausstattung und Wartung? Ist die Flugbereitschaft nur bedingt abflugbereit? Oder sind solche Ausfälle unauffällig, normal, nicht zu vermeiden bei vielen Flügen?

Die Luftwaffe, die die Flugbereitschaft stellt, sagt jedenfalls: Alles kein Grund zur Besorgnis. "Uns ärgert jeder ausgefallene Flug", sagt ein Sprecher der Luftwaffe zu t-online.de, aber "da ist kein System oder kein alarmierender struktureller Fehler". In den vergangenen fünf Jahren seien mehr als 98 Prozent aller Flüge ohne Beanstandung abgewickelt worden. "Wir sehen absolut nicht, dass es eine Häufung ist", sagte er. Auch nicht in den vergangenen Wochen.

 (Quelle: Grafik: t-online.de) (Quelle: Grafik: t-online.de)

Stimmt das?

Mehr Klarheit könnte ein Vergleich mit kommerziellen Airlines bringen. Doch an Vergleichszahlen zu kommen, ist überraschend schwer, kurzfristig sogar: unmöglich. Wie viele Flüge fallen wegen technischer Defekte aus? Obwohl Airlines und Flughäfen mit so etwas kalkulieren müssen, obwohl die Behörden so etwas überwachen, sind Zahlen nicht griffbereit.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat nach eigener Aussage keine, der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) hat nach eigener Aussage keine, der Frankfurter Flughafen hat nach eigener Aussage keine, das Luftfahrtbundesamt hat nur eine Teilmenge, aber nicht nur für die kommerziellen Airlines. Die Lufthansa war kurzfristig nicht zu erreichen, eine Anfrage an Eurowings läuft noch. Auch die Luftwaffe sagt zwar, sie habe nicht mehr Probleme als die kommerzielle Luftfahrt, hat aber keine Daten zu technischen Problemen in der kommerziellen Luftfahrt.

Probleme hatten auch frühere Minister

 (Quelle: Grafik: t-online.de) (Quelle: Grafik: t-online.de)

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" immerhin hat ältere Fälle zusammengetragen. Ex-Außenminister Joschka Fischer, Ex-Bundespräsident Horst Köhler, Ex-Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen: Sie alle hatten schon mit Problemen der Regierungsmaschinen zu kämpfen.
 

 
Der Luftwaffen-Sprecher sagt, wahrscheinlich werde heute durch Twitter viel schneller bekannt, wenn ein Flug nicht abhebt, weil die meistens mitreisenden Journalisten sofort darüber schrieben. "Gefühlt ist es so, dass es früher nicht so berichtenswert war." Dazu komme: "Wir haben eben nicht überall ein Ersatzflugzeug stehen", wie das bei großen Airlines oft der Fall sei. "Die tauschen dann die Maschinen, das bekommt keiner mit." Und: "Wir haben noch höhere Sicherheitsstandards." 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Nachrichtenagentur AFP

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