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Fall Walter Lübcke: Was wir über seinen Tod wissen – und was nicht

Neue Spuren im Mordfall  

Was wir über den Tod von Walter Lübcke wissen – und was nicht

Von Jonas Mueller-Töwe, Daniel Schreckenberg

17.06.2019, 16:53 Uhr
 (Quelle: Peter Hartenfelser/Imago)
Walter Lübcke: Die wichtigsten Informationen zum erschossenen CDU-Politiker

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke starb an einem Schuss in den Kopf. Das bestätigte die zuständige Staatsanwaltschaft. Nun hat der 45-jährige Tatverdächtige Stephan E. den Mord gestanden und zwei weitere Männer wurden festgenommen. (Quelle: t-online.de)

Mordfall Lübcke: Nach dem Geständnis von Stephan E. wurden Haftbefehle gegen zwei weitere Männer erlassen. (Quelle: t-online.de)


Der CDU-Politiker Walter Lübcke ist erschossen worden. Die Polizei hat einen Mann festgenommen, der aus der rechtsextremen Szene stammt. Der Überblick über den Stand der Ermittlungen.

Wer erschoss den hessischen CDU-Politiker Walter Lübcke? Nach der Verhaftung eines Verdächtigen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Sie hält ein rechtsextremes Motiv für wahrscheinlich. Der Stand der Dinge zum gewaltsamen Tod des Regierungspräsidenten von Kassel.

Was ist passiert?

Kassels Regierungspräsident Walter Lübcke ist in der Nacht zum 2. Juni aus nächster Nähe erschossen worden. Der 65-Jährige starb durch einen Schuss in den Kopf. Es gibt laut Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Hessen keinerlei Hinweise auf einen Suizid des CDU-Politikers. Die Bundesanwaltschaft spricht nach der jüngsten Verhaftung von Mord als Tatvorwurf. 

Was wissen wir zu den Tatumständen? 

Tatort ist die Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha. Dort fand ein Angehöriger Lübckes leblosen Körper gegen 0.35 Uhr in einer Blutlache. Reanimationsversuche scheiterten. Tatwaffe ist laut Angaben der Ermittler eine Kurzwaffe – darauf lässt ein am Tatort sichergestelltes Projektil schließen. Die Tatwaffe selbst wurde nicht gefunden.

Was wissen wir über den Verdächtigen?

Zwei Wochen nach der Tat hat die Polizei den dringend tatverdächtigen Stephan E. festgenommen. Der 45-Jährige Mann wurde von einer Spezialeinheit der Polizei in Kassel gefasst – er sitzt seit Sonntag in Untersuchungshaft. Laut Bundesanwaltschaft hat er einen rechtsextremen Hintergrund. Er ist polizeibekannt und hat bereits schwere Straftaten begangen. DNA-Spuren am Tatort führten zu seiner Verhaftung.

Die Ermittler gehen nun der Frage nach, ob E. in eine rechtsterroristische Vereinigung eingebunden ist. Mehrere Medien berichteten über Bezüge zur sogenannten "C18". Bislang liegen der Bundesanwaltschaft aber keine Anhaltspunkte dazu vor.

Gab es Drohungen?

Vor vier Jahren stand Lübcke nach Morddrohungen von Rechtsextremisten unter Polizeischutz. Hass-Portale wie "PI-News" betitelten ihn als "Volksverräter", in Kommentaren verbreiteten Nutzer seine Privatadresse. Zuvor hatte er sich in einer Bürgerversammlung deutlich gegen Fremdenfeindlichkeit positioniert. Für ihn waren Nächstenliebe und christliche Werte fundamental für das Zusammenleben in Deutschland: "Wer diese Werte nicht vertritt, kann dieses Land jederzeit verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen."

Wenige Monate vor seinem Tod wurde die Kampagne gegen Lübcke erneut befeuert. Nach seinem Tod bejubelten Rechtsextremisten das Verbrechen und verhöhnten das Opfer auf einschlägigen Portalen und in sozialen Medien. 
 

 
Wie ermittelt die Polizei?

Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft hatten die 50-köpfige Sonderkommission "Liemecke" eingerichtet. Wegen der besonderen Bedeutung des Falls hat am Montag die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Um die Strafverfolgung nicht zu gefährden, bitten die Ermittler, nicht zu Spekulationen beizutragen. 

Verwendete Quellen:

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