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Kapit├Ąnin Rackete verklagt Italiens Innenminister Salvini

Von dpa, pdi

Aktualisiert am 11.07.2019Lesedauer: 2 Min.
Carola Rackete aus Kiel, deutsche Kapit├Ąnin der "Sea-Watch 3" und der italienische Innenminister Matteo Salvini.
Carola Rackete aus Kiel, deutsche Kapit├Ąnin der "Sea-Watch 3" und der italienische Innenminister Matteo Salvini. (Quelle: /dpa-bilder)
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Kaum ein Politiker ist so zynisch wie Matteo Salvini. Der Minister sagt: "kriminelle Deutsche", seine Follower sagen: "verdorbene Nutte". Die Sea-Watch-Kapit├Ąnin Carola Rackete wehrt sich jetzt dagegen.

Sea-Watch-Kapit├Ąnin Carola Rackete will Italiens Innenminister Matteo Salvini an seiner Nutzung von Facebook und Twitter hindern. Die 31-J├Ąhrige beschuldigt Salvini in einer Verleumdungsklage, Menschen in sozialen Medien zum Hass anzustacheln, wie es in der Klageschrift hei├čt, die bei der Staatsanwaltschaft in Rom eingereicht werden soll und der Deutschen Presse-Agentur in Rom vorliegt. "In den Worten von Matteo Salvini gibt es abgrundtiefe Gef├╝hle von Hass, Verunglimpfung, Delegitimierung bis hin zu leibhaftiger Entmenschlichung", hei├čt es darin.

Der Chef der rechten Lega machte sich am Donnerstag prompt dar├╝ber lustig. "Die deutsche Kommunistin, die, die das Boot der Finanzpolizei gerammt hat, hat die Staatsanwaltschaft aufgefordert, meine Seiten auf Facebook und Twitter zu sperren. Es gibt keine Grenze der L├Ącherlichkeit. Kann ich also Instagram benutzen???"

Salvini kommentiert Seenotrettung

Eingereicht worden sei die Klage noch nicht, weil es Probleme mit der Post gegeben habe, sagte Racketes Verteidiger Alessandro Gamberini am Donnerstag.

Rackete steht seit Wochen in den Schlagzeilen, weil sie im Ende Juni das Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch mit Migranten an Bord unerlaubt nach Italien gefahren hatte. Gegen die 31-J├Ąhrige aus Niedersachsen wird in Italien unter anderem wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung ermittelt.

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Salvini kommentierte die Ereignisse um die "Sea-Watch 3" seit der Rettung von insgesamt 53 Migranten Mitte Juni vor Libyen in den Medien und auf seinen Accounts bei Twitter und Facebook. In Tweets und Live-Videos griff er Rackete mehrfach direkt an und bezeichnete sie unter anderem als "reiche und verw├Âhnte deutsche Kommunistin", "Gesetzlose" und "Kriminelle" und beschuldigte sie der versuchten T├Âtung. Die Verleumdungsklage dokumentiert die ├äu├čerungen Salvinis ausf├╝hrlich.

"Hetzkampagne gegen Sea-Watch"

Salvini verbreite auf Twitter und Facebook eine "Botschaft des Hasses" und nutze daf├╝r sein Amt, hei├čt es in der Klage weiter. Mit seinen ├äu├čerungen habe Salvini wiederum "unz├Ąhlige" weitere ├äu├čerungen ausgel├Âst - zum Beispiel sei Rackete von dessen Followern als "deutsche Hure" oder "verdorbene Nutte" bezeichnet worden. Kommentiert worden sei auch: "Betoniert sie ein".


Salvinis Aussagen seien "weit davon entfernt, ├äu├čerungen legitimer Kritik" zu sein, vielmehr habe es sich dabei um "grundlose und beleidigende Aggressionen gegen meine Person" gehandelt, hei├čt es in der Klage. Seit Wochen betreibe er zudem eine "Hetzkampagne" gegen Sea-Watch, die Salvini als "illegale und gesetzlose Organisation" bezeichnete, die "illegale Migranten" von Bord eines "illegalen Schiffs", eines "Piratenschiffs", eines "gesetzlosen Schiffs" gehen lasse und deren Mitglieder "Komplizen von Schleppern und Menschenh├Ąndlern" seien.

Racketes Verteidiger Gamberini hatte schon bei der Ank├╝ndigung der Klage in einem Interview gesagt, dass es schwierig sei, dem Hass entgegenzutreten. Man wolle aber ein Zeichen setzen.

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