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US-Truppenabzug von Trump – Jürgen Trittin: "Teil seines Wirtschaftskrieges"

Trittin zum US-Truppenabzug  

Trumps Deutschland-Kritik "ist hohl und vorgeschoben"

30.07.2020, 16:11 Uhr
US-Truppenabzug von Trump – Jürgen Trittin: "Teil seines Wirtschaftskrieges". Jürgen Trittin: Der Grünen-Außenpolitiker fordert eine energische Antwort Deutschlands auf den geplanten US-Truppenabzug. (Quelle: imago images/Christian Spicker)

Jürgen Trittin: Der Grünen-Außenpolitiker fordert eine energische Antwort Deutschlands auf den geplanten US-Truppenabzug. (Quelle: Christian Spicker/imago images)

Zieht Trump seine Truppen wirklich ab, weil Deutschland zu wenig für Verteidigung ausgibt? Grünen-Politiker Jürgen Trittin bezweifelt das. Er sieht andere Gründe – und kritisiert die Bundesregierung.

Der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin hat den geplanten Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland mit scharfen Worten kritisiert und eine deutliche Antwort gefordert. "Donald Trump hat Partnerschaft durch Erpressung ersetzt", sagte Trittin zu t-online.de. Der Abzug offenbare "die Tiefe des Grabens im transatlantischen Verhältnis". 

Für die USA ergebe der Truppenabzug nur Nachteile. Er schwäche die strategische Aufstellung der USA in Europa. "Doch Trump geht es nicht um Sicherheit", ist der frühere Bundesminister überzeugt. Auch Trumps Kritik an den deutschen Verteidigungsausgaben hält er nicht für den eigentlichen Grund. Der US-Präsident hatte den Abzug von rund 12.000 US-Soldaten damit erklärt, dass Deutschland das Zwei-Prozent-Ziel der Nato nicht erfülle.

Trittin dazu: "Wie hohl und vorgeschoben seine Kritik an den deutschen Verteidigungsausgaben ist, zeigt sich daran, dass das US-Afrika-Hauptquartier nach Belgien verlegt werden soll – ein Land, das nicht einmal ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgibt."

"Teil seines Wirtschaftskrieges"

Der Grünen-Außenpolitiker hält wirtschaftliche Gründe für entscheidend – und fordert deshalb auch eine entsprechende Antwort. "Der Abzug ist Teil seines Wirtschaftskrieges gegen Europa und speziell Deutschland", meint Trittin. Europa sei für Trump erklärtermaßen schlimmer als China. "Deswegen muss es bestraft werden", erläutert Trittin die Logik des US-Präsidenten. 

"Die Antwort Deutschlands und der europäischen Nato-Partner muss eine sein, die selbst Trump versteht", fordert Trittin. "Solange Trump auf Kollisionskurs ist, darf es keine Rüstungsdeals mehr mit den USA geben." Die 45 Boeing-Kampfflugzeuge vom Typ F18, die Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer quasi schon bestellt habe, dürften nicht gekauft werden. Auf US-Sanktionen gegen deutsche und europäische Unternehmen müsse mit Gegenmaßnahmen reagiert werden. "Nur das versteht Trump."

Trittin kritisiert das Verhalten der Bundesregierung in dem Streit mit den USA. "Der vorauseilende Gehorsam von Merkel und Kramp-Karrenbauer hat den deutschen Rüstungshaushalt in eine überzogene Rekordhöhe getrieben", sagt Trittin. "Europa gibt inzwischen dreimal so viel für Rüstung aus wie Russland. Aber auch das hat Trump nicht beschwichtigt."

Er fordert: "Man sollte – frei nach Kästner – nicht so tief sinken, den Kakao, durch den man gezogen wird, auch noch zu trinken – und zu bezahlen."

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen

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