Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland >

Coronavirus: Vor dem Lockdown – Forderungen nach langfristiger Perspektive

"Keine nachhaltige Strategie"  

Nach Lockdown-Beschluss: Langfristige Perspektive gefordert

14.12.2020, 07:43 Uhr | dpa

Coronavirus: Vor dem Lockdown – Forderungen nach langfristiger Perspektive. Wismar in Mecklenburg-Vorpommern: Menschenleer ist eine der Haupteinkaufsstraßen in der Hansestadt. Hier findet sonst jedes Jahr im Dezember der Weihnachtsmarkt statt.   (Quelle: dpa/Jens Büttner)

Wismar in Mecklenburg-Vorpommern: Menschenleer ist eine der Haupteinkaufsstraßen in der Hansestadt. Hier findet sonst jedes Jahr im Dezember der Weihnachtsmarkt statt. (Quelle: Jens Büttner/dpa)

Plötzlich sind sich alle einig – im Kampf gegen die Corona-Pandemie braucht es eine Notbremse. Doch eine nachhaltige Strategie ist das Herunterfahren des öffentlichen Lebens nicht.

In Sachsen gilt ab sofort ein harter Lockdown – zwei Tage bevor das öffentliche Leben bundesweit drastisch heruntergefahren wird. Neben den meisten Geschäften bleiben ab Montagmorgen auch Kitas, Schulen und Horte zu, für Kinder von Eltern systemrelevanter Berufe gibt es wie schon im Frühjahr eine Notbetreuung. Die neuen Schutzmaßnahmen hatte das Land bereits am Freitagabend getroffen – zwei Tage bevor am Sonntag der bundesweite Lockdown beschlossen wurde.

Grund sind – egal ob im Land oder bundesweit – die drastisch gestiegenen Corona-Zahlen, die Gefahr eines Kontrollverlusts. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagte am Sonntag bei RTL-"Aktuell": "Tatsächlich ist das eine Naturkatastrophe, mit der wir konfrontiert sind. Das ist wie, wenn der Vesuv ausbricht. Da kann man nur noch sehen, dass man sich in Sicherheit bringt – und das ist das, was wir tun."

Opposition fordert Planung für die Zeit nach dem Lockdown

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rief die Bürger dazu auf, am Montag und am Dienstag wegen der Infektionsrisiken ganz auf den Einkauf von Weihnachtsgeschenken zu verzichten. "Ich wünsche mir und ich hoffe, dass die Menschen nur das Allernötigste besorgen, was sie wirklich brauchen an Lebensmitteln", sagte er am Sonntagabend im "Bild"-Politik-Talk. Es gehe um die Gesundheit von ganz Vielen. "Je schneller wir diese Infektionen unter Kontrolle bekommen, desto besser ist es für alle."

Auch aus der Opposition kommt Zustimmung für die Maßnahmen – man wünscht sich aber eine langfristigere Planung für die Zeit nach dem Lockdown – der Stand jetzt am 10. Januar enden soll. Grünen- Fraktionschef Anton Hofreiter sagte der "Rheinischen Post" (Montag): "Für die nächsten Monate brauchen wir planvolles Handeln und eine längerfristige Perspektive. Ich erwarte, dass wir im Januar endlich ein Gesetz mit einem bundesweit verbindlichen Stufenplan verabschieden, durch den klar ist, wann und wo welche Maßnahmen gelten."

"Lockdown ist natürlich keine nachhaltige Strategie"

FDP-Chef Christian Lindner sagte am Sonntagabend in einem ZDF-"Spezial": "Wir müssen nach vorne schauen und fragen, was wird die dauerhaft durchhaltbare Strategie sein." Die Notbremse könne man angesichts ihrer Folgen nicht bis in den März verhängen. Lindner warb erneut dafür, Risikogruppen besser zu schützen.

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit sagte am Sonntagabend in einem ARD-"Extra": "Ein Lockdown ist natürlich keine nachhaltige Strategie – insofern stellt sich die Frage, wie wir dann die Kinder wieder sicher in die Schulen zurückkehren lassen können." Auch dort spielten Tests eine entscheidende Rolle. "Nur wir brauchen das Personal und natürlich auch die entsprechenden Tests, die man dann dort einsetzen kann – das sind wichtige Punkte an denen man hart arbeiten muss", sagte Schmidt-Chanasit. Mit der Erarbeitung einer langfristigen Strategie müsse sofort begonnen werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: