Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland >

Armin Laschet: Kaum jemand traut ihm Corona-Krisenmanagement zu

Kampf gegen die Pandemie  

Kann er als Kanzler Corona? Umfrage-Schlappe für Laschet

18.01.2021, 13:03 Uhr
Erste Rede als CDU-Chef: Laschet bedankt sich bei Kontrahenten

In seiner ersten Rede als CDU-Chef bedankt sich Armin Laschet bei seinen Kontrahenten für einen fairen Wahlkampf und hofft auf gute Zusammenarbeit. (Quelle: t-online)

"Gefahr, dass Aggression zunimmt": In seiner ersten Rede als CDU-Chef hat sich Armin Laschet vor allem an seine Kontrahenten gewandt. (Quelle: t-online)


Armin Laschet ist neuer CDU-Chef und könnte Kanzler werden. Dann müsste er die Führungsrolle im Kampf gegen Corona übernehmen. Das wird schiefgehen, glaubt ein Großteil der Bevölkerung.

Als Ministerpräsident hat Armin Laschet (CDU) bereits eine wichtige Rolle im Kampf gegen das Coronavirus inne. Als neu gewählter Parteichef und damit möglicher nächster Kanzlerkandidat für die Union müsste er sich bald deutschlandweit als Krisenmanager beweisen. Doch kaum jemand traut Laschet das wirklich zu. 

Wie eine exklusive Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online ergab, glaubt nur jeder fünfte Befragte, dass Laschet als Kanzler die Coronakrise meistern könnte. 64 Prozent beantworten die Frage "Würde Sie dem neu gewählten CDU-Vorsitzenden Armin Laschet ein gutes Corona-Krisenmanagement als Kanzler zutrauen?" mit "Eher nein" und "Nein, auf gar keinen Fall". Rund 15 Prozent der Befragten sind unentschieden. 

Selbst in seiner Heimat hat Laschet nicht viele Unterstützer: So halten in NRW nur knapp 25 Prozent der Befragten einen möglichen Kanzler Laschet für einen guten Krisenmanager in der Pandemie. Ähnlich hoch ist sein Wert nur in Norddeutschland: In Schleswig-Holstein etwa trauen Laschet 24,3 Prozent der Befragten die Rolle als obersten Corona-Bekämpfer zu. Besonders schlecht ist das Vertrauen in Laschets Umgang mit der Krise in Bayern: Nur rund 15 Prozent der Bayern halten den neuen CDU-Chef für einen guten Pandemie-Manager. 

Laschet hatte im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine umstrittene Rolle eingenommen. Bei den Treffen zwischen Bund und Ländern führte er lange die Gruppe der Länderchefs an, die Lockerungen der Corona-Maßnahmen forderten – damit stellte er den Gegenpol zum bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder dar, der oftmals Verschärfungen der Maßnahmen forderte. Heftige Kritik an Laschets Politik gab es nach Corona-Ausbrüchen in Fleischfabriken. NRW hat mit rund 451.000 Infizierten die meisten Corona-Fälle deutschlandweit – zudem sind dort mit mehr als 9.000 Todesfällen die meisten Corona-Opfer zu beklagen. NRW ist allerdings auch das bevölkerungsreichste Bundesland in Deutschland.

Immerhin: In der eigenen Partei sind Laschets Vertrauenswerte am besten – bei Anhängern der CDU/CSU glauben mehr als 26 Prozent der Befragten, dass Laschet als Kanzler auch Corona kann. Bei der SPD (24,6 Prozent) und bei den Grünen (19,6 Prozent) sind es noch jeder vierte bis fünfte Umfrageteilnehmer. Bei den AfD-Anhängern wiederum trauen fast 90 Prozent der Anhänger Laschet kein gutes Krisenmanagement zu, sollte er nach dem Unionsvorsitz auch zum Kanzler gewählt werden. 

Wohin rückt die Union mit einem Kanzler Laschet?

Laschet konnte sich bei einem digitalen Parteitag am Samstag im Kampf um die Nachfolge von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer knapp gegen seinen Konkurrenten Friedrich Merz durchsetzen. Während Merz eher dem konservativen CDU-Lager zugerechnet wird, steht Laschet für eine Fortsetzung der Politik von Kanzlerin Angela Merkel. Dass dieser Stil unter Laschet beibehalten wird, glaubt auch ein Großteil der Deutschen. 

So gab mit mehr als 55 Prozent eine klare Mehrheit der Befragten an, dass die CDU unter ihrem neuen Chef weder nach links noch nach rechts rücken wird. Rund ein Drittel der Bundesbürger glaubt allerdings, dass sich die Union unter Laschet noch weiter in die linke Richtung bewegen wird. Dass die CDU rechtslastiger wird, glauben hingegen nur rund 9 Prozent. 

Besonders groß ist die Annahme eines Linksrucks bei Anhängern der AfD (71,8 Prozent) und Anhängern der FDP (50,4 Prozent). Auffällig ist: Auch ein Drittel der Anhänger von Laschets eigener Partei, der Union, gehen von einer linkeren Politik unter ihrem neuen Vorsitzenden aus. Anhänger der SPD (68,5 Prozent), der Grünen (70,2 Prozent) und der Linken (57,8 Prozent) erwarten mit großer Mehrheit keine Veränderung im Kurs der Union.   

Zur Methodik: In die Umfrage "Würden Sie dem neu gewählten CDU-Vorsitzenden Armin Laschet ein gutes Corona-Krisenmanagement als Kanzler zutrauen?" flossen die Antworten von 5.106 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen dem 16. Januar und dem 18. Januar 2021 online befragt wurden. Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozent, für Teilgruppen kann er davon abweichen. In die Umfrage "Wird die CDU Ihrer Einschätzung nach unter dem neuen Parteivorsitzenden Armin Laschet eher nach links oder nach rechts rücken?" flossen die Antworten von 5.113 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen dem 16. Januar und dem 18. Januar 2021 online befragt wurden. Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozent, für Teilgruppen kann er davon abweichen.  

Verwendete Quellen:
  • Exklusive Civey-Umfrage
  • Eigene Recherche

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

baurtchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal