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Studie: Rechtsextremismus verschärft sich während Corona-Pandemie

In ganz Europa  

Rechtsextremismus verschärft sich während Pandemie

16.02.2021, 13:46 Uhr | dpa

Studie: Rechtsextremismus verschärft sich während Corona-Pandemie. Eine Demo gegen die Corona-Maßnahmen: Rechtsextremismus und Verschwörungstheorien haben sich seit Beginn der Pandemie mehr verbreitet. (Quelle: imago images/Michael Schick)

Eine Demo gegen die Corona-Maßnahmen: Rechtsextremismus und Verschwörungstheorien haben sich seit Beginn der Pandemie mehr verbreitet. (Quelle: Michael Schick/imago images)

Seit Beginn der Corona-Pandemie kursieren immer mehr krude Verschwörungstheorien. Sie sind besonders von rechtsextremen Gedanken geprägt. Einer Studie zufolge betrifft das nicht nur Deutschland.

Antisemitische Verschwörungstheorien, wie die QAnon-Ideologie, haben sich laut der Berliner Amadeu Antonio Stiftung während der Corona-Pandemie über ganz Europa verbreitet. Mutmaßungen über vermeintliche Eliten, Lockdown-Entscheidungen und Impfkampagnen seien mittlerweile in rechtsextremen Gruppen auf dem ganzen Kontinent zu finden, heißt es in der am Dienstag vorgestellten Untersuchung über Rechtsextremismus und -terrorismus in Europa.

Antisemitismus ist Kernbestandteil der Corona-Hetze

Für die Untersuchung "State of Hate – Far Right Extremism in Europe" wurden im Auftrag der Amadeu Antonio Stiftung, der britischen Nichtregierungsorganisation HOPE not Hate Charitable Trust und der schwedischen Expo-Stiftung 12.000 Bürger in acht europäischen Ländern zu politischen und gesellschaftlichen Themen befragt. Außerdem legt die Studie Länderberichte zu 32 Staaten vor.
 

 
Antisemitismus sei nicht nur in Deutschland Kernbestandteil der Corona-Hetze, sagte Simone Rafael, Co-Autorin des Berichts. Ob die Reichsbürger in Deutschland, die Gelbwesten in Frankreich oder nationalistische Bestrebungen in den Niederlanden, Italien und Griechenland – die Stärke solcher Gruppen liege in der Verbindung von lokalen Ereignissen mit internationalen Entwicklungen.

Rechtsextremisten schöpfen aus Pessimismus und Misstrauen

Die aus den USA stammende Verschwörungsideologie QAnon habe sich vor allem in Großbritannien und Deutschland verbreitet und werde von unterschiedlichen Szenen gepflegt. Eine Gefahr sei auch der Rechtsterrorismus. Auch wenn Rechtsextreme sonst dem Nationalismus zugeneigt seien, gelte für sie Europa als gemeinsames "Abendland", das "verteidigt" werden müsse.

Die Diskussionen über Maßnahmen gegen die Pandemie hätten die normale politische Debatte verdrängt und negative Einstellungen von einem Teil der Bevölkerung etwa gegenüber Minderheiten geschürt, heißt es weiter in der Untersuchung. Aus Pessimismus und Misstrauen könnten Rechtsextremisten so lange schöpfen, bis wieder Normalität einkehre.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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