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Corona | Karl Lauterbach warnt: "Das wäre der erste Schritt zur Impfpflicht"


"Wäre der erste Schritt zur Impfpflicht durch die Hintertür"

  • Johannes Bebermeier
Von Johannes Bebermeier

Aktualisiert am 14.07.2021Lesedauer: 2 Min.
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Karl Lauterbach: Der SPD-Gesundheitsexperte hält nichts von kostenpflichtigen Corona-Tests für Ungeimpfte.
Karl Lauterbach: Der SPD-Gesundheitsexperte hält nichts von kostenpflichtigen Corona-Tests für Ungeimpfte. (Quelle: Political-Moments/imago-images-bilder)
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Wie motiviert man Menschen, sich impfen zu lassen? Frankreich macht die Corona-Tests kostenpflichtig. Auch in Deutschland kann sich das mancher vorstellen. Karl Lauterbach hält es allerdings für eine schlechte Idee.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich dagegen ausgesprochen, Nichtgeimpfte künftig wieder für ihre Corona-Tests zahlen zu lassen. "Kostenpflichtige Corona-Tests für Ungeimpfte sind grundfalsch", sagte Lauterbach t-online. "Das wäre der erste Schritt zu einer Impfpflicht durch die Hintertür, die es auf keinen Fall geben darf."


Diese Politiker sind gegen Corona geimpft

Die Impfungen in Deutschland gehen voran: Nun können sich über 60-Jährige und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen gegen das Coronavirus impfen lassen. Einige Politiker haben den Anfang gemacht.
Angela Merkel: Die 66-jährige Bundeskanzlerin wurde am 16. April 2021 mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpft.
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Nachdem Frankreich Corona-Tests für Menschen wieder kostenpflichtig macht, wird auch in der deutschen Politik darüber diskutiert – zumal die Impfkampagne stockt und kostenpflichtige Tests möglicherweise ein weiterer Anreiz wären, sich impfen zu lassen.

"Unangemessene Trickserei"

Lauterbach hält es jedoch für den falschen Weg, den Druck auf die Menschen auf diese Weise zu erhöhen. "Wer sich dann zum Beispiel die Tests nicht mehr leisten kann, hat faktisch nicht mehr die freie Wahl, ob er sich impfen lassen will oder nicht", sagte er. "Das ist eine unangemessene Trickserei, mit der die Politik wortbrüchig würde, weil sie eine Impfpflicht mehrfach ausgeschlossen hat."

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Um vor allem die vielen noch nicht geimpften jungen Menschen zu erreichen, setzt Lauterbach auf ein anderes Mittel: "Wir müssen stattdessen das Impfangebot massiv ausweiten und die Impfungen zu den jungen Menschen bringen, zum Beispiel durch 'Impfen to go' an den Ausgehmeilen."

Überlegungen in Bayern und Baden-Württemberg

Anders als Lauterbach können sich führende Politiker in Bayern und Baden-Württemberg kostenpflichtige Tests hingegen durchaus vorstellen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, da nun ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehe, stelle sich die Frage, wieso die Steuerzahler künftig noch die hohen Testkosten für die übernehmen sollten, die sich nicht impfen lassen wollen. "Es ist eine Frage der Fairness", so Söder im ZDF.

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Uwe Lahl, Amtschef im baden-württembergischen Sozialministerium, sagte der "Stuttgarter Zeitung", nicht geimpfte Erwachsene würden "in den kommenden Wochen viele Testungen benötigen, um am öffentlichen Leben teilnehmen zu können". Es sei denkbar, dass Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, dann statt Schnelltests einen negativen PCR-Test vorlegen müssten, etwa in der Gastronomie. Zudem stelle sich wie in Bayern die Frage, ob die Betroffenen für ihre Tests künftig selbst aufkommen müssen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatten kostenpflichtige Tests zuletzt ausgeschlossen – für den Moment. "Aber ich will nicht ausschließen, dass der Punkt kommt, wo man darüber nachdenkt", sagte Spahn.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
  • Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters
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