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Scholz weicht Frage von Reporterin aus – und erntet scharfe Kritik

Von rtr, t-online, aj

Aktualisiert am 29.06.2022Lesedauer: 2 Min.
G7: Scholz weicht bei einer Pressekonferenz einer Ukraine-Frage aus und erntet Kritik. (Quelle: t-online)
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Der Kanzler nahm sich nach dem Spitzentreffen Zeit für Fragen der Presse. Als eine Journalistin nach Garantien für die Ukraine fragte, wurde Scholz wortkarg.

Welche Sicherheitsgarantien versprechen die G7-Staaten konkret der Ukraine? Diese Frage hatte eine Journalistin auf der Abschlusspressekonferenz des Gipfels in Elmau an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Doch der Kanzler wich der Frage aus.

Ob er genauer erläutern könnte, welche Garantien die G7 der Ukraine geben würden, fragte eine Journalistin der Deutschen Welle.

Wie der Kanzler daraufhin reagierte und welche kritischen Stimmen das hervorrief, sehen Sie im Video oben oder hier.

"Echt schade, Herr Bundeskanzler"

Der Kanzler ist bekannt dafür, sich in zentralen Fragen nicht in die Karten blicken zu lassen. Auch wird ihm bisweilen eine leichte Überheblichkeit im Umgang mit Journalisten nachgesagt. Die Tatsache, dass Scholz auf eine derart bedeutsame Frage – sie betraf die Existenz der Ukraine – hinweggrinst, während die ganze Welt auf ihn blickt, dürfte diesen Eindruck verstärkt haben.

Rosalia Romaniec, die Journalistin, die die Frage gestellt hatte, reagierte auf Twitter zur Antwort des Kanzlers: "Echt schade, Herr Bundeskanzler. Als ich Deutsch gelernt habe, wurde mir für Pressekonferenzen dringend die Höflichkeitsform empfohlen." Die Frage sei schon sehr ernst gemeint gewesen.

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Auch bei anderen Journalisten und Nutzern im Netz stieß die Antwort des Kanzlers auf die Frage der deutsch-polnischen Journalistin auf wenig Anklang. Als "arrogant", "unverschämt" und eines "Gastgebers nicht würdig" wurde seine Reaktion von Twitter-Nutzern bewertet. "Unverständlich, was Kanzler Scholz bei dieser Antwort geritten hat. Aber das ist nicht witzig, sondern nur überheblich gegenüber einer ausländischen Journalistin", schrieb etwa NDR-Reporter Markus Grill auf Twitter.

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Sicherung der Ukraine vereinbart

Hintergrund der Frage war die gemeinsame Abschlusserklärung der sieben Teilnehmerstaaten USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Japan nach Ende des dreitägigen Gipfels. Darin versprachen die Staaten der Ukraine weitreichende Sicherheitsgarantien für die Zeit auch nach dem Krieg. Man sei bereit, "gemeinsam mit interessierten Ländern und Institutionen und der Ukraine Vereinbarungen über nachhaltige Sicherheitsverpflichtungen zu treffen, um der Ukraine zu helfen, sich selbst zu verteidigen, ihre freie und demokratische Zukunft zu sichern und künftige russische Aggressionen abzuwehren", heißt es in der Erklärung.

Zudem legen die Staats- und Regierungschefs die Entscheidung über einen Friedensschluss mit Russland allein in die Hand der Regierung in Kiew. Die Ukraine entscheide über eine künftige Friedensregelung, "die frei von äußerem Druck oder Einfluss ist", so die G7-Erklärung.

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Von Bastian Brauns, Montréal
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