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AfD-Parteichef Tino Chrupalla in Klinik: Keine Hinweise auf Angriff


AfD-Chef nicht mehr in Krankenhaus
Ermittler sehen keine Hinweise für Angriff auf Chrupalla

Von dpa, mam, ts, csi

Aktualisiert am 05.10.2023Lesedauer: 3 Min.
imago images 0300568764Vergrößern des BildesAfD-Chef Tino Chrupalla (Archivbild): Er wird derzeit offenbar intensivmedizinisch behandelt. (Quelle: dts Nachrichtenagentur/imago-images-bilder)
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Der Parteivorsitzende Tino Chrupalla wurde nach einem Vorfall auf einer AfD-Wahlkampfveranstaltung in ein Krankenhaus eingeliefert. Was bisher bekannt ist.

Auf einer Wahlkampfveranstaltung der AfD in Bayern ist es zu einem Zwischenfall gekommen: Der AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla ist während der Veranstaltung in Ingolstadt in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Mittlerweile verließ Chrupalla die Klinik in Ingolstadt nach Angaben der Partei wieder.

Die genauen Umstände des Vorfalls sind noch unklar, doch einige Details sind bekannt. t-online gibt einen Überblick.

Was ist passiert und wie geht es Chrupalla jetzt?

AfD-Chef Chrupalla hat am Mittwoch eine Wahlkampfveranstaltung in Ingolstadt besucht. Vor Beginn seiner geplanten Rede musste er jedoch hinter der Bühne laut Polizei medizinisch versorgt werden. Zuvor war es nach Angaben eines Sprechers der bayerischen AfD-Landtagsfraktion in einer Menschenmenge zu einem Vorfall gekommen. Mehrere Personen baten Chrupalla um Selfies. Dabei kam es auch zu "leichtem Körperkontakt", teilt die Staatsanwaltschaft Ingolstadt in einer Mitteilung mit. "Es liegen zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Erkenntnisse vor, dass Herr Chrupalla angegangen oder angegriffen wurde."

Auf dem Weg zur Bühne bemerkte der AfD-Vorsitzende Schmerzen im Oberarm, schreibt die Staatsanwaltschaft weiter. Daraufhin wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Danach soll der AfD-Chef auf einer Intensivstation gelegen haben, aber ansprechbar gewesen sein, sagte ein Sprecher der AfD.

Am Donnerstagabend erklärte die Partei in einer Pressemitteilung: "Tino Chrupalla konnte mittlerweile Ingolstadt verlassen und wird sich in weiterführende ärztliche Behandlung begeben." Alle geplanten Wahlkampftermine in Bayern seien abgesagt worden. Im Freistaat wird an diesem Sonntag ein neuer Landtag gewählt.

Was ist dem AfD-Chef zugestoßen?

Was genau dazu geführt hat, dass Chrupalla jetzt offenbar intensivmedizinisch versorgt werden muss, ist unklar.

Ein Sprecher der AfD sprach am Donnerstagmorgen davon, dass in der Klinik eine "Einstichstelle" bei Chrupalla gefunden worden sei. Die Staatsanwaltschaft schreibt dazu: "Am Oberarm konnte eine oberflächliche Rötung beziehungsweise Schwellung festgestellt werden." Weitere Untersuchungen waren aber unauffällig. Es wurden Blutproben entnommen, die Kleidung von Chrupalla, die er am Mittwoch trug, wird auf Auffälligkeiten untersucht. "Ergebnisse sind noch ausstehend", heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Zuvor hatte die AfD-Bundesgeschäftsstelle von einem "tätlichen Vorfall" gegen Chrupalla gesprochen, genauer wurde der Sprecher jedoch nicht. Ein Sprecher der bayerischen AfD-Landtagsfraktion sagte, kurz vor Chrupallas Rede sei es in einer Menschenmenge zu einem Vorfall gekommen. Laut einem Sprecher der Polizei Oberbayern hätten sich die Ereignisse hinter der Bühne abgespielt.

Die Staatsanwaltschaft verweist in ihrer Mitteilung darauf, dass die Angaben auf Zeugenberichten beruhen. Als Zeugen wurden angehört Chrupalla, seine Personenschützer, eine Ordnerin der Veranstaltung und weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Chrupallas Personenschützer sollen nichts von einem Angriff mitbekommen haben, schreibt der "Spiegel" und bezieht sich auf Ermittlerkreise.

Offenbar wurde am Ort der Wahlkampfveranstaltung eine Pinnwandnadel sichergestellt, schreibt der "Spiegel". Allerdings sei unklar, ob der Fund mit dem Vorfall zusammenhänge oder nicht.

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Wie geht es nun weiter?

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt ermittelt nun wegen des Verdachts der Körperverletzung. Wie sie auf Anfrage von t-online bestätigte, sei ein Verfahren gegen Unbekannt eingeleitet worden. Zuvor hatte ein Sprecher der Polizei Oberbayern Nord in Ingolstadt im Gespräch mit t-online bestätigt, dass die weiteren Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft übergeben würden.

Am Donnerstagmorgen hatte es noch geheißen, dass die Kriminalpolizeiinspektion in Ingolstadt die Ermittlungen übernommen habe, "um die näheren Umstände dieses medizinischen Vorfalls abzuklären", so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt. Demnach hatte es am Morgen noch keinen neuen Erkenntnisstand in dem Fall gegeben, auch habe es zu diesem Zeitpunkt keine Hinweise auf einen tätlichen Angriff aus dem Publikum auf den AfD-Chef gegeben. Besucher, die im Umfeld der Veranstaltung Fotos oder Videos gemacht haben, wurden von der Polizei gebeten, diese den Ermittlern zur Verfügung zu stellen.

Was bedeutet der Vorfall für den AfD-Wahlkampf in Bayern?

Angesichts des Krankenhausaufenthalts von AfD-Bundeschef Tino Chrupalla geht der bayerische Landeschef Stephan Protschka davon aus, dass Chrupalla für den Wahlkampf-Endspurt ausfällt. "Am Samstag hätte ich eigentlich einen gemeinsamen Auftritt mit ihm in Niederbayern gehabt", sagte Protschka am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Nach aktuellem Stand wird er bis zur Wahl wohl keine Auftritte mehr wahrnehmen können." Laut einem Sprecher der AfD-Landtagsfraktion steht auch die Teilnahme Chrupallas an der Wahlparty in München am Sonntagabend auf der Kippe. Am Sonntag ist Landtagswahl in Bayern.

Der 48-jährige Sachse Chrupalla steht seit knapp vier Jahren an der Spitze der AfD. Zunächst führte er die Partei gemeinsam mit Jörg Meuthen, der Anfang 2022 aus der AfD austrat. Seit Juni 2022 bilden Chrupalla und Alice Weidel das Führungsduo der Partei. Sie sind außerdem Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion. Weidel hatte bereits zuvor einen Auftritt im bayerisch-thüringischen Grenzort Mödlareuth am Dienstag abgesagt. Von den Behörden sei sie wegen eines "sicherheitsrelevanten Vorfalls" an einen "sicheren Ort" gebracht worden, so ein Sprecher der AfD. Mehr dazu lesen Sie hier.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Anfrage bei der Staatsanwaltschaft in Ingolstadt
  • Anfrage bei AfD-Fraktion in Bayern
  • Anfrage bei AfD-Bundespartei
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