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Hambacher Forst: Gruben Aktivisten Tunnel? Polizei hat keine Erkenntnisse

Hambacher Forst  

Gruben Aktivisten Tunnel? Polizei hat keine Erkenntnisse

09.09.2018, 09:03 Uhr | AFP, tyh

Hambacher Forst: Gruben Aktivisten Tunnel? Polizei hat keine Erkenntnisse. Ein vermummter Umweltaktivist mit einer Gumminase steht in einem Camp von Umweltaktivisten am Hambacher Forst. (Quelle: dpa/Christophe Gateau)

Ein vermummter Umweltaktivist mit einer Gumminase steht in einem Camp von Umweltaktivisten am Hambacher Forst. (Quelle: Christophe Gateau/dpa)

Aktivisten sollen im Hambacher Forst laut einem Medienbericht bis zu vier Meter tiefe Tunnel gegraben. Die Polizei Aachen weiß nichts davon.

Im Hambacher Forst, der zum Symbol für den Kampf von Umweltschützern gegen die Kohleverstromung geworden ist, halten Aktivisten ein "Wochenende des Widerstands" gegen die Abholzungspläne des Energiekonzerns RWE abgehalten. Die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" berichtete, dass in dem Waldgebiet ein ausgeklügeltes Tunnelsystem entdeckt worden sei - der zuständigen Aachener Polizei liegen dazu nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse vor.

Im Hambacher Forst will RWE ab Oktober 100 Hektar Wald roden, um einen Braunkohletagebau zu vergrößern - dies sei "kurzfristig zwingend erforderlich", um die Kohleförderung aus dem Tagebau Hambach sicherzustellen, argumentiert der Konzern.

Scharfe Kritik von Umweltschützern

Bei Umweltschützern stößt das auf scharfe Kritik. Seit Längerem halten Aktivisten einen Teil des Gebiets besetzt. Immer wieder kommt es dabei auch zu Zusammenstößen mit der Polizei. Am Donnerstag hatte ein Bündnis der Protestinitiativen den Start einer bundesweiten Mobilisierung ab Freitag angekündigt. Die Initiative "Aktion Unterholz" rief zu einem "Wochenende des Widerstands" auf.

Die "Rheinische Post" berichtete am Samstag unter Berufung auf Polizeidokumente, Aktivisten hätten Tunnel in dem Gebiet angelegt. Diese lägen zum Teil in vier Metern Tiefe und seien über gut ausgebaute Einstiegslöcher zu erreichen.



So sei etwa am 28. August ein 60 mal 60 Zentimeter großes Erdloch an einer Wiese entdeckt worden, das in einen Tunnel Richtung Wald mündete, berichtete die Zeitung. Am selben Tag seien ganze Tunnelsysteme und Zugänge mit Beton verfüllt worden, nachdem man sich vergewissert habe, dass sich keine Menschen mehr darin aufhielten.

"Schmuggelroute" für Waffen?

Die Tunnel dienten den Aktivisten "als Rückzugsort, als Schlafstätte, Versteck und vermutlich auch Schmuggelroute, um Waffen und Krawallmacher in den Forst zu bringen", zitierte die Zeitung einen leitenden Polizisten. Wie viele solcher Tunnelanlagen es gebe, wisse die Polizei nicht. Vermutet werde aber eine höhere Zahl, da die Besetzer sechs Jahre Zeit gehabt hätten, diese anzulegen.

"Die Tunnel erinnern an die unterirdischen Anlagen während des Vietnamkrieges", zitierte die "Rheinische Post" den Polizeivertreter. "Dadurch können wir wie aus dem Nichts angegriffen werden." Zudem seien im Forst auch Erdlöcher und Waffendepots gefunden worden, in denen Zwillen und Molotow-Cocktails gelagert würden.

Die Polizei Aachen wollte diese Angaben nicht kommentieren. Der dortigen Polizei lägen als einsatzführender Behörde bislang "keine Erkenntnisse über solche Tunnelsysteme" im Hambacher Forst vor. Die Angaben aus dem Bericht der "Rheinischen Post" stammten "nicht aus unserem Hause", erklärten die Aachener Polizei im Kurzbotschaftendienst Twitter.

In der Vergangenheit hatte die Polizei stets davon gesprochen, dass es im Forstgebiet Erdlöcher und Depots gebe, nicht aber Tunnelsysteme. Bei Protesten gegen Rodungen im Hambacher Forst hatte 2012 ein Umweltschützer in einem Schacht die Einsatzkräfte tagelang in Atem gehalten. Nach aufwändigen Rettungsarbeiten hatte er sich zunächst noch tiefer in einen selbstgegrabenen einsturzgefährdeten Erdbunker zurückgezogen, schließlich wurde er festgenommen.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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