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Flut-PR für Hochwasser: Laschet wollte Lagezentrum für TV-Bilder verlegen lassen

Flut-PR im Hochwassergebiet?  

Bericht: Laschet wollte Lagezentrum für TV-Bilder verlegen lassen

Von Jonas Mueller-Töwe und Daniel Krause

17.07.2021, 13:34 Uhr
Flutkatastrophe: So ist die Lage in den betroffenen Gebieten

Erftstadt, Wassenberg, Ahrweiler: Die Bilder aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bleiben dramatisch. Vielerorts wird weiter nach Flutopfern gesucht. (Quelle: t-online)

Aufräumarbeiten im Westen beginnen: So prekär ist die Lage in den besonders betroffenen Gebieten der Flutkatastrophe. (Quelle: t-online)


Ein Bericht der "Westfalenpost" wirft neues Licht auf die Reise des CDU-Kanzlerkandidaten ins überflutete Hagen. Demnach drängte seine Staatskanzlei darauf, den Krisenstab für bessere Bilder der Pressekonferenz zu verlegen. Die Stadt dementiert.

Als NRW-Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet am Donnerstag ins Hochwassergebiet reiste, soll seine Staatskanzlei bei der Stadtverwaltung Hagen auf einen Empfang im Rathaus gedrängt haben – da es aus ihrer Sicht eine angemessenere Kulisse für den Medienauftritt als eine Feuerwache abgegeben hätte. Das hätte eine Verlegung des örtlichen Lagezentrums notwendig gemacht. Das berichtet die örtliche "Westfalenpost". Ein Sprecher des Oberbürgermeisters dementierte den Bericht auf Anfrage von t-online.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet mit dem Hagener Oberbürgermeister Erik O. Schulz: Für eine bessere Medienwirkung sollte der Empfang  in der überfluteten Stadt einem Bericht zufolge ins Rathaus verlegt werden. (Quelle: dpa/Roberto Pfeil/dpa)NRW-Ministerpräsident Armin Laschet mit dem Hagener Oberbürgermeister Erik O. Schulz: Für eine bessere Medienwirkung sollte der Empfang in der überfluteten Stadt einem Bericht zufolge ins Rathaus verlegt werden. (Quelle: Roberto Pfeil/dpa/dpa)

Laschet hatte am Donnerstag zunächst das überflutete Altena besucht, ohne die dortige Stadtverwaltung über seine Reise dorthin zu informieren, wie t-online berichtete. Dort gab er der "Bild"-Zeitung ein Exklusiv-Live-Interview vor einer überschwemmten Straße, während in Hagen der dortige Krisenstab und ein großes Medienaufgebot auf ihn warteten. Mit anderthalb Stunden Verspätung dort angekommen, sagte er, die Lage sei zu ernst, um damit Bilder produzieren und Wahlkampf machen zu wollen.

"Diesen Aufwand, extra für TV-Bilder"

Der Bericht der "Westfalenpost" bringt ihn nun erneut in Erklärungsnot. Die Stadt Hagen nämlich habe gegenüber der Staatskanzlei schnell deutlich gemacht, "dass man diesen Aufwand, extra für TV-Bilder das Lagezentrum zu verlegen, nicht betreiben wolle". Zumal das Rathaus über Nacht "Bekanntschaft mit den Volme-Fluten" gemacht habe. Ohne Mehraufwand lief der Empfang hingegen trotzdem nicht ab.

"Dennoch musste in der Feuerwache Ost, wo seit Mittwochnacht die Einsätze aller Unwetter-Helfer koordiniert werden, eine Fahrzeughalle extra leergeräumt werden, damit der NRW-Chef und CDU-Kanzlerkandidat mit seinem Pressetross im Gefolge auch Corona-adäquat vom Oberbürgermeister (...) empfangen werden können", heißt es in dem Bericht, der mit "Über die Lenne ins Kanzleramt" überschrieben ist.

In der Halle hatte Laschet nach seinem Empfang im Krisenstab seine erste für alle Medien zugängliche Stellungnahme zur Hochwasserkatastrophe abgegeben und anschließend ein wenige Minuten dauerndes Gespräch mit Rettungskräften geführt. Seine Staatskanzlei hatte da bereits Bilder seines Besuchs im wenige Kilometer entfernten Altena über soziale Medien verbreitet.

Ein Sprecher des Hagener Oberbürgermeisters bezeichnete den Bericht der "Westfalenpost" auf Anfrage von t-online als "dummes Zeug". Es habe "nie zur Diskussion gestanden, den Krisenstab für Laschet ins Rathaus umzuziehen". Der Ministerpräsident habe sich ein Treffen mit dem Krisenstab gewünscht und sich deswegen danach erkundigt, wo er sei. Später twitterte die Stadt Hagen, es habe nie einen Wunsch der Staatskanzlei gegeben, "nach bestimmten Örtlichkeiten oder Örtlichkeiten zu verlegen".

Dem Bericht der "Westfalenpost" zufolge, kam der Besuch allerdings, was als Wertschätzung der Rettungskräfte öffentlich werden sollte, in Hagen nicht in diesem Maß an. Allgemeiner Tenor unter den Einsatzkräften sei gewesen: "Wenn Laschet wieder weg ist, können wir wieder arbeiten."

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Westfalenpost: "Über die Lenne ins Kanzleramt", 17.6.2021

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