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Sarrazin: Das halten die Deutschen von einem Rauswurf des SPD-Politikers


Exklusive Umfrage
Das halten die Deutschen von einem Rauswurf Sarrazins


Aktualisiert am 29.01.2020Lesedauer: 2 Min.
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Hat mit seinen Büchern polarisiert: Der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin.Vergrößern des Bildes
Hat mit seinen Büchern polarisiert: Der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin. (Quelle: Sean Gallup/getty-images-bilder)

Die SPD darf Thilo Sarrazin aus der Partei ausschließen, hat nun auch die zweite Instanz beschlossen. Gut so, finden die Anhänger der Partei laut einer Umfrage. Die Gesamtheit der Bundesbürger denkt anders.

Ein Ausschluss Thilo Sarrazins aus der SPD ist seit vergangener Woche wahrscheinlicher geworden. Da war ein Urteil der Berliner Landesschiedskommission bekannt geworden, wonach der frühere Berliner Finanzsenator und umstrittene Autor aus der Partei ausgeschlossen werden darf. Die SPD-Spitze reagierte erleichtert auf den Beschluss. Generalsekretär Lars Klingbeil sah die Position des Vorstands bestätigt, dass "für Thilo Sarrazin und seine verächtlichen Thesen kein Platz in der SPD" sei.

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Ganz ähnlich sehen das auch die Anhänger der SPD. Eine große Mehrheit von ihnen hält den Beschluss des Berliner Landesverbands für richtig, ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online.de. Konkret stellen sich knapp drei Viertel der SPD-Anhänger hinter die Entscheidung, etwa 20 Prozent halten sie für falsch. Rund sieben Prozent sind unentschieden.

Gegenüber einer früheren Erhebung hat die Zahl derer, die einen Rauswurf von Sarrazin befürworten, damit deutlich zugenommen. In einer Emnid-Umfrage im November 2010 sprach sich sogar eine knappe Mehrheit der SPD-Anhänger für den Verbleib des Politikers in der Partei aus. Damals hatte Sarrazin mit seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" empörte Reaktionen in der SPD ausgelöst. Die Partei versucht ihn seither wegen parteischädigenden Verhaltens aus den eigenen Reihen auszuschließen.

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Auf die gesamte Wählerschaft bezogen, findet ein Rauswurf Sarrazins allerdings keine Mehrheit. In der Civey-Umfrage halten lediglich etwa 40 Prozent die Entscheidung für richtig, knapp 48 Prozent unterstützen sie nicht. 13 Prozent sind in der Frage unentschieden. Im Osten sind sogar fast 53 Prozent unzufrieden mit dem Schiedsspruch, im Westen 46 Prozent.

Außer in der SPD findet ein Parteiausschluss von Thilo Sarrazin noch bei den Anhängern der Grünen (etwa 70 Prozent Zustimmung) sowie der Linken (rund 52 Prozent) eine Mehrheit. Anhänger der Union und der FDP lehnen ihn mit knapp 56 Prozent bzw. gut 78 Prozent deutlich ab. Bei den Anhängern der AfD hält nahezu jeder Befragte (rund 94 Prozent) die Entscheidung für falsch.

Zur Methodik:

In die Umfrage flossen die Antworten von 5.030 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen dem 23. und dem 27. Januar 2020 online gefragt wurden: "Ist es Ihrer Meinung nach richtig oder falsch, dass die Berliner SPD beschlossen hat, Thilo Sarrazin aus der Partei auszuschließen?" Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozentpunkte; für Teilgruppen kann er davon abweichen. Zusätzliche Informationen zur Methodik finden Sie auf Civey.com und im Civey-Whitepaper.

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