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Friedrich Merz schlägt Verbot von Gendersprache vor

"Mehrheit lehnt sie ab"  

Merz schlägt Verbot von Gendersprache vor

22.04.2021, 21:19 Uhr | t-online, AFP, pdi

Friedrich Merz schlägt Verbot von Gendersprache vor. Friedrich Merz: Der ehemalige Unionsfraktionsvorsitzende hat sich für ein Verbot von Gendersprache ausgesprochen.  (Quelle: dpa)

Friedrich Merz: Der ehemalige Unionsfraktionsvorsitzende hat sich für ein Verbot von Gendersprache ausgesprochen. (Quelle: dpa)

Friedrich Merz will erneut in den Bundestag einziehen. Mit einer provokanten Forderung sorgt der CDU-Politiker nun für Aufsehen: Er bringt ein Verbot von geschlechtergerechter Sprache ins Gespräch. 

Der CDU-Bundestagskandidat Friedrich Merz (CDU) hat ein Verbot von geschlechtergerechter Sprache nach französischem Vorbild ins Spiel gebracht. Den wachsenden Zwang zum Gebrauch von Gendersprache halte er für "rechtlich angreifbar", sagte Merz dem "Spiegel". "Es gibt nach meiner Wahrnehmung einen kulturellen Konsens in der Republik – die überwiegende Mehrheit der Menschen lehnt die Gendersprache ab."

Merz kritisierte Universitäten und TV-Moderatoren für ihre sprachlichen Regeln. "Wer gibt zum Beispiel Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern das Recht, Prüfungsarbeiten auch danach zu bewerten, ob die Gender-Sternchen verwendet werden oder nicht?", fragte der CDU-Politiker. "Wer gibt Nachrichtenmoderatorinnen und -moderatoren das Recht, in ihren Sendungen einfach mal so eben die Regeln zur Verwendung unserer Sprache zu verändern?"

Merz erinnerte daran, dass Frankreich allen staatlichen Institutionen untersagt habe, geschlechtergerechte Sprache zu verwenden. "Die Franzosen haben offenbar ein besseres Feingefühl für den kulturellen Wert ihrer sehr schönen Sprache", sagte Merz dem Nachrichtenmagazin. Gerade in gesellschaftlich verantwortungsvollen Positionen "kann das nicht jeder so machen, wie er das vielleicht gerne hätte." Die Bevölkerung habe das Recht, "dass gerade die mit Pflichtbeiträgen finanzierten Medien Rücksicht nehmen auf ihre Empfindungen und ihre Meinung". Und Studentinnen und Studenten an den Universitäten hätten das Recht, "dass ihre Prüfer auf sach- und wissenschaftsfremde Bewertungskriterien in den Prüfungsarbeiten verzichten".

Merz zweifelt an Baerbocks Kanzlerfähigkeiten

Merz hat außerdem die Kanzlerfähigkeit der Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock in Frage gestellt. "Ich habe erhebliche Zweifel daran, dass Baerbock Kanzlerin kann", sagte Merz im Podcast "Die Wochentester" des "Kölner Stadt-Anzeigers" und des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Die Grünen seien "ganz überwiegend eine Ein-Themen-Partei". Auch fehle Baerbock bis auf die Tatsache, dass sie Völkerrecht studiert habe, jede internationale Erfahrung. "Dass dies dem Zeitgeist entspricht, mag sein. Ich möchte dem Zeitgeist nicht folgen, ich möchte den Zeitgeist mitbestimmen", fügte Merz hinzu.

Der Bundesvorstand der Grünen hatte Baerbock am Montag als Kanzlerkandidatin nominiert. Sie muss noch auf einem Parteitag bestätigt werden. Die Grünen hatten sich angesichts der hohen Umfragewerte von mehr als 20 Prozent erstmals für eine Kanzlerkandidatur entschieden.

Im "Spiegel" sagte Merz, die Nominierung Baerbocks habe ihn nicht überrascht. Ihr Ko-Parteichef Robert Habeck wäre aus seiner Sicht zu riskant gewesen. "Der Mann hat einfach zu viele Wissenslücken." Baerbock sei eine "sehr ernsthafte Gegnerin", räumte Merz ein. Er betonte aber auch: "Die mangelnde Berufs- und Regierungserfahrung spricht einfach gegen sie. Außerdem sind die Grünen immer noch zu sehr auf das Thema Ökologie verengt und zu wenig trittfest in anderen Themen."

Merz, der in der Kanzlerkandidatenfrage der Union CDU-Chef Armin Laschet unterstützt hatte, warnte CDU/CSU davor, von einer populistischen Bewegung zu träumen. "Es ist ein Wert an sich, dass CDU und CSU zwei selbstständige Parteien in einer Union sind und keine diffuse Bewegung, die auf einen Anführer setzt, dem alle hinterherlaufen", sagt Merz dem "Spiegel". Man sehe in einigen Nachbarländern, wie riskant es sei, wenn aus Parteien Bewegungen würden. "Schauen Sie nach Österreich oder Frankreich. Das mag für eine gewisse Zeit funktionieren. Aber wenn es schiefgeht, wenn der Anführer scheitert oder abtritt und ein breiteres Angebot in der politischen Mitte plötzlich fehlt, dann wird es für das ganze Land brandgefährlich", mahnte Merz.

Verwendete Quellen:
  • Vorabmeldung des Spiegels
  • Nachrichtenagentur afp

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