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Diese Notrufe machten die Polizei im Jahr 2019 fassungslos

dpa, Oliver Beckhoff

Aktualisiert am 26.12.2019Lesedauer: 4 Min.
Polizisten im Einsatz (Symbolbild): Auch im Jahr 2019 mussten sich Polizei und Feuerwehr mit zahlreichen kuriosen FĂ€llen herumschlagen.
Polizisten im Einsatz (Symbolbild): Auch im Jahr 2019 mussten sich Polizei und Feuerwehr mit zahlreichen kuriosen FĂ€llen herumschlagen. (Quelle: imago-images-bilder)
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Sie sind zur Stelle, wenn es ernst wird: Polizei und Feuerwehr. Doch nicht bei jedem Notruf geht es um Leben oder Tod. Oft mĂŒssen sich die Retter mit kuriosen Dingen herumschlagen.

Sie sind VerbrecherjĂ€ger, OrdnungshĂŒter oder Notretter - zumindest in der Theorie. In der Praxis werden Polizei und Feuerwehr immer wieder auch zu EinsĂ€tzen gerufen, die weder ernst, noch notwendig, dafĂŒr manchmal ganz schön schrĂ€g sind. Ein Best-of des Jahres 2019:

1. Klang der Liebe

"Komische GerĂ€usche" waren es, viehisch, wild und unbekannt, die eine Frau in Unterfranken im September um den Schlaf brachten und bewegten, den Notruf zu wĂ€hlen. Die Quelle der furchteinflĂ¶ĂŸenden Töne fanden die Beamten schnell: einen liebestollen Ziegenbock, "völlig außer sich, um die Damen der Herde zufrieden zu stellen", wie ein Polizeisprecher es fasste. "Ein Blick aus dem Fenster des Wohnhauses vor dem Notruf hĂ€tte die Situation vielleicht auch geklĂ€rt."

Es war nicht die einzige Ziege, die 2019 einen Polizeieinsatz auslöste. Ein paar Wochen zuvor rief eine Geiß im baden-wĂŒrttembergischen Weinheim die Polizei samt Hundestaffel und Such-Hubschrauber auf den Plan. Erst eine WĂ€rmebildkamera brachte die Erkenntnis, dass es sich nicht um einen Menschen handelte, der hier um Hilfe krakeelte - und dass die Polizei im Zweifel auch fĂŒr Ziegen da ist. Die Beamten befreiten das Tier aus einem Zaun, in dem es sich in unwegsamem GelĂ€nde verfangen hatte.

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2. Haarfarbe misslungen

Nach dem Friseurbesuch die Polizei rufen - den Gedanken haben sicher schon viele gehegt. Eine Frau in LĂŒbeck hat dem Impuls im April nachgegeben. Schon drei Mal seien ihr die Haare umgefĂ€rbt worden, schilderte sie den Beamten aufgeregt. Ein "Riesenproblem" sei das. Die Polizei half trotzdem nicht. "Wir helfen immer gerne, aber fĂŒr eine ausfĂŒhrliche Frisurenberatung ist die Polizei nicht der richtige Ansprechpartner, schon gar nicht der Notruf", schrieb die Polizei auf Facebook.

3. Falschnachrichten

Fake-News sind ein Ärgernis, ohne Frage. Mit ebensolchen fĂŒhlte sich ein Mann aus dem niedersĂ€chsischen Oldenburg nach dem Betrachten einer auslĂ€ndischen Nachrichtensendung getĂ€uscht, der deshalb rund 40 Mal den Notruf wĂ€hlte, um den Nachrichtensprecher anzuzeigen. Nicht irritieren ließ sich der aufgebrachte News-Junkie von der Polizei-Auskunft, er könne ĂŒber den Notruf keine Anzeige erstatten. Nach dem 37. Anruf des 51-JĂ€hrigen fuhr eine Streife zur Wohnung des Mannes - und beschlagnahmte sein Handy. Welche Nachrichtensendung der Mann verfolgt hatte, blieb ungeklĂ€rt.

4. SchĂŒsse

In der internationalen Krisenberichterstattung spielt der Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt regelmĂ€ĂŸig keine Rolle. FĂŒr einen Autofahrer, dessen Heckscheibe an einer Ampel in Freyburg an der Unstrut plötzlich zu Bruch ging, lagen die Dinge im Juni dennoch auf der Hand: Hier könne es sich nur um SchĂŒsse handeln, berichtete der Verzweifelte der Polizei. Das vermeintliche Attentat klĂ€rten die Beamten schnell auf. Im Kofferraum fanden sie eine explodierte Flasche Schaumwein.

5. EntfĂŒhrung

Maskierte, die mit Blaulicht vorfahren, eine Bar stĂŒrmen und einen Mann entfĂŒhren - was entsetzte Zeugen im August im bayerischen Blankenbach der Polizei meldeten, mĂŒndete in einen Großeinsatz. Vor Ort klĂ€rte sich dann schnell auf, dass es sich bei der Aktion im Rahmen eines Junggesellenabschieds um eine Überraschung fĂŒr einen Freund handelte. Eine witzig gemeinte EntfĂŒhrung rief auch in Sachsen-Anhalt die Polizei auf den Plan, als mit Sturmhauben Maskierte in Gommern ihren Kumpel aus dem Bett jagten, um ihn fĂŒr seinen Junggesellenabschied zu "entfĂŒhren". Ähnlich lief es bei einem Junggesellenabschied im baden-wĂŒrttembergischen Leingarten. Statt Schwerverbrechern traf die herbeigerufene Polizei in beiden FĂ€llen feierwĂŒtige MĂ€nnergruppen an.

6. Sohn sieht rot

Es gehört zu den Freuden des Vaterseins, zu sehen, dass die Kinder irgendwann einen moralischen Kompass entwickeln. Ob der Vater eines FĂŒnfjĂ€hrigen das allerdings zu wĂŒrdigen wusste, als sein Sohn ihn im Sommer per Notruf bei der Polizei anschwĂ€rzte, ist nicht ĂŒberliefert. Sein Vergehen: Er war mit dem Sohnemann im Auto ĂŒber rote Ampeln gebraust. "ZunĂ€chst war kurz eine Kinderstimme zu hören, dann wurde wieder aufgelegt", schilderte die Polizei in WĂŒrzburg. Die Beamten verfolgten den Anruf zurĂŒck, diesmal ging der Vater dran - und reichte den Hörer an den Sohn weiter. "Der FĂŒnfjĂ€hrige berichtete in vorwurfsvollem Ton, dass sein Vater zwei Mal ĂŒber eine rote Ampel gefahren sei - und ihn die Polizei deshalb einsperren solle." Letztlich ließ sich der Knirps von der Polizei runterhandeln - der Vater blieb auf freiem Fuß.

7. ZĂ€pfchen

Die Feuerwehr ist grundsĂ€tzlich fĂŒr viele Szenarien gerĂŒstet. In diesem kuriosen Fall verzichtete die Feuerwehr Wiesbaden dennoch darauf, eine helfende Hand zu reichen: "Anrufer meldet der Leitstelle: ZĂ€pfchen geht nicht rein. Rettungswagen soll kommen! Von uns an Hausarzt verwiesen." Bekannt machte die Feuerwehr diesen Notruf auf Twitter.

8. Nachhilfe

Etwas weiter legte eine Telefonistin der Polizei in der US-Stadt Lafayette im Bundesstaat Indiana die Aufgaben der Polizei im Januar aus, als ein kleiner Junge wegen eines akuten Mathe-Notfalls die Notrufnummer 911 wÀhlte. "Wie viel sind drei Viertel plus ein Viertel?", fragte das Kind, wie auf einer Aufnahme zu hören war - und Antonia Bundy erklÀrte dem Jungen die Aufgabe. Nach Angaben der Polizei war an dem Tag Mitte Januar nicht viel los, so dass die Telefonistin Zeit gehabt habe.

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Von Hannes Molnår, Arno Wölk
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Justiz & KriminalitÀt




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