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Corona-Krise: Deutschland startet größte Rückholaktion in der Geschichte

Gestrandet wegen Corona  

Deutschland startet größte Rückholaktion der Geschichte

18.03.2020, 14:42 Uhr | dpa, AFP, ds

Corona-Krise: Deutschland startet größte Rückholaktion in der Geschichte. Ein Mann mit Gesichtsmaske wartet auf dem Frankfurter Flughafen: Die Bundesregierung will Zehntausende deutsche Touristen aus dem Ausland holen. (Quelle: dpa)

Ein Mann mit Gesichtsmaske wartet auf dem Frankfurter Flughafen: Die Bundesregierung will Zehntausende deutsche Touristen aus dem Ausland holen. (Quelle: dpa)

Deutschland gilt in der Corona-Krise mittlerweile als Hochrisikoland: Tausende Touristen sitzen verstreut auf der Welt fest. Nun will die Bundesregierung sie zurück in die Heimat holen – das gelingt nicht immer reibungslos.

Die größte Rückholaktion für Deutsche aus dem Ausland in der Geschichte der Bundesrepublik ist angelaufen. Auch Reiseunternehmen haben damit begonnen, Urlauber zurück in ihre Heimat zu bringen. Am Mittwochnachmittag soll in München die erste von der Bundesregierung gecharterte Maschine mit Urlaubern landen, die wegen der Corona-Krise in Tunesien gestrandet sind. Später folgen nach Angaben des Auswärtigen Amts zwei Maschinen aus Ägypten in München und drei aus Marokko in Frankfurt am Main. Am Donnerstagabend soll der erste Flieger mit Touristen in der philippinischen Hauptstadt Manila starten.

Der Reisekonzern Tui holt ab jetzt täglich – einschließlich angebotener Sonderkontingente und zusätzlicher Maschinen – etwa 10.000 Passagiere zurück nach Deutschland, wie ein Firmensprecher am Mittwoch mitteilte. Dazu gehören auch Rückflüge, die die konzerneigene Linie Tuifly bereits im Plan hatte.

Flüge ins Ausland hatte Tui schon in der Nacht zum Montag eingestellt – ebenso wie den Großteil des gesamten Programms aus Pauschalreisen, Kreuzfahrten und Hotelbetrieb. Die Rückholaktion habe "klare Priorität", erklärte das Unternehmen. Es gehe vor allem um Deutsche in Ägypten und Spanien. Zu Beginn am Dienstag habe Tui zehn Zusatzflüge aus beiden Ländern angeboten. Am Mittwoch und Donnerstag seien ebenfalls zehn Sonderflüge geplant.

Normaler Flugverkehr vielerorts eingestellt

Aus dem ägyptischen Badeort Hurghada gebe es im Tagesverlauf fünf Sondermaschinen nach Berlin-Tegel, Frankfurt, Stuttgart, Hannover und Köln. Aus Spanien kämen vier Extra-Verbindungen aus Palma de Mallorca sowie eine von der Kanareninsel Fuerteventura hinzu. Reguläre Rückflüge von anderen Kanareninseln würden weiter bedient.
 

 
Tuifly beteiligt sich ebenso wie Lufthansa oder Condor an vom Bund gecharterten Zusatzflügen. "Wir stellen dem Auswärtigen Amt Kontingente zur Verfügung", hieß es. Krisenstäbe, Auslandsvertretungen und Mitarbeiter vor Ort seien in Kontakt. In vielen Reiseländern ist wegen der Corona-Pandemie der normale Flugverkehr eingestellt.

Dabei funktioniert die Rückholaktion bislang nicht immer reibungslos, vor allem in kleineren Ländern: Ein deutscher Tourist, der in der Virus-Krise aus Malta ausreisen konnte, hat die Lage vor Ort als ziemlich chaotisch geschildert. "Wir standen auf der Liste der Botschaft für die Rückholaktion, wir gehörten aber nicht zur Risikogruppe und wären deshalb vermutlich als letzte rausgekommen", sagte Stefan Aupperle aus München der Deutschen Presse-Agentur. Da er und seine Frau nicht länger auf Malta warten wollten, hätten sie sich selbst die Rückreise über Österreich und dann nach München organisiert.


"Am 11.3. hing in unserem Hotel ein Schreiben, dass alle sofort in Quarantäne müssen oder die Botschaft kontaktieren sollen", erzählte der 35-Jährige. Das habe er per Mail gemacht. "Es hat zwei Tage gedauert für die Empfangsbestätigung. Andere haben noch länger gewartet. Die sind bei der Botschaft verständlicherweise im Dauerstress." Er habe gehört, es seien zwischen 2.000 und 5.000 Deutsche auf Malta – genau könne er das aber nicht sagen. Er wisse auch nicht, ob sie mittlerweile weg sind. Auch für Touristen in Marokko ist die Lage unübersichtlich. Mehrere Individualreisende haben t-online.de berichtet, dass sie sich vom Auswärtigen Amt und den Botschaften im Stich gelassen fühlen.

Heiko Maas (SPD): Der deutsche Außenminister hatte angekündigt, 30 bis 40 Maschinen zu chartern. (Quelle: dpa)Heiko Maas (SPD): Der deutsche Außenminister hatte angekündigt, 30 bis 40 Maschinen zu chartern. (Quelle: dpa)

Deutsche besonders stark von Einschränkungen betroffen

In den vergangenen Tagen hatten zahlreiche Länder wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus Grenzen dicht gemacht und Flugverbindungen gekappt. Da Deutschland inzwischen zu den Hauptrisikoländern gehört, sind Bundesbürger besonders stark von den Einschränkungen betroffen.

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte am Dienstag angekündigt, 30 bis 40 Maschinen bei Lufthansa, Condor und TUI zu chartern, um Deutsche aus den Ländern zurückzuholen, aus denen es keine Linienflüge mehr gibt. Die Bundesregierung will dafür bis zu 50 Millionen Euro ausgeben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa, AFP

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