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Deutsch? Nein danke! - Englische Sch├╝ler wenden sich ab

Von dpa
Aktualisiert am 29.12.2021Lesedauer: 4 Min.
"Servus": Prinz Charles und seine Frau, Herzogin Camilla, zu Gast beim bayerischen Ministerpr├Ąsidenten Markus S├Âder (l).
"Servus": Prinz Charles und seine Frau, Herzogin Camilla, zu Gast beim bayerischen Ministerpr├Ąsidenten Markus S├Âder (l). (Quelle: Matthias Schrader/AP/Pool/dpa./dpa)
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London (dpa) - "Servus" und "Bleibt's gesund": Der britische Thronfolger Prinz Charles (73) wendet sich regelm├Ą├čig auf Deutsch an sein Publikum, wenn er zu Besuch in der Bundesrepublik ist.

Queen Elizabeth II. (95) parliert immer wieder auf Franz├Âsisch. Doch schon bei der j├╝ngeren Royals-Generation sieht es mau aus mit den Fremdsprachenkenntnissen: Prinz William m├╝hte sich vor einigen Jahren sichtlich ab bei einer teilweise auf Franz├Âsisch gehaltenen Rede in Kanada. Und was beim K├Ânigshaus gilt, ist erst recht wahr, wenn es um die Untertanen geht: Die heranwachsende Generation lernt immer seltener Deutsch und andere Fremdsprachen.

Der j├Ąhrliche Language-Trends-Bericht des britischen Kulturinstituts British Council ist ern├╝chternd: W├Ąhlten im Jahr 2005 noch mehr als 100.000 Kinder in England Deutsch f├╝r ihre Mittlere-Reife-Pr├╝fung (GCSE), waren es im Jahr 2020 nur noch etwas mehr als 40.000. Bei den mit dem Abitur vergleichbaren A-Levels sank die Zahl der Deutsch-Pr├╝flinge zuletzt sogar auf traurige 2666.

Fremdsprache kein Pflichtfach

Seinen H├Âhepunkt erlebte das Interesse an Deutsch im Jahr 2001, als sich 571.000 Sch├╝ler f├╝r Deutsch als Pr├╝fungsfach bei der GCSE-Pr├╝fung anmeldeten. Doch sp├Ątestens seit die damalige Labour-Regierung 2004 die Pflicht zur Wahl mindestens einer Fremdsprache als Pr├╝fungsfach abschaffte, hat das Interesse englischer Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler an Deutsch stetig nachgelassen. "Das war zweifelsohne katastrophal und das ist auch der Hauptgrund, warum man immer gegen den Strom schwimmt, wenn man die Sprachen st├Ąrken will", sagt Katrin Kohl, die als Professorin f├╝r Deutsch an der Universit├Ąt Oxford lehrt, im Gespr├Ąch mit der Deutschen Presse-Agentur.

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An eine Umkehr dieses Trends ist nach Meinung Kohls kaum zu denken. F├╝r immer weniger Schulen lohnt es sich, das Fach anzubieten. Und ist einmal keine Lehrkraft mehr da, die Deutsch unterrichten kann, kehrt das Fach kaum wieder an eine Schule zur├╝ck.

Doch warum wollen immer weniger Kinder in England Deutsch lernen? Hat das vermeintlich humorlose Land der ehemaligen Kriegsgegner noch weiter an Attraktivit├Ąt eingeb├╝├čt als ohnehin schon? Vicky Gough vom British Council glaubt das nicht. Klar sei aber, dass Spanien bei vielen Kindern in Gro├čbritannien mit Badeurlaub am Strand verbunden sei und daher eine gr├Â├čere Anziehungskraft aus├╝be. Von Deutschland w├╝ssten viele englischen Sch├╝ler hingegen so gut wie nichts.

Schlechtere Noten

Aber das gr├Â├čte Problem ist - geradezu banal - ein statistisches: Wer Deutsch als Pr├╝fungsfach w├Ąhlt, schneidet im Schnitt etwas schlechter ab als Mitsch├╝ler, die sich beispielsweise f├╝r Geschichte entscheiden. Das ist nicht nur f├╝r die Sch├╝ler ein Problem, sondern auch f├╝r Schulen, deren Qualit├Ąt und guter Ruf am Abschneiden ihrer Z├Âglinge bei zentralen Pr├╝fungen gemessen wird. Zwar versucht die Regierung, hier gegenzusteuern, und tats├Ąchlich wurden f├╝r das GSCE auch schon Ver├Ąnderungen an der Benotung vorgenommen. Doch f├╝r das dem Abitur vergleichbare A-Level hat sich noch immer nichts ge├Ąndert.

Hinzu kommt der Ruf des Deutschen, eine besonders schwierige Sprache zu sein. Deutsch zu lernen gilt geradezu als elit├Ąr. "Viele Menschen nehmen Deutsch als schwerer wahr als andere Sprachen und denken deshalb, dass es nur den sprachbegabtesten Sch├╝lern vorbehalten ist", sagt Gough.

Auch eine Frage des Geldes

Gleichzeitig mit dem Nutzen f├╝r die schulische Laufbahn sind f├╝r englische Sch├╝ler auch die Gelegenheiten zum Austausch zur├╝ckgegangen. Die Unterbringung bei Gastfamilien gilt in Gro├čbritannien inzwischen als risikobehaftet. Wer einen Sch├╝ler oder eine Sch├╝lerin bei sich aufnimmt, muss ein polizeiliches F├╝hrungszeugnis vorlegen. Da es aber in Deutschland und anderen L├Ąndern keine vergleichbaren Regelungen gibt und die ├ťbernachtung in Jugendherbergen und Hotels erheblich teurer ist, verzichten seit einigen Jahren viele Schulen auf die Auslandsaufenthalte. Die Pandemie brachte den Austauschbetrieb dann ohnehin zum Erliegen.

Nicht zuletzt ist es auch eine Frage des Geldes. Viele Schulen bieten nur noch eine Fremdsprache an, und da f├Ąllt die Wahl oft auf Franz├Âsisch. Besonders stark zur├╝ckgegangen ist das Deutsch-Angebot an staatlichen Schulen und in wirtschaftlich schw├Ącheren Gegenden. W├Ąhrend es an 70 Prozent der englischen Privatschulen f├╝r 11- bis 14-J├Ąhrige noch ein Deutsch-Angebot gibt, ist das nur noch bei einem Drittel der staatlichen Schulen der Fall. Und w├Ąhrend sich die Schulen mit Deutsch-Angebot im reichen S├╝den des Landes konzentrieren, bildet der wirtschaftlich abgeh├Ąngte Nordosten Englands das Schlusslicht.

Kann der Trend gestoppt werden?

Dabei sind Sprachkenntnisse nach wie vor selbst in England ein Plus am Arbeitsmarkt. Deutsch h├Ąlt sich dabei auf Platz zwei nach Franz├Âsisch, wie die Job-B├Ârse Indeed k├╝rzlich ermittelte. Demnach wird in jedem vierten Job-Gesuch in Gro├čbritannien, das Sprachkenntnisse voraussetzt, Deutsch nachgefragt.

Auch die Leiterin des Goethe-Instituts in London, Katharina von Ruckteschell-Katte, sieht einen R├╝ckgang an Deutschlernenden. Dabei erkennt sie einen deutlichen Zusammenhang mit dem Brexit - wenn auch anders, als man zun├Ąchst vermuten k├Ânnte. "Wir haben ja nicht nur Briten, sondern auch Europ├Ąer, und viele sind einfach weggegangen aus dem Land." Die britische Klientel habe sich hingegen gehalten. Das Interesse der Briten an deutscher Kultur - wenn auch nicht unbedingt Sprache - sei seit dem EU-Austritt sogar noch einmal gr├Â├čer geworden. Es herrsche Angst, den Kontakt und die Beziehungen zu verlieren. An eine Umkehr des Trends beim Deutschlernen glaubt Ruckteschell-Katte nicht, doch sie hofft, dass wenigstens der starke Abw├Ąrtstrend gestoppt werden kann.

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