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Großrazzia in Hessen und NRW – offenbar Drogenkoch festgenommen

Krypto-Chats entschlüsselt  

Großrazzia in Hessen und NRW – offenbar Drogenkoch festgenommen

07.06.2021, 16:53 Uhr | dpa, lw

Großrazzia in Hessen und NRW – offenbar Drogenkoch festgenommen. Nordrhein-Westfalen, Essen: Mehrere Objekte in mehreren Bundesländern sind durchsucht worden.  (Quelle: dpa/Markus Gayk/TNN)

Nordrhein-Westfalen, Essen: Verschiedene Objekte in mehreren Bundesländern sind durchsucht worden. (Quelle: Markus Gayk/TNN/dpa)

Es war eine großangelegte Aktion: In 16 Ländern hat die Polizei mutmaßliche Standorte der Drogenmafia gestürmt. Ermittler hatten zuvor verschlüsselte Nachrichten aus aller Welt ausgewertet.

Es ist ein internationaler Schlag gegen die Drogenszene: Alleine in Deutschland durchsuchten Einsatzkräfte ab Montagmorgen in einer großangelegten Razzia über hundert Wohnungen, Lagerhallen und Geschäftsräumen. Die internationale Operation war nach Europol-Angaben einzigartig. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) in Wiesbaden gab es dabei Festnahmen, die Zahl wurde zunächst nicht bekannt. Es sei auch um Waffenbesitz gegangen.

In Deutschland lag der Schwerpunkt der Ermittlungen mit teils schwer bewaffneten Einsatzkräften demnach in Hessen. Die Aktionen in der Bundesrepublik waren Teil eines weltweiten Schlags gegen die Drogenkriminalität, wie Sprecher des hessischen LKA und der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft (ZIT) Frankfurt sagten. Das Landeskriminalamt führte die Ermittlungen in Deutschland federführend. 

Einsatz gegen Drogenmafia in 16 Länder

Durchsuchungen habe es sowohl in Europa unter der Koordination von Europol als auch außerhalb von Europa gegeben, erklärten die Sprecher. Nach Europol-Angaben waren 16 Länder beteiligt. Die Operation sei die bisher anspruchsvollste Aktion gewesen, die Aktivitäten von weltweit tätigen Verbrechern zu unterbinden.

Ausgangspunkt für die großangelegte Aktion sei das Auswerten von verschlüsselter, internetbasierter Kommunikation gewesen, die für die illegalen Drogengeschäfte genutzt wurde, erklärten die Sprecher des Landeskriminalamtes und der ZIT. Da dieses sogenannte Krypto-Netzwerk international genutzt worden sei, erstreckten sich die Ermittlungen weltweit.

Handel mit Drogen, Waffen und Menschen

Details über die Zahl der festgenommen Personen, die eingesetzten Polizisten und die Ermittlungen auch über Deutschland hinaus wollen die Ermittler am Dienstag bekanntgeben. Als Grund nannten die Sprecher, dass die weltweit laufenden Aktionen nicht durch zu frühe öffentliche Informationen gefährdet werden sollten. An der Pressekonferenz nehmen Vertreter von Europol, des amerikanischen FBI sowie der Polizei aus den Niederlanden, Schweden und Australien teil

"Bild" berichtete, bei der Razzia gehe es um den Handel mit Drogen, Waffen, Menschen und Kriegswaffen. Am Morgen stürmten demnach Einsatzkräfte ein Wohnhaus in Frankfurt-Bockenheim, ein Mann stehe unter Verdacht, dort Drogen hergestellt zu haben. Dies habe er über den verschlüsselten, vermeintlich sicheren Chat kommuniziert. Er sei vorläufig festgenommen worden.

Razzien auch in Nordrhein-Westfalen

Auch in Wächtersbach wurde dem Bericht zufolge eine Wohnung gestürmt. Zwei junge Männer aus dem Main-Kinzig-Kreis sollen laut Chatnachrichten Drogenhandel im großen Stil betrieben haben. In Bad Homburg soll bei einem Einsatz ein Hund erschossen worden sein, berichtete "Hit Radio FFH". Auch in Kassel hat die Polizei laut der "Hessenschau" Privat- und Gewerbegebäude durchsucht. 

In Essen-Holsterhausen ist der "Bild" zufolge das Sondereinsatzkommando in einem Bürogebäude im Einsatz gewesen. Die Beamten hätten Gasmasken getragen, da es um synthetische Drogen gehe. Zeitgleich sei eine Wohnung in Herne durchsucht und ein Mann dabei festgenommen worden.

Vor einiger Zeit wurde bekannt, dass es Polizeibehörden aus mehreren europäischen Ländern nach jahrelangen Anstrengungen gelungen war, an Inhalte aus dem verschlüsselten Dienst Encrochat heranzukommen. Dadurch konnten französische Ermittler Informationen von Smartphones Verdächtiger abgreifen und teilten sie mit ihren niederländischen Kollegen. 

Verwendete Quellen:

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