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Skandal nach Naturkatastrophe in Australien: Tierretter horten Millionenspenden


Der Brandherd

Von Anna-Lena Janzen, Gold Coast

15.08.2022Lesedauer: 9 Min.
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Ein Koala wird aus einem verbrannten Wald gerettet: Die ikonischen Tiere leiden vor allem unter dem Verlust ihrer Lebensräume in Australien.
Ein Koala wird aus einem verbrannten Wald gerettet: Die Tiere leiden vor allem unter dem Verlust ihrer Lebensräume in Australien. (Quelle: David Mariuz/imago)
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Eine NGO sammelt wegen der Buschfeuer in Australien mehr als 100 Millionen Dollar ein. Viele davon aus Deutschland. Zwei Jahre später ist unklar, was mit dem Geld passiert ist.

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, der ehemalige US-Präsident Barack Obama oder Star-Moderatorin Ellen DeGeneres: Sie alle rührten wegen des verheerenden "Black Summers" in den Jahren 2019 und 2020 die Werbetrommel, um große Geldsummen für eine damals eher unbekannte Tierschutzorganisation in Australien zu sammeln. Als in dem Land wochenlang die Buschfeuer tobten, flossen Millionenbeträge aus der ganzen Welt auf das Konto des "NSW Wildlife Rescue and Education Service" (WIRES). Doch während das Buschinferno längst gelöscht ist, muss WIRES nun neue Brandherde bekämpfen. Die Organisation steht unter anderem wegen ihres Umgangs mit den eingesammelten Spendengeldern in der Kritik.

Vor der Buschfeuerkatastrophe war WIRES eine von vielen Wildtierrettungsorganisationen in Australien. Sie verwaltete Einnahmen von etwa 3 Millionen australischen Dollar pro Jahr. Die erschreckenden Bilder von verkohlten Kängurus und Koalas, die um die Welt gingen, lösten eine Welle der Anteilnahme aus. In den Finanzjahren 2020 und 2021 sammelte WIRES eine Rekordsumme von mehr als 100 Millionen Dollar an Spenden ein. Binnen kurzer Zeit wurde das Spendenbudget mehr als verdreißigfacht.

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Auch viele Menschen in Deutschland spendeten

Auch aus Deutschland floss eine beachtliche Spendensumme an die Organisation. Die deutsche Spendenauskunftsstelle DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen) empfahl Bürgern der Bundesrepublik während der Krise, an WIRES zu spenden. In einer Spenden-Info "Waldbrände in Australien" wurden unter anderem WIRES sowie der World Wild Fund for Nature Australia (WWF Australia) aufgeführt.

Ein Känguru mit Verband um die Hinterbeine: Während der katastrophalen Buschbrände wollten Menschen weltweit der australischen Tierwelt helfen.
Ein Känguru mit Verband um die Hinterbeine: Während der katastrophalen Buschbrände wollten Menschen weltweit der australischen Tierwelt helfen. (Quelle: Steven Saphore/imago images)

Doch was ist aus den Geldern geworden? Diese Frage sorgt derzeit für Aufregung. Denn die Organisation sitzt offenbar weiterhin auf einem Großteil der Spenden. Aus den von der Organisation eingereichten Finanzunterlagen geht hervor, dass WIRES in den Haushaltsjahren 2020 und 2021 insgesamt 102,4 Millionen australische Dollar an Spenden eingesammelt hat. Davon flossen 90,4 Millionen in einen Notfallfonds, der Ende 2019 von WIRES eingerichtet und Mitte 2020 wieder geschlossen wurde. Am Ende des Wirtschaftsjahres 2021 lagen in dem Notfallfonds noch rund 77,3 Millionen. Insgesamt verfügte WIRES noch über ein Guthaben von rund 87,2 Millionen Dollar an Spenden.

Ärger über die Verteilung der Gelder

Die Zahlen verärgern manche im Land, die finanzielle Unterstützung brauchen. Der australische Tierarzt Stephen Van Mil, der das Byron Bay Wildlife Hospital leitet, sagt: "Wir sind das einzige spezialisierte Krankenhaus für Wildtiere in New South Wales (NSW) und WIRES ist eine Organisation mit Sitz in NSW." WIRES schicke Wildtierhüter mit Tieren in Not für kostenfreie Behandlungen zur Klinik, habe aber bislang keine finanzielle Unterstützung geleistet.

"Mehr als 24 Monate später und das Geld wurde nicht dafür ausgegeben, wofür es hätte ausgegeben werden sollen – die Rettung von Wildtieren", sagt Van Mil zu den Buschfeuerspenden. "Wir sind das einzige Krankenhaus in New South Wales (NSW), das ausschließlich und alle australischen Wildtiere behandelt, und WIRES ist eine Organisation mit Sitz in NSW", sagte er. Van Mil sagt auch, er glaube, dass die Zinsen, die WIRES auf die Spenden angehäuft hat, inzwischen ausreichen würden, um ein weiteres Wildtierkrankenhaus zu bauen.

Das Krankenhaus, das 2021 durch Spenden finanziert wurde, benötigt 1,3 Millionen Dollar pro Jahr, allein um seine Tore offenzuhalten. Es ist die erste fahrende Wildtierklinik in Australien (t-online berichtete bereits über das Projekt).

Wilde Patienten: Tierarzt Steven Van Mil mit einem australischen Igelbär, auch Echidna genannt.
Wilde Patienten: Tierarzt Stephen Van Mil mit einem australischen Igelbären, auch Echidna genannt. (Quelle: Byron Bay Wildlife Hospital)
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Leiter der deutschen Spendenauskunft zeigt sich überrascht

Über die jüngsten Zahlen von WIRES zeigt sich auch Burkhard Wilke überrascht. Er ist Geschäftsführer des DZI, des Deutschen Instituts für Soziale Fragen, das Gütesiegel für seriöse Spendenorganisationen vergibt. Die Summe, über die WIRES offenbar noch verfüge, sei ungewöhnlich hoch. "Es ist zu erwarten, dass sich die Organisation in einem solchen Fall mit weiteren Spendenaufrufen zurückhält, Pläne dazu macht, wie das Geld sinnvoll und zeitnah ausgegeben werden kann, und sich dafür öffnet, mit Partnerorganisationen zusammenzuarbeiten", so Wilke.

Die Lage in Australien sei zur Zeit der Feuerkatastrophe äußerst unübersichtlich und ein Novum für das DZI gewesen. Das Institut habe weder direkte Kontakte zu Hilfsorganisationen vor Ort gehabt, noch habe es eine vergleichbare Spendenauskunftsstelle in Australien gegeben. Dennoch habe sich das DZI wegen der hohen Spendenbereitschaft in Deutschland entschieden, eine Empfehlung ohne Spendensiegel herauszugeben. WIRES habe einen professionellen Internetauftritt, sei von der australischen Regierung empfohlen und als eine der größten Wildtierrettungsorganisationen im Land bezeichnet worden, so DZI-Chef Wilke. "Eine solche Organisation kann durchaus mehrere Jahre für sich in Anspruch nehmen, um das Geld zu verwenden", räumt Wilke ein. "Sie muss in der Zeit aber auch für Partnerschaften offen sein. Spenden sollten möglichst zeitnah, gleichzeitig aber auch wirksam und effizient verwendet werden."

WIRES weist Kritik von sich

WIRES hat auf die Vorwürfe inzwischen reagiert. Geschäftsführerin Leanne Taylor wies die Kritik, die Spenden würden zu langsam verteilt, in einem Schreiben an t-online zurück. "Der WIRES-Notfallfonds wurde eingerichtet, um auf die sich verschlimmernden Katastrophen wie die lang anhaltende Dürre, Brände und andere extreme Wetterereignisse, die die Tierwelt erlebt hat, zu reagieren", lautet es. WIRES sei zunächst nur eine Organisation zur Rettung von Wildtieren in NSW gewesen. "Als Verwalter dieser beispiellosen Spenden haben wir uns jedoch im Januar 2020 dazu verpflichtet, den Wildtiersektor auch auf nationaler Ebene zu unterstützen, und das tun wir auch weiterhin", schreibt Taylor. "Wir haben auch kommuniziert, dass die Spenden sowohl für kurzfristige Notfallmaßnahmen als auch für langfristige Wiederaufbaupläne verwendet werden würden, und wir sind in unserem Handeln und in unserer Absicht nicht ins Wanken geraten."

Und weiter heißt es vonseiten der Organisation: Das Byron Bay Wildlife Hospital habe sich um einen Zuschuss im Jahr 2020 beworben, der über eine Organisation namens Landcare vergeben wurde. Der Antrag sei nicht erfolgreich gewesen. Ein unabhängiges Gremium der Partnerorganisation habe die Bewerbungen für Finanzierung geprüft, nicht das Management von WIRES. Ein weiterer Finanzierungsantrag der Klinik im März für die Behandlung der von der Flutkatastrophe betroffenen Tiere sei von WIRES als "unnötig" erachtet worden. Tierärzte in den betroffenen Gebieten seien über verfügbare Notfallfinanzierungen der Regierung informiert worden. Taylor bestätigte auch, dass WIRES sich an die Richtlinien des DZI halte.

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Philanthropin Mills verließ ihren Vorstandsposten bei WIRES

Innerhalb von WIRES brodelt es. Die renommierte australische Philanthropin Julie Mills verließ kürzlich ihren Vorstandsposten bei der Organisation, weil es ihr an der Umsetzung von "kühnen" Ideen mangele.

Mills hat sich entschieden, ihrer Enttäuschung öffentlich Luft zu machen. "Da gibt es ein Krankenhaus im Überschwemmungsgebiet, das sich auf Wildtiere spezialisiert hat und auf irgendeiner Ebene verweigert WIRES zu sagen: 'Fantastisch, wir unterstützen das'", so Mills zu t-online. Ohne solche Kliniken müssten sich die Wildhüter mit den teils schwer verletzten Tieren bei Kleintierärzten im Wartezimmer hinten anstellen. Denn mit Wildtieren ließe sich, anders als mit der Behandlung von Haustieren, kein Geld verdienen.

Eins der Hauptprobleme für die australische Tierwelt ist der Verlust des natürlichen Lebensraums. Mills meint, dass Partnerschaften und Finanzierungen rund um den Erwerb von geschütztem Land, um die Freilassung von rehabilitierten Tieren zu ermöglichen, eine der wichtigsten Prioritäten hätte sein sollen. Auch eine Umfrage unter WIRES-Mitgliedern habe dies bestätigt, sagt sie.

Julie Mills füttert ein Kängurubaby: Die australische Philantrophin verließ ihren Vorstandsposten bei WIRES.
Julie Mills füttert ein Kängurubaby: Die australische Philantrophin verließ ihren Vorstandsposten bei WIRES. (Quelle: Steven Saphore)

Mit Blick auf die bisher von WIRES finanzierten Projekte sagt Mills, dass es bislang keine größeren Zuschüsse oder Initiativen gegeben habe, die für eine Organisation mit einem Vermögen von über 100 Millionen Dollar angemessen wären. "Die bisherigen Mittelzuweisungen dienten in erster Linie der Unterstützung bestehender Prozesse und Bildungsangebote", so Mills. "Warum hat sich der Vorstand nicht für ehrgeizigere Partnerschaften und Initiativen eingesetzt und das Managementteam nicht danach gesucht?" Mills fragt sich auch, ob einige Vorschläge für Finanzierungen es nicht an Leanne Taylor vorbei in den Vorstand geschafft hätten.

Krankenschwester schreibt offenen Brief an Organisation

Auch von anderer Stelle kommt Kritik. Sarah Hart, eine Krankenschwester aus Melbourne, ist schon seit Längerem verärgert über WIRES. Sie trat der Organisation während der Buschfeuerkrise bei, um bei der Verpflegung von verbrannten Kängurus zu helfen. Hart erzählt, sie habe da schon erfahren, dass nur etwa 7 Millionen Dollar Spenden von den bis dahin eingenommenen 60 Millionen zur Unterstützung der Wildtierpfleger in den Krisengebieten eingesetzt worden seien.

Daraufhin habe sie sich mit Leanne Taylor getroffen. Sie habe die Geschäftsführerin darauf aufmerksam gemacht, dass die Freiwilligen in den Krisengebieten mehr Unterstützung durch die Organisation benötigten, so Hart. In einem offenen Brief, den sie später auf Facebook veröffentlichte, resümierte sie: "Die Welt hat einen großen Fehler gemacht, als sie Ihrer Organisation 60 Millionen Dollar anvertraut hat." In dem Brief appellierte sie an WIRES: "Es ist zwingend notwendig, dass Sie die finanziellen Mittel sofort freigeben, damit die Wildtierpfleger das tun können, wofür sie sich einsetzen."

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Mehr als zwei Jahre später spricht Hart mit t-online über ihren Frust: "Viele Leute haben damals das Geld gespendet, da sie dachten, es würde an die Wildtierpfleger gehen und ihnen bei ihrer Arbeit helfen." Hart sprach sich für eine grundlegende Reform der Branche aus. "Menschen und Tiere leiden, weil Pfleger nicht die nötige Unterstützung und Versorgung erhalten", so Hart. "Das ist der springende Punkt, dass die Mittel nicht dort ankommen, wo sie vorgesehen sind."

Zu den Aussagen von Mills und Hart hat sich WIRES-Geschäftsführerin Leanne Taylor auf Anfrage von t-online nicht geäußert. In einer Auflistung von Initiativen, die WIRES in den vergangenen Jahren finanziert hat, ist zu lesen, dass die Wildtierhüter mit einem "fünfjährigen nationalen Finanzierungsprogramm" sowie diversen Bildungsprogrammen unterstützt werden. "Für Beobachter ist es immer einfach, am Rande zu stehen und zu kommentieren, wie die Spendengelder einer Organisation verteilt werden sollten", heißt es von Taylor in dem ersten Schreiben an t-online. In Wirklichkeit sei die Aufgabe der Spendenverteilung komplex und der strategische Prozess erfordere Zeit.

Auch der WWF will sich nicht zu dem Vorgehen von WIRES äußern. Ähnlich wie WIRES rief sein Ableger in Australien im Januar 2020 als Reaktion auf die Buschbrände einen "Australian Wildlife and Nature Recovery"-Fonds ins Leben. Die Organisation sammelte 50,9 Millionen australische Dollar, davon rund 3,3 Millionen aus Deutschland, ein. Von der Pressestelle in Australien heißt es, die Gelder sollen über mehrere Jahre eingesetzt werden. "Bis heute haben wir 42,6 Millionen Dollar zur Unterstützung von 177 Projekten und mehr als 221 Partnerschaften im ganzen Land mobilisiert." Auch das Byron Bay Wildlife Hospital erhielt vom WWF eine Finanzspritze.

Regierung in NSW weist Verantwortung von sich

Im Bundesstaat NSW, in dem WIRES seinen Hauptsitz hat, vergeben die Behörden Lizenzen an Gruppen oder Organisationen, die Wildtierhüter ausbilden und ihnen Befugnisse verleihen. Auf der Internetseite des zuständigen Amtes, des NSW Department of Planning and Environment, heißt es: "Das Ministerium für Planung und Umwelt regelt die Rehabilitierung von Wildtieren, um sicherzustellen, dass die Dienste verfügbar und zuverlässig sind und in Übereinstimmung mit den besten Praktiken angewendet werden." WIRES hat mehr als 3.000 Freiwillige in NSW, die als Mitglieder der Organisation in 28 Zweigstellen arbeiten.

Auf Nachfrage von t-online zu den Vorwürfen gegen WIRES erklärt ein Sprecher der Behörde, das Ministerium sei nicht befugt, "in Fragen der internen Verwaltung, der internen Managemententscheidungen und des Finanzmanagements oder in Streitigkeiten innerhalb des Rehabilitationssektors für Wildtiere zu ermitteln oder einzugreifen".

Ein Koala wird ärztlich versorgt: Die Koalas in Australien sind vom Aussterben bedroht. Es fehlt den Tieren auch an Lebensräumen.
Ein Koala wird verarztet: Während der verheerenden Buschfeuer in Australien in den Jahren 2019 und 2020 wurden schätzungsweise drei Milliarden Tiere getötet oder vertrieben. (Quelle: David Mariuz/imago images)
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Zur Frage einer möglichen Konfliktlösung antwortete das Büro des NSW-Umweltministers: "Der NSW National Parks and Wildlife Service hat ein Konfliktmanagement-Toolkit für den Wildtierrehabilitationssektor zur Verfügung gestellt, um den Gruppen einen Leitfaden für den Umgang mit internen Streitigkeiten und Möglichkeiten zu deren Beilegung an die Hand zu geben." Darüber hinaus könne sich die Branche unter anderem an die "Australian Charities and Not-for-profits Commission" (ACNC) wenden.

Eine Anfrage von t-online an den Premierminister von New South Wales blieb unbeantwortet.

Kommission hat WIRES schon 2020 unter die Lupe genommen

Schon 2020 hatte es wegen der Verwaltung der großen Spendensummen nach den Buschfeuern Beschwerden gegeben. Die Australian Charities and Not-for-profits Commission (Australische Kommission für Wohltätigkeitsorganisationen und gemeinnützige Organisationen), auf die auch die Behörde in NSW verweist, nahm drei gemeinnützige Organisationen ins Visier, darunter auch WIRES. Eine Mehrheit der Spender erwarte, dass ihr Geld binnen weniger Monate für Maßnahmen im Zusammenhang mit den Feuern ausgegeben werde. Das habe eine Umfrage ergeben, erklärte die Kommission.

In Bezug auf WIRES kamen die Beauftragten zu folgendem Schluss "WIRES verfolgt einen strategischen und vernünftigen Ansatz bei der Auszahlung der Mittel." Die Organisation habe notwendige Schritte unternommen, um ihr rasches Wachstum angemessen zu steuern, neue Partnerschaften aufzubauen und ihre Finanzverwaltungssysteme zu verbessern, heißt es in dem Bericht. "Der ACNC würde es zwar bevorzugen, wenn zusätzliche Kontrollmechanismen vorhanden wären, aber die Umstände erklären, warum die Kontrollen nicht vorhanden waren, als die Spenden eingingen, und wir sind ermutigt, dass WIRES aktiv Lücken erkannt hat und seine Praktiken verbessert."

Die Zahl der bedrohten Tier- und Pflanzenarten ist in Australien in den vergangenen fünf Jahren um acht Prozent gestiegen. Zu diesem dramatischen Ergebnis kam ein aktueller Bericht der australischen Regierung zum Zustand der Umwelt im Land. Und: Zwischen 2000 und 2017 wurden rund 7,7 Millionen Hektar Land gerodet. Aber auch die Buschfeuer haben der Tierwelt schwer zugesetzt. Schätzungsweise drei Milliarden australische Tiere wurden während des "Black Summers" getötet oder vertrieben.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen und Interviews
  • DZI-Spendeninfo "Waldbrände in Australien"
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