Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f√ľr einen TextSchwere St√∂rung bei KartenzahlungenSymbolbild f√ľr einen TextDeutsche Firma mit Affenpocken-ImpfstoffSymbolbild f√ľr einen TextBochum-Boss h√∂rt aufSymbolbild f√ľr einen Text√Ąrzte warnen Touristen in GriechenlandSymbolbild f√ľr ein VideoUkraine: Riesiger Krater nach Angriff auf Eisenbahn Symbolbild f√ľr einen TextThorsten Legat: Hodenverletzung in TV-ShowSymbolbild f√ľr einen TextPolizei jagt brutale MesserstecherSymbolbild f√ľr einen TextVermisste in Essen tot aufgefundenSymbolbild f√ľr einen TextJenny Elvers: "Ich war brettervoll"Symbolbild f√ľr einen TextDschungelcamp-Star hat geheiratetSymbolbild f√ľr einen Watson Teaser"Menschlich h√§sslich": Harte Kritik gegen Heidi Klum

"Was kommen wird, ist nicht schön"

dpa, Julia Giertz

Aktualisiert am 13.12.2021Lesedauer: 4 Min.
Intensivstation: Die Corona-Pandemie macht vielen Menschen Angst.
Intensivstation: Die Corona-Pandemie macht vielen Menschen Angst. (Quelle: Rolf Kremming/imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Es f√ľhlt sich an, als w√§re die Welt in Unordnung. Konflikte, Seuchen, Hunger scheinen an der Tagesordnung zu sein. Und Forscher prophezeien nachfolgenden Generationen in der Tat eine schwierige Zukunft.

Die vier apokalyptischen Reiter des N√ľrnberger Grafikers Albrecht D√ľrer (1471-1528) k√∂nnten geradewegs ins 21. Jahrhundert galoppieren ‚Äď sie w√§ren als Verk√∂rperung von Krieg, Hunger und Krankheiten sehr aktuell. Was im Mittelalter Menschen in Angst und Schrecken versetzt hat, l√§sst sie auch in der Gegenwart nicht kalt. "Das Reden √ľber das Ende der Welt und die Furcht davor hat es in der Geschichte der Menschheit immer gegeben", sagt Robert Folger, einer der beiden Direktoren des K√§te Hamburger Kollegs f√ľr Apokalyptische und Postapokalyptische Studien (Capas).


Die dramatischen Folgen der Klimakrise

Die Erde heizt sich immer weiter auf. Die Veränderungen im globalen Klima haben Auswirkungen auf Menschen, Tieren und Pflanzen. Zehn Bilder zeigen die dramatischen Folgen der Klimakrise.
Eine der sichtbarsten Folgen der Klimakrise ist die Eisschmelze und diese hat wiederum Auswirkungen auf Eisb√§ren. Die Tiere m√ľssen schon jetzt l√§ngere Strecken schwimmen, um festes Eis zu finden, von dem aus sie Robben jagen k√∂nnen.
+9

In den 1980er Jahren etwa rechneten Atomkraftkritiker mit dem atomaren Erstschlag sowie mit verheerenden Unf√§llen ‚Äď eine Prognose, die sich mit dem Gau von Tschernobyl 1986 erf√ľllte. Folger erinnert auch an die Panik wegen eines vermeintlichen globalen Computer-Kollapses zum Jahrtausendwechsel ‚Äď in diesem Fall grundlos. Die Bedrohung durch die Pest in der mittelalterlichen Welt D√ľrers schl√§gt die Br√ľcke zur heutigen Zeit mit der weltweiten Angst vor der Corona-Pandemie. Weiterer Grund f√ľr √úberlebens√§ngste ist die Klimakrise.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Wie Petechien aussehen und wo sie sich zeigen
Blauer Fleck und Petechien am Arm


"Was kommen wird, ist nicht schön"

Bei der Pandemie liegt aus Sicht der 18-j√§hrigen Elisabeth Schilli die L√∂sung der Probleme nahe: das Impfen. "Bei der Erderw√§rmung wei√ü man hingegen gar nicht, wo man anfangen soll", sagt sie. "Was kommen wird, ist nicht sch√∂n und wird wahnsinnig teuer", meint die Sprecherin des Landessch√ľlerbeirats in Baden-W√ľrttemberg mit Blick auf D√ľrren, Br√§nde, √úberschwemmungen als Folgen der Klimakrise. Allerdings versinkt sie nicht in Resignation. "Ich habe keine Angst vor der Zukunft, ich f√ľhle Wut und Emp√∂rung, weil nichts passiert."

Kinder- und Jugendpsychiater Reinmar Du Bois h√§lt diese Reaktion f√ľr angemessen. "Eine aktive k√§mpferische Haltung kommt nicht mit der psychischen Gesundheit in Konflikt." Die Gemeinschaft und Solidarit√§t, derer sich die jungen Menschen bei Demos und Aktionen versichern, sei ein gutes Mittel gegen die Angst. "Angst entsteht in der Isolation", wei√ü der Stuttgarter Experte.

Wie sollten Eltern mit √Ąngsten umgehen?

Nach Ansicht von Zukunftsforscher Horst Opaschowski haben die jungen Klimaaktivisten einen Weckruf gestartet und die "schlummernde" Bev√∂lkerung aus ihrer Apathie geholt. Die Politiker reagierten sprachlos auf die wissenschaftlich fundierten Argumente f√ľr ein rasches Handeln.

Und die wissenschaftlichen Erkenntnisse haben es in sich; etwa die in der Fachzeitschrift "Science" ver√∂ffentlichten Prognosen eines internationalen Wissenschaftlerteams. Demnach fallen in das Leben eines 2021 geborenen Kindes im Mittel doppelt so viele Waldbr√§nde, zwischen zwei und dreimal mehr D√ľrren, fast dreimal mehr √úberschwemmungen und Ernteausf√§lle sowie siebenmal mehr Hitzewellen als in die Lebensspanne eines heute 60-J√§hrigen.

Wie sollen Eltern vor dem Hintergrund dieser Zahlen mit etwaigen √Ąngsten umgehen? Nach Du Bois' Beobachtung f√ľhlen sich j√ľngere Kinder gar nicht von der Debatte um die Klimakrise betroffen. "Sie f√ľrchten sich eher vor Einbrechern oder Feuer." Die Eltern projizierten vielmehr ihre √Ąngste auf den Nachwuchs. "Sie sollten zu ihren eigenen √Ąngsten stehen, mit ihren Kindern auf die Stra√üe gehen, um gemeinsam der Angst zu entgehen." Werde √ľber die Klimakrise gesprochen, dann immer mit der Ma√ügabe, dass man noch etwas dagegen tun kann, r√§t der Experte.

"Wenn wir das nicht schaffen, wer dann?"

Fachleute sehen in den Aktivit√§ten der Jugend wie denen von Fridays for Future auch einen enormen Lerneffekt. Die Chefin des Berufsverbandes deutscher Psychologinnen und Psychologen, Julia Scharnhorst, ist √ľberzeugt: "Hier werden politisches Engagement, Zusammenarbeit mit anderen, Sozialkompetenz, Organisation von Veranstaltungen und Medienkompetenz realit√§tsn√§her erprobt und ge√ľbt als in √ľblichen Unterrichtsstunden oder Projektwochen."

Schilli, die Vorsitzende des gr√ľnen Kreisverbands Ortenau, sieht gro√üe Investitionen auf die Nationen zukommen, um die Folgen der Erderw√§rmung einzud√§mmen. Deutschland mit seiner sozialen Marktwirtschaft m√ľsse da eine Vorreiterrolle einnehmen: "Wenn wir das nicht schaffen, wer dann?" Sie selbst verzichte auf Flugreisen und ern√§hre sich vegetarisch. So weit wie junge Britinnen, die sowohl zum Schutz der Umwelt als auch zum Schutz der m√∂glichen Kinder einen Geb√§rstreik ausgerufen haben, will sie nicht gehen. "Das ist eine krasse Haltung, f√ľr die ich aber Verst√§ndnis habe, insbesondere, wenn Frauen in √§rmeren L√§ndern diese Option w√§hlen."

"Es gibt auch heute immer noch Hoffnung"

Aus Sicht von Opaschowski m√ľssen Kapitalismus und Kampf gegen die Klimakrise eine Vernunftehe eingehen. Dann sei der Weltuntergang noch nicht besiegelt. Ihn stimme optimistisch, dass die Jugend sich nicht in Depression abwende. Nach einer Umfrage des von ihm gegr√ľndeten Instituts f√ľr Zukunftsforschung blicken trotz weltweiter Umwelt-, Wirtschafts- und Gesellschaftskrisen 91 Prozent der 14- bis 24-J√§hrigen zuversichtlich in die Zukunft.

Auch die Heidelberger "Apokalyptiker" sind keine Schwarzseher. Im aus seiner Sicht inflation√§r gebrauchten Begriff Apokalypse schwinge im Unterschied zur Katastrophe auch stets immer etwas Tr√∂stliches mit, ein m√∂glicher Wandel zum Guten, sagt Kolleg-Chef Folger. Urspr√ľnglich h√§tten die Christen das zuk√ľnftige Reich Gottes immer mitgedacht.

Weitere Artikel


"Es gibt auch heute immer noch Hoffnung, dass die Menschheit begreift, in welcher fatalen Lage sie ist und entsprechend reagiert", sagt Folger, dessen Institut sich interdisziplin√§r mit dem Ph√§nomen "Apokalypse" besch√§ftigt. Es sei vorstellbar, dass neue Technologien in Kombination mit verst√§rktem Bem√ľhen, die Folgen des Klimawandels einzud√§mmen, das Ruder noch rumrei√üen k√∂nnten.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
BrandTschernobyl√úberschwemmung
Justiz & Kriminalität




t-online - Nachrichten f√ľr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website