• Home
  • Panorama
  • Tiere
  • Erschossener EisbĂ€r: Kreuzfahrt-Veranstalter bekommt im Netz Wut zu spĂŒren


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextSchĂŒsse vor Nachtclub in Oslo – ToteSymbolbild fĂŒr einen TextAuto rast in GeburtstagsfeierSymbolbild fĂŒr einen TextOlympische Kernsportart vor dem AusSymbolbild fĂŒr einen TextPolizist bei Drogeneinsatz schwer verletztSymbolbild fĂŒr einen TextGiffey fĂ€llt auf falschen Klitschko reinSymbolbild fĂŒr ein VideoRiesige Wasserhose rast auf Urlaubsort zuSymbolbild fĂŒr einen TextFrankfurt verpflichtet WunschstĂŒrmerSymbolbild fĂŒr einen TextTouristin: "Grausame" Behandlung auf MaltaSymbolbild fĂŒr einen TextTiefe Einblicke beim FilmpreisSymbolbild fĂŒr einen TextNiederlĂ€ndische Royals in SommerlooksSymbolbild fĂŒr einen TextBetrunkene aus Flugzeug geworfenSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserDFB-Spielerin offen ĂŒber KrebserkrankungSymbolbild fĂŒr einen TextPer Zug durch Deutschland - jetzt spielen

Getöteter EisbĂ€r sorgt fĂŒr Wut und Empörung

Von Patrick Diekmann

Aktualisiert am 31.07.2018Lesedauer: 4 Min.
Der erschossene EisbÀr auf Spitzbergen: Das Tier wurde von Crewmitgliedern eines deutschen Kreuzfahrtschiffs getötet.
Der erschossene EisbÀr auf Spitzbergen: Das Tier wurde von Crewmitgliedern eines deutschen Kreuzfahrtschiffs getötet. (Quelle: dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Crewmitglieder eines deutschen Kreuzfahrtschiffes erschießen einen EisbĂ€ren und sorgen im Netz fĂŒr große Empörung. Die Ermittlungen in Norwegen laufen – der Reiseveranstalter gerĂ€t unter Druck.

Ein verletzter BĂ€renwĂ€chter, ein toter EisbĂ€r und viele offene Fragen: Deutsche Crewmitglieder des Kreuzfahrtschiffes "MS Bremen" haben im norwegischen Spitzbergen einen EisbĂ€ren erschossen. Zuvor hatte das Tier offenbar einen EisbĂ€renwĂ€chter am Kopf verletzt, als dieser mit anderen WĂ€chtern an Land gegangen war, um das Gebiet fĂŒr die Touristen zu sichern.

Die Aufnahme aus dem Jahr 2008 zeigt einen Orca der vor der "MS Bremen" entlang schwimmt: Das Expeditionsschiff unternimmt Reisen zum SĂŒd- und Nordpol.
Die Aufnahme aus dem Jahr 2008 zeigt einen Orca, der vor der "MS Bremen" entlang schwimmt: Das Expeditionsschiff unternimmt Reisen zum SĂŒd- und Nordpol. (Quelle: dpa-bilder)

Der Vorfall am vergangenen Samstag sei laut Unternehmenssprecherin Negar Etminan geschehen, als vier EisbĂ€rwĂ€chter eine Landstation zur Absicherung eines Landgangs einrichten wollten. Die Passagiere wĂŒrden die EisbĂ€ren aber von Bord des Schiffes beobachten.

Empfohlener externer Inhalt
Facebook

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Facebook-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Facebook-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen ĂŒbermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.
ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Corona-Sommerwelle? Virologe warnt vor ganz anderem Problem


Der Reiseveranstalter Hapag-Lloyd-Cruises spricht in einem offiziellen Statement von einem "Unfall", den das Unternehmen "sehr bedauert". "Hapag-Lloyd ist sich der Verantwortung bei Reisen in den sensiblen Gebieten und dem respektvollen Umgang mit der Natur und Tierwelt sehr bewusst", schreibt das Unternehmen auf Facebook. Man werde fĂŒr die Rekonstruktion und AufklĂ€rung des Vorfalls vor Ort intensiv und kooperativ mit den norwegischen Behörden zusammenarbeiten und wird dies weiterhin tun.

Reiseunternehmen in BedrÀngnis

Trotzdem ist der Vorfall fĂŒr den Reiseveranstalter ein mediales Fiasko, das weltweit Wellen schlĂ€gt – selbst die Presse in den USA berichtet ĂŒber den Tod des EisbĂ€ren. Und die Geschichte von Hapag-Lloyd-Cruises deckt sich in Teilen nicht mit den Ermittlungen der örtlichen Behörden in Norwegen. WĂ€hrend das Unternehmen zum Beispiel von einem SchĂŒtzen spricht, so haben laut Angaben der Polizei und des Gouverneurs von Svalbard angeblich zwei Menschen auf den BĂ€ren geschossen.

Laut Angaben der örtlichen Ermittlungsbehörden waren auch nicht nur vier BÀrenwÀchter zu dem Zeitpunkt auf dem Festland, wie von dem Unternehmen angegeben, sondern es befanden sich offenbar zwölf Menschen in der NÀhe des Vorfalls. Ob es sich bei den Menschen um Touristen handelte, ist unklar.

(Quelle: Facebook/ Hapag-Lloyd Cruises)

Auf Facebook hatte Hapag-Lloyd-Cruises dies im Vorfeld noch verneint: "Die Beobachtung der EisbĂ€ren erfolgt tatsĂ€chlich nur von Bord. An Land gehen die GĂ€ste der Schiffe nur, um Flora und Natur zu betrachten", heißt es in einem Facebook-Statement. Diese Aussage erscheint mit einem Blick in die sozialen Netzwerke fragwĂŒrdig.

Empfohlener externer Inhalt
Instagram

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Instagram-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Instagram-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Auf Instagram gibt es zahlreiche Bilder, worauf die Teilnehmer eben genau dieser Kreuzfahrten Bilder aus der NĂ€he von Tieren veröffentlichen. Auch wenn sich die Veranstalter bemĂŒhen, ZwischenfĂ€lle mit EisbĂ€ren zu vermeiden, so dringen die Touristen in den Lebensraum der BĂ€ren ein. Diese ernĂ€hren sich von Robben oder geschwĂ€chten Walrossen und dass sich die Raubtiere in der NĂ€he ihrer Beute aufhalten, ist wenig ĂŒberraschend. Und auch mit dem Schiff kommen die Expeditionen sehr nah an die gefĂ€hrdete Tierart heran.

Empfohlener externer Inhalt
Instagram

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Instagram-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Instagram-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Dabei gelten EisbĂ€ren als gefĂ€hrdete Spezies – es soll laut WWF höchstens noch 25.000 Tiere weltweit geben und ihr Lebensraum wird durch die globale ErwĂ€rmung bedroht. Angriffe auf Menschen in Norwegen sind jedoch selten – den letzten gab es im Jahr 2016, wo auch ein EisbĂ€r nach Kontakt zu einem Menschen getötet wurde. Den letzten tödlichen Angriff durch einen EisbĂ€ren auf einen Menschen gab es dagegen im Jahr 2011 – ein britischer Student kam dabei ums Leben.

Empfohlener externer Inhalt
Instagram

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Instagram-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Instagram-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

EisbÀren sind in ihrem Lebensraum SpitzenprÀdatoren, sie sehen den Menschen deshalb auch nur als Beutetier. Trotzdem boomt der Tourismus rund um Spitzbergen wegen der BÀren: 60.000 Menschen kamen laut Angaben der örtlichen Behörden im letzten Jahr in die Region. Hapag-Lloyd-Cruises ist nur ein Teil einer ganzen Industrie, die den Menschen versprechen, dass sie zumindest in die NÀhe der faszinierenden Tiere kommen.

Die Ermittlungen zum Tod des am Samstag getöteten Tieres laufen weiter. GegenĂŒber t-online.de wollte sich Hapag-Lloyd-Cruises zunĂ€chst nicht öffentlich zum genauen Ablauf der Geschehnisse Ă€ußern – nach eigenen Angaben, um den Ermittlungsbehörden nicht vorzugreifen. Auch der angegriffene BĂ€renwĂ€chter, der mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus entlassen wurde, hat ein Statement gegenĂŒber der norwegischen Wochenzeitung "Svalbardposten" abgelehnt.

Heftige Kritik im Netz

So warten vor allem viele Einheimische und NaturschĂŒtzer auf AufklĂ€rung in dem Fall um den am Samstag getöteten EisbĂ€ren. Die norwegischen Behörden stellen sich nach eigenen Angaben auf "lange Ermittlungen" ein.

Im Netz haben sich dagegen viele Menschen schon ein Urteil gebildet und der Reiseveranstalter Hapag-Lloyd-Cruises erntet einen großen "Shitstorm".

Empfohlener externer Inhalt
Twitter

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Einige der Kritiker sprechen von einer Schande, andere finden es armselig. Viele plĂ€dieren fĂŒr eine Abschaffung solcher Kreuzfahrten und rufen zu einem "Boykott" gegen den Veranstalter auf. "SchĂ€mt euch" ist einer der harmloseren SĂ€tze, die Nutzer ĂŒber den Nachrichtendienst Twitter an den Reiseveranstalter richten.

Loading...
Loading...
Loading...
Empfohlener externer Inhalt
Twitter

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Die Kreuzfahrten bezeichnet der Veranstalter auf seiner Website als "großartige Naturerfahrung". Viele Twitter-Nutzer sehen die Touristenattraktion als ein Eindringen in die Heimat der Tiere und zeigen UnverstĂ€ndnis fĂŒr solche AusflĂŒge.

Empfohlener externer Inhalt
Twitter

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Das Statement des Reiseveranstalters zu dem Vorfall reicht der Netzgemeinde nicht aus. Ein Nutzer fordert ein Umweltprojekt im Lebensraum der EisbÀren.

Empfohlener externer Inhalt
Twitter

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Hapag-Lloyd-Cruises hat ĂŒber die sozialen Netzwerke angekĂŒndigt, ĂŒber diese VorschlĂ€ge intern diskutieren zu wollen – konkrete Zusagen gibt es bislang nicht.

Die Expeditionsreisen werden von dem Unternehmen bislang nicht hinterfragt. Touristen zahlen fĂŒr eine zehntĂ€gige Reise auf der "MS Bremen" mindestens 5.810 Euro. Mit an Bord sind laut Angaben der Reiseveranstalter vier bis fĂŒnf EisbĂ€renwĂ€chter, die dafĂŒr sorgen, dass Passagiere ohne Gefahr an Land gehen können. Zum ersten Mal haben die WĂ€chter von der "MS Bremen" einen BĂ€ren auf einer Expeditionsreise getötet. Alle Beteiligten sind sich einig, dass so ein Vorfall nie wieder vorkommen darf.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
  • Sophie Loelke
  • Nicolas Lindken
Von M. KĂŒper, S. Loelke, N. Lindken
FacebookHapag-LloydKreuzfahrtschiffNorwegenPolizeiReiseveranstalterUSA
Justiz & KriminalitÀt




t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website