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Zoo Duisburg: Tierschutzaktivisten unterbrechen Delfin-Show

Im Duisburger Zoo  

Tierschutzaktivisten stören beliebte Delfin-Show

17.07.2019, 15:00 Uhr | t-online.de , sth

 (Quelle: Save the Ocean/YouTube)
Delfin-Show gestürmt – so reagieren Publikum und Zoo

Tierschutzaktivisten haben am Sonntag eine Delfinshow im Duisburger Zoo unterbrochen. Mit Plakaten protestierten sie gegen die aus ihrer Sicht nicht artgerechte Haltung der Tiere. (Quelle: t-online.de)

Protest im Duisburger Zoo: Diese Aufnahmen zeigen, wie Aktivisten eine Delfinshow unterbrechen, um auf die aus ihrer Sicht nicht artgerechte Haltung der Tiere hinzuweisen. (Quelle: t-online.de)


Für Besucher in Duisburg führen Delfine jede Woche Kunststücke auf. Tierschützer protestierten nun heftig gegen eine Tier-Show. Und bekommen dabei Unterstützung. 

Die Show im Delfinarium in Duisburg am Sonntag war gut gefüllt. Die Besucher saßen in den Rängen und schauten dabei zu, wie sieben Delfine ihre Schwanzflossen in die Höhe reckten. Die Menschen applaudierten, die Delfine bekamen eine Belohnung. Doch dann änderte sich die Stimmung, wie ein Video der Privat-Initiative "Save the Ocean" auf Youtube zeigt.

Aktion im Delfinarium: Ein Aktivist hält vor dem Delfinbecken ein Plakat hoch. (Quelle: Save the Ocean)Aktion im Delfinarium: Ein Aktivist hält vor dem Delfinbecken ein Plakat hoch. (Quelle: Save the Ocean)

Mit einer Protestaktion wollten die Aktivisten von "Save the Ocean" zeigen: Delfinarien müssen geschlossen werden. Plötzlich liefen zwei Männer und eine Frau vor dem Aquarium umher. Sie hielten Plakate mit Bildern von Delfinen hoch. Darauf zu lesen: "Unsere Freiheit ist das Meer", "Dies soll meine Freiheit sein?" und "Ich wurde meiner Familie weggenommen!" Nach und nach kamen auch Protestrufe aus den Rängen.

Diese Forderung stützt auch der Deutsche Tierschutzbund. "Solche Anlagen stehen auch bei uns in der Kritik – sei es die in Duisburg oder Nürnberg", sagte Tierschutzbund-Sprecherin Lea Schmitz t-online.de am Mittwoch. "Grundsätzlich kann solche Haltung nicht artgerecht sein." Die Delfinarien im Zoo Duisburg und im Tiergarten Nürnberg sind bundesweit die letzten, die noch nicht geschlossen wurden.

Tierschützer fordern: Delfine gehören ins Meer

Die Mitarbeiter des Delfinariums reagierten schnell. Eine Pflegerin teilte den Besuchern am Mikrofon mit: "Das ist eine illegale Demonstration und ich werde die Delfine in Sicherheit bringen." Indes kamen weitere Mitarbeiter in den Saal und führten die Demonstranten heraus. Dabei gab es Diskussion, Gespräche, aber keinen Streit.

Protest in Duisburg: "Dies soll meine Freiheit sein?", steht auf einem Plakat der Tierschutzaktivisten.  (Quelle: Save the Ocean)Protest in Duisburg: "Dies soll meine Freiheit sein?", steht auf einem Plakat der Tierschutzaktivisten. (Quelle: Save the Ocean)

Zoo Duisburg: Edukation ist unserer Kernanliegen

Mit Konsequenzen rechnen die Demonstranten laut eigener Angabe nicht. Auch der Zoo Duisburg ließ am Mittwoch versöhnliche Töne anklingen. Auf eine Presseanfrage von t-online.de antwortete eine Sprecherin: "Es ist wichtig ins Gespräch zu kommen, weil Edukation als moderner Zoo eines unserer Kernanliegen ist. Dazu gehört auch, über unsere Haltungen aufzuklären", schrieb Katharina Thol.

Ein Grund zur Sorge um die Tiere bestehe nicht. Die Delfine würden mit "viel Liebe und großem Respekt" behandelt – von international anerkannten Experten. "Die Delfinpfleger haben eine besondere Beziehung zu den Tieren, weil sie die meisten von Geburt an kennen", schrieb sie weiter. Behörden hätten zuvor nie etwas an der Haltung bemängelt.

Demonstration blieb friedlich

Jörn Kriebel ist Gründer der privaten Initiative "Save the Ocean" und sagte t-online.de: "Zwei der Delfine in Duisburg haben vorher in Freiheit gelebt. Heute leben sie im Delfinarium – und da kommen sie auch nicht mehr weg." Mit der Aktion wollte seine Gruppe die Besucher auf dieses Leid hinweisen. "Die Besucher können nach der Show nach Hause gehen – die Delfine nicht", sagte Kriebel weiter.


Aktionen wie den Protest im Delfinarium Duisburg organisieren Jörn Kriebel und sein Team öfter. Erst vor Kurzem protestierten sie in Holland und Belgien. "Vor dem Delfinarium können wir nichts erreichen. Darum machen wir sowas im Delfinarium. Da hören die Leute zu und denken eher darüber nach", sagte Kriebel.

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