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Ukraine: Selenskyj soll "dramatischen Gegenschlag" verlangt haben


So plante Selenskyj die Gegenoffensive der Ukraine

Von t-online, mk

14.09.2022Lesedauer: 2 Min.
urn:newsml:dpa.com:20090101:ap:32146220e95f4c5cb469382282d899e2Vergrößern des BildesPräsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch in Isjum: "Wir bewegen uns nur in eine Richtung – vorwärts und bis zum Sieg". (Quelle: Leo Correa)
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Monatelang haben die Ukrainer ihre Gegenoffensiven geplant. Große Hilfe erhielt Kiew offenbar von US-Militärs.

Bei der Vorbereitung ihrer Gegenoffensiven im Süden und Osten des Landes hatte die ukrainische Armee offenbar tatkräftige Unterstützung der US-Regierung. Auf Drängen von Präsident Wolodymyr Selenskyj hätten sich ukrainische Top-Militärs schon im Frühsommer mit der Bitte um Unterstützung an ihre US-Kollegen gewandt, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Gespräche mit hohen Beamten beider Seiten.

Dem Bericht zufolge forderte Selenskyj von seinen Generälen einen dramatischen Gegenschlag gegen die russischen Truppen, die sich zu diesem Zeitpunkt im Donbass neu gesammelt hatten und auf dem Vormarsch waren. Selenskyj habe von seinen Militärs einen Plan verlangt, um die südukrainische Stadt Cherson zurückzuerobern und die Stadt Mariupol von den russischen Truppen in der Ostukraine abzuschneiden. Die Militärs seien von diesen Plänen aber nicht überzeugt gewesen und hätten sehr hohe Verluste befürchtet, so die "New York Times".

"Wir haben dann ein bisschen modelliert"

In ihrer Verlegenheit hätten sich die ukrainischen Militärs dann an ihre US-Kollegen gewandt, anfänglich wohl eher zurückhaltend, wenn es um die Details der geplanten Gegenoffensive ging, dann aber immer vertrauensvoller. Erste Analysen der Kräfteverhältnisse auf dem Schlachtfeld hätten dabei die Skeptiker einer Gegenoffensive bestätigt, so der Bericht: Sie sahen ein Scheitern der Offensive unter hohen Verlusten für Kiew voraus.

"Wir haben dann ein bisschen modelliert und verschiedene Möglichkeiten durchgespielt und dabei bestimmte Routen für eine Gegenoffensive ausfindig gemacht, die erfolgversprechender waren als andere", zitiert die Zeitung Colin Kahl, einen Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium. "Diese Ergebnisse haben wir den Ukrainern gegeben und sie haben auf der Grundlage ihre eigenen Entscheidungen getroffen."

"Wir bewegen uns nur in eine Richtung"

Ab August hätten die USA den Ukrainern immer mehr Geheimdiensterkenntnisse und Satellitenbilder zur Verfügung gestellt, vor allem über Truppenbewegungen der Russen und mögliche Schwachstellen in ihren Verteidigungslinien. "Wir sahen, dass die Russen viele ihrer besten Truppen nach Süden bei Cherson verlegten, um die dort angekündigte Offensive der Ukrainer abzuwenden", berichtet Staatssekretär Kahl. Dadurch hätten sie ihre Linien im Nordosten bei Charkiw aber entscheidend geschwächt.

Daraufhin hätten die Ukrainer vorgeschlagen, nicht nur eine Offensive bei Cherson zu starten, sondern eine zweite bei Charkiw. Der neue Plan sei dann noch mal durchgespielt worden und alle Beteiligte seien sich einig gewesen: Das kann funktionieren. Vor Beginn der Offensive hätten die USA noch weitere Waffen und Munition geschickt, die die Ukrainer speziell für ihren Plan angefragt hatten.

Bislang scheint der Plan der Ukrainer aufzugehen. In der Region Charkiw haben Kiews Truppen nach eigenen Angaben zuletzt 300 Orte und etwa 150.000 Menschen von der russischen Besatzung befreit. Auch im Süden sollen die ukrainischen Truppen Geländegewinne verzeichnen, allerdings nicht in dem Tempo und nicht in dem Umfang wie in Charkiw. Präsident Selenskyj reiste am Mittwoch in die kürzlich befreite Stadt Isjum, machte dort Fotos mit Soldaten und sagte: "Wir bewegen uns nur in eine Richtung – vorwärts und bis zum Sieg".

Verwendete Quellen
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