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Diese US-Waffe soll der Ukraine den Vorteil bringen


Berichte über Lieferung an Ukraine
Diese Waffe fliegt weit hinter die russischen Linien

Von t-online, wan

Aktualisiert am 20.01.2023Lesedauer: 3 Min.
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Hochpräzise: Diese moderne Gleitbombe könnte laut Berichten schon bald an die Ukraine geliefert werden. (Quelle: t-online)
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Hochpräzise Gleitbomben sollen der Ukraine einen militärischen Vorteil verschaffen. Aufnahmen zeigen, wie sie funktionieren. Sie könnten schon bald geliefert werden.

Das am Freitag von den USA angekündigte Hilfspaket für die Ukraine führt neben Schützenpanzern auch Artilleriemunition auf. Dazu könnten auch moderne GLSDB-Gleitbomben gehören. Das berichtet unter anderem das US-Magazin "Politico". Die Abkürzung steht für "ground-launched small diameter bombs", übersetzt "vom Boden abgefeuerte Bomben mit kleinem Durchmesser". Diese haben es aber in sich. Denn die Reichweite geht über die bisheriger Artillerie hinaus.

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Aus Kiew kamen immer wieder Forderungen nach Langstreckenraketen. Doch Washington und seine Verbündeten fürchten, dass damit Angriffe tief ins russische Gebiet durchgeführt werden können. Das GLSDB-System könnte eine Kompromisslösung sein. Die von Boeing produzierten Gleitbomben fliegen bis zu 150 Kilometer weit. Nach Meinung von Experten könnte dies den Kriegsverlauf erheblich beeinflussen. Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte am Freitag eine Liste mit Waffen und Munition, die geliefert werden sollen. Darin ist auch Munition für Himars-Raketenwerfer enthalten – die GLSDB-Raketen können damit abgefeuert werden. Unklar ist, ob die Gleitbomben bereits in diesem Paket enthalten sind. Über eine Lieferung wird seit Monaten spekuliert.

"Die Reichweite der GLSDB von 150 Kilometern würde es der Ukraine ermöglichen, wertvolle militärische Ziele zu treffen, die bislang außer Reichweite waren", berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Sie können nicht nur bei Gegenangriffen helfen, sondern auch weiter hinter die gegnerischen Linien fliegen. Und dazu gehört auch die Achillesferse von Putin: die Halbinsel Krim.

Ex-General: Leben für russische Truppen wird ungemütlich

Ben Hodges, pensionierter US-General und ehemaliger Chef der US-Truppen in Europa, glaubt, dass diese Waffe in den russischen Militärkreisen für Panik sorge. "Für die russische Marine, die Luftwaffe und die Munitionshändler auf der Krim, entlang der 'Landbrücke' wird das Leben bald sehr unangenehm werden … und hoffentlich bald auch für die Reparaturmannschaften auf der Kertsch-Brücke", schrieb er auf Twitter.

"Bei der derzeitigen Frontlinie würde diese Munition mit einer maximalen Reichweite von 150 Kilometern im Wesentlichen das gesamte seit Februar 2022 besetzte ukrainische Territorium und sogar Teile der nördlichen Krim abdecken", schreibt der Militäranalyst Benjamin Pittet auf Twitter.

Zu möglichen Zielen gehört auch der Dzhankoy-Militärflughafen. Er ist nach Ansicht von Pittet eine der wichtigsten russischen Militärbasen. Von hier aus würden sowohl SU-25-Kampfjets als auch Hubschrauber aufsteigen und im Süden der Ukraine operieren. Auch wichtige Teile der Verkehrsinfrastruktur, wie die Bahnstation Sokolohirne in der Region Cherson seien mögliche Ziele. Bislang seien sie außerhalb der Reichweite ukrainischer Artillerie. Für Pittet würden die GLSDB einen großen Unterschied machen: "Sollte die Ukraine diese Waffen schließlich bekommen, wird Russland nirgendwo in der Ukraine (außer auf der Krim) mehr sicher sein. Die Russen haben Angst vor Himars-Systemen, stellen Sie sich also diese neue ukrainische Fähigkeit vor. Die Russen werden Ziele sein, sobald sie die Ukraine betreten", schreibt er in seiner Analyse.

Bombe ist mit GPS ausgestattet

Die GLSDB besteht aus zwei Systemen: einem 125-Kilogramm schweren Raketenkörper mit kleinen Flügeln und einem Motor, der auch bei der 227mm-M26-Rakete benutzt wird. Der Vorteil: Diese Raketen können von Raketenwerfern abgeschossen werden, die ohnehin schon in der Ukraine im Einsatz sind – zum Beispiel die Himars-Systeme.

Nach dem Abfeuern fährt die Bombe ihre Flügel aus und fliegt zum Ziel, geleitet von einer komplizierten Elektronik und einem eingebauten GPS. Sie macht dabei keine ballistische Kurve, die für russische Truppen einfach zu berechnen wäre, sondern kann tiefer fliegen. Nach Angaben des Technikmagazins "The Drive" haben die Raketen eine Treffgenauigkeit von einem Meter.

Nach Angaben des schwedischen Mitentwicklers Saab sind die Raketen immun gegen elektronische Störsender, sogenanntes Jamming. Außerdem können Laser eingebaut werden, die dabei helfen, sich bewegende Ziele zu erfassen. Die Feuerkraft der Munition reicht aus, um sowohl Militärfahrzeuge zu zerstören als auch Bunker. Ein Fühler im Kopf der Rakete kann so eingestellt werden, dass die Bombe entweder über dem Boden explodiert oder nach dem Einschlag.

Verwendete Quellen
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