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War Putin an der Front? Kiew: Gesichteter Putin sei "gewöhnliches Double"


Ukraine ist sich sicher: Putin hat mehrere Doppelgänger

Von dpa, ne

Aktualisiert am 20.04.2023Lesedauer: 3 Min.
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Händeschütteln mit Putin: Diese Aufnahmen des angeblichen Frontbesuchs werfen Zweifel auf. (Quelle: t-online)
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Mit einem Video von Putin wollte der Kreml wohl Selenskyjs Besuch im Kriegsgebiet überschatten. Doch der Versuch ging nach hinten los.

Ein vermeintlicher Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin bei seinen Soldaten an der Front im Krieg gegen die Ukraine sorgt derzeit für Wirbel. Wie der Kreml am Dienstag bekannt gab, habe Putin das Hauptquartier der russischen Dnjepr-Streitkräftegruppe in der besetzten Oblast Cherson sowie das Hauptquartier der Wostok-Nationalgarde in der besetzten Oblast Luhansk besucht.

Den Angaben des russischen Machtapparats zufolge soll der Besuch am Montag stattgefunden haben. Doch daran gibt es nach Ansicht Kiews erhebliche Zweifel: "Das war nicht der echte Putin", behauptete am Mittwoch der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine, Olexij Danilow, ohne Beweise im Fernsehen.

Kiew: Er sei "ein gewöhnliches Double" gewesen

"Um mit dem echten Putin sprechen zu können, muss man mindestens 10 bis 14 Tage in Quarantäne." Der in Cherson gesichtete Putin sei "ein gewöhnliches Double gewesen, von denen es bekanntlich mehrere gibt". Nach Danilows Worten sei Putin "ein verängstigter Mann", und die Vorstellung, dass er sich zu einem Besuch der Front entschlossen habe, sei schlicht unmöglich.

Auch mehrere Äußerlichkeiten in den Videoaufnahmen geben Anlass zu der Annahme, dass es sich nicht um den Kremlchef selbst, sondern um einen Doppelgänger gehandelt haben könnte. Mehr dazu erfahren Sie hier im Video.

Kremlsprecher weist Behauptung zurück

Kremlsprecher Dmitri Peskow wies die Behauptungen inzwischen als "ziemlich seltsame" Äußerungen zurück. Belege dafür, dass es einen Doppelgänger Putins bei offiziellen Terminen gibt, liegen nicht vor. Tatsächlich hatte Putin auch einmal gesagt, dass ihm aus Sicherheitsgründen in der Vergangenheit die Nutzung eines Doubles bei offiziellen Terminen ans Herz gelegt worden sei. "Die Idee kam auf, aber ich habe auf Doppelgänger verzichtet", sagte er.

Der Kreml wies auch im Januar die von Kiew geäußerten Zweifel an der Existenz Putins zurück. Für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sei das Dasein Putins und Russlands insgesamt ein psychologisches Problem, meinte Peskow damals. Je eher Kiew erkenne, dass sowohl Russland als auch Putin auch in Zukunft bleiben würden, desto besser sei das für die Ukraine.

Militärexperten zweifeln an Datum des Besuchs

Auch die Experten der US-amerikanischen Denkfabrik "Institute for the Study of War" (ISW) zweifeln die Glaubwürdigkeit der Aufnahmen des vermeintlichen russischen Präsidenten an der Front an. Das ISW stellt dabei aber vielmehr das Datum des angeblichen Putin-Besuchs infrage.

Kreml bearbeitete Video nachträglich

In einem Video, das den russischen Präsidenten bei dem Besuch zeigen soll, erklärt Putin, dass die orthodoxen Osterfeiertage "anstehen" würden. Das Osterfest der orthodoxen Christen fiel in diesem Jahr jedoch auf den 16. April.

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Die Äußerung legt also nahe, dass der Besuch nicht am Montag, sondern bereits vor Sonntag stattgefunden hat. Laut ISW bearbeitete der Kreml das Video anschließend und schnitt Putins Äußerung zu den anstehenden Osterfeiertagen aus dem Video heraus.

Video | Besucht Putin hier die Ukraine? Details werfen Zweifel auf
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Quelle: t-online

Den Experten des ISW zufolge hat der Kreml damit versucht, den jüngsten Besuch des ukrainischen Präsidenten in der Ostukraine zu überschatten: Wolodymyr Selenskyj besuchte am Dienstag die Kleinstadt Awdijiwka in der Oblast Donezk. Diese Reise ist klar dokumentiert.

Mögliche Reaktion auf Kritik im eigenen Land

Russische Militärblogger hatten die russische Führung in der Vergangenheit dafür kritisiert, sich im Gegensatz zu Selenskyj zu selten an der Front zu zeigen. Zuvor war Putin nur einmal in das Kriegsgebiet gereist: Er besuchte am 19. März Mariupol, um sich als Kriegsführer zu positionieren, heißt es in dem ISW-Update. Daraufhin hätten ihn die Militärblogger sowie russische Funktionäre hochgelobt: Er habe damit die Moral der russischen Soldaten im Kampf gegen die Ukraine gestärkt.

Putin hatte den Angriffskrieg gegen die Ukraine im Februar 2022 angeordnet. Später annektierte Russland völkerrechtswidrig ukrainische Gebiete, darunter Cherson und Luhansk, aber auch Donezk und Saporischschja. In Cherson im Süden der Ukraine habe sich Putin die Lage vom Kommandeur der Luftlandetruppen, Generaloberst Michail Teplinski, schildern lassen, hieß es in einer Mitteilung. In Luhansk im Osten habe er Generaloberst Alexander Lapin und andere hochrangige Offiziere getroffen.

Verwendete Quellen
  • understandingwar.org: "Russian Offensive Campaign Assessment, April 18, 2023" (englisch)
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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