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Ukraine-Krieg: Russland schickt weibliche Straftäter an die Front


Vom Gefängnis an die Front
Bericht: Russland schickt Straftäterinnen in den Krieg

Von t-online, sic

11.06.2024Lesedauer: 2 Min.
imago images 0475472449Vergrößern des BildesKadettinnen der Militäruniversität in Moskau nehmen an einer Parade teil: (Quelle: IMAGO/Komsomolskaya Pravda/imago)
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Russlands Maßnahmenkatalog zur Rekrutierung von Frontsoldaten ist um ein Kapitel reicher. Offenbar bietet man nun nicht nur männlichen, sondern auch weiblichen Straftätern den Militärdienst an.

Russland hat Frauen aus seinen Gefängnissen entlassen, um sie an die Front in der Ukraine zu schicken. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Gespräche mit aktuellen und ehemaligen Gefängnisinsassinnen.

Demnach sei Ende Mai eine Gruppe von Frauen aus einem Gefängnis nahe St. Petersburg von Rekrutierern des russischen Militärs abgeholt worden. Laut dem Bericht ist es unklar, ob es sich dabei lediglich um einen isolierten Fall handelt oder ein System dahinter steckt.

Video | Angriff: Schildkrötenpanzer explodiert
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Quelle: t-online

Russland hatte früh nach Beginn seiner Invasion in die Ukraine damit begonnen, vermehrt Straftäter für den Krieg zu rekrutieren. Zunächst setzten vor allem Söldnereinheiten wie die Gruppe Wagner die Kriminellen an der Front ein, mittlerweile stehen sie jedoch auch für die regulären Truppen im Schützengraben. Tausende der Straftäter dürften mittlerweile tot sein, da sie vor allem für verlustreiche Angriffe auf ukrainische Stellungen eingesetzt werden. Diejenigen, die den Kriegseinsatz überlebt haben, verübten in einigen Fällen zurück in Russland wieder schwere Verbrechen bis hin zu Mord. Mehr dazu lesen Sie hier.

Strenge Haftbedingungen motivieren Frauen zu Kriegseinsatz

Wie die "New York Times" berichtet, sollen Rekrutierer der russischen Armee bereits im vergangenen Herbst mit Rundreisen durch Frauengefängnisse begonnen haben. Bisher sollen die Frauen, die sich dabei freiwillig gemeldet hatten, jedoch inhaftiert geblieben sein. Welche Rolle die Frauen aus dem St. Petersburger Gefängnis an der Front einnehmen könnten, ist nicht klar. Den Angaben der anderen Insassen zufolge haben die Rekrutierer ihnen Verträge über ein Jahr für einen Dienst als Scharfschützinnen, Sanitäterinnen und Funkerinnen angeboten. Bisher werden Frauen im russischen Militär eher für Hilfsarbeiten eingesetzt. Im Gegenzug sollten die Frauen demnach eine Begnadigung sowie umgerechnet rund 2.000 US-Dollar an monatlichem Sold erhalten.

Den Angaben der Insassinnen zufolge sollen die Rekrutierer den Frauen die Gefahren eines Einsatzes verdeutlicht haben. Dennoch meldeten sich offenbar gut 40 von insgesamt 400 Frauen. Demnach seien die strengen Haftbedingungen ein Hauptgrund gewesen, sich für den Kriegsdienst zu melden.

Auch die Ukraine rekrutiert Häftlinge

Russland ist dazu übergangenen, vor allem Menschen aus gesellschaftlichen Randgruppen für den Krieg zu rekrutieren. Damit will der Kreml eine erneute Mobilisierungswelle vermeiden, die in der breiten Bevölkerung als unpopulär gilt. Die Teilmobilmachung vom Herbst 2022 hatte in Russland zu tausenden Ausreisen wehrfähiger Männer geführt.

Die Regierung in Kiew hatte die Rekrutierungsmaßnahmen – vor allem den Einsatz von Schwerverbrechern – häufig als Anstoß für Spott genutzt. Mittlerweile rekrutiert jedoch auch die ukrainische Armee selbst Straftäter, wenn auch unter deutlich strengeren Bedingungen als in Russland. Mehr dazu lesen Sie hier. Die Maßnahme ist Teil der Rekrutierungsbemühungen der ukrainischen Armee, um für mehr Rotation der eigenen Truppen an der Front zu sorgen.

Verwendete Quellen
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