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Torffreie Blumenerde: So erkennen Sie gute Gartenerde

Tipps zum Kauf  

Besser ohne Torf: So erkennen Sie gute Gartenerde

31.01.2019, 15:15 Uhr | dpa-tmn , t-online.de

Die meisten handelsüblichen Gartenerden bestehen überwiegend aus Torf. Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondert mindert auch die Qualität des Gartenbodens. Darauf weisen das Bundes-Umweltministerium und Umweltschutzverbände hin. Wie man gute Gartenerde erkennt und worauf man achten sollte.

Der Umwelt zuliebe sollten Hobbygärtner auf Gartenerde mit Torf verzichten. Die Gewinnung von Torf trägt zur Zerstörung der Moore bei, viele seltene Pflanzen und Kleintiere verlieren in der Folge ihren Lebensraum. Torf bindet außerdem große Mengen des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid, das beim Torfabbau wieder freigesetzt wird und in die Atmosphäre gelangt.

Blumenerde ohne Torf erkennen

Herkömmliche Garten- und Blumenerden bestehen oft zu 90 Prozent aus Torf. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) rät daher, beim Kauf auf Blumenerde mit der Aufschrift "ohne Torf" oder "torffrei" zu achten. Solche Produkte enthalten stattdessen eine Mischung aus Rindenhumus, Holz-, Kokos-, Chinaschilf- oder Hanffasern sowie Zusätze wie Sand, Lavagranulat oder Tonminerale. Wegen des langen Transportwegs und der damit verbundenen schlechten Ökobilanz der Produkte sieht der  Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Erden, die Kokos enthalten, allerdings kritisch. 

Produkte, die auf der Verpackung als "torfreduziert" oder "torfarm" deklariert sind, seien mit Vorsicht zu genießen. "Sie besitzen meist immer noch einen Torfanteil von 60 bis 80 Prozent", erläutert der BUND. Auch sogenannte Bio-Erde kann erhebliche Anteile Torf enthalten. Bei Billig-Erde ist grundsätzlich Vorsicht geboten: Abgesehen vom hohen Torfgehalt finden sich in Billig-Erde häufig Abfallprodukte wie Scherben oder große Aststücke.

Pflanzenpflege ohne Torf

Stiftung Warentest hat zuletzt im Jahr 2014 Blumenerde getestet (test Ausgabe 5/2014) und empfahl seinerzeit die torffreien Erden "Compo Bio" und "Neudorff NeudoHum" mit guten Testergebnissen.

Compo Bio Universalerde torffrei

Die torffreie Universal-Erde von Compo Bio landete bei Stiftung Warentest auf dem ersten Platz bei den Blumenerden ohne Torf (Note Note 1,6). Die Tester bescheinigten ihr damals eine sehr gute Unkrautfreiheit und sehr gute Beständigkeit gegen Schrumpfung. Auch den Pflanzenwachstumstest bestand sie mit derselben Note. Die Erde setzt sich aus Rindenhumus, Holzfaser und Holzhäcksel, Kokosmaterial und Grüngutkompost zusammen. Dank dieser natürlichen Inhaltsstoffe ist sie auch für den ökologischen Landbau mit Obst- und Gemüsekulturen geeignet.

  • 30 Liter Universalerde
  • torffrei
  • enthält Schafwoll-Naturdünger für kräftige Blüten und gesunde Früchte
  • Gewicht: 6 kg
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Neudorff NeudoHum Blumenerde torffrei

Auf Platz 2 schaffte es seinerzeit die torffreie Blumenerde NeudoHum von Neudorff (Note 2,4). Auch sie bekam eine sehr gute Unkrautfreiheit und sehr gute Beständigkeit gegen Schrumpfung bescheinigt. Die Erde besteht aus Holzfasern, Rindenhumus, Kokosmaterial und Ton. Der zusätzliche Tonanteil erhöht laut Hersteller die Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit, so dass die Erde auch nach langer Trockenheit wieder gut mit Wasser benetzbar ist. Den Pflanzenwachstumstest benotete Stiftung Warentest damals jedoch nur mit "befriedigend". 

  • 10 Liter Universalerde
  • torffrei
  • mit zusätzlichem Tonanteil für erhöhte Wasserspeicherfähigkeit
  • Gewicht: 4,6 kg
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Kölles Bio Pflanzerde torffrei

Stiftung Warentest hatte 2014 von Pflanzen Kölle nur die Blumenerde mit Torf getestet, die auf dem ersten Platz unter den Torferden landete (Note 1,4). "Kölle's Bio Pflanz-Erde" ist hingegen torffrei und besteht aus Kokosmark, Holzfasern, Grünschnittkompost, Rohton, kohlensaurem Kalk und Rohphosphat. Sie entspricht als Naturprodukt in Bio-Qualität den Richtlinien der Bioverbände und ist für den biologischen Anbau zugelassen.

  • 10 Liter Pflanzenerde in Bio-Qualität
  • torffrei
  • ph-Wert: 6,2
  • Salzgehalt: 1,7 g/l
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Laut Nabu tun Hobbygärtner ihrem Boden etwas Gutes, wenn sie auf Torf verzichten. Zwar verbessere das Material die Durchlüftung des Bodens, aber zugleich verschlechtere es dessen Qualität. Torf habe wenig Nährstoffe, und er fördere die Versauerung. Eher zur Bodenverbesserung geeignet sei Kompost. Allerdings kann dessen hoher Nährstoffgehalt jungen Pflanzen schaden. Wer Komposterde mit zwei Dritteln Fertig-Substrat mischt, hat eine gute Mischung. "Torffreie Erde verbessert dauerhaft die Humus- und Nährstoffversorgung des Bodens, fördert die Bodenstruktur und unterstützt die wichtigen Bodenlebewesen", wirbt der Nabu für torffreies Gärtnern.

Neben der Bodenübersäuerung habe Torf noch einen weiteren entscheidenden Nachteil: "Torf kann kein Wasser mehr speichern, sobald er einmal ausgetrocknet ist. Das gilt für die Ersatzstoffe nicht." Allerdings speicherten diese das Wasser nicht ganz so lange wie frischer Torf. Man muss seine Pflanzen also etwas häufiger gießen, wenn man auf torfhaltige Erde verzichtet.

Wie viel Blumenerde braucht man?

Um nicht zu viel oder zu wenig Erde einzukaufen, sollte man vor dem Gang zum Gartencenter kurz überschlagen, wie viel Erde man überhaupt benötigt. Für einen 40 Zentimeter langen Balkonkasten werden etwa 12 Liter Erde benötigt. Entsprechend kann man bei einem ein Meter langen Kasten mit etwa 30 Litern rechnen. Bei einem Blumenkübel mit 46 Zentimetern Durchmesser kann man etwa 40 Liter Erde einplanen.

Einkaufsführer "Blumenerden ohne Torf"

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat einen Einkaufsführer "Blumenerde ohne Torf" herausgegeben, in dem torffreie Blumenerden samt ihren Herstellern und Händlern gelistet sind. Verbraucher erhalten darin einen schnellen Überblick, welche Produkte torffrei sind, und wo sie diese kaufen können. "Viele Hersteller führen außer den genannten torffreien Erden auch torfhaltige Erden", warnt aber der BUND. Nur wenige Hersteller – etwa Neudorff, Palaterra oder Proflora – führen laut den Umweltschützern ausschließlich torffreie Erde. Hier können Sie den kostenlosen BUND-Einkaufsführer herunterladen.

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