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Corona — Luftreiniger im Test: Nur dieses Modell filtert Aerosole effektiv

Stiftung Warentest  

Wie wirksam sind Luftreiniger gegen Aerosole?

Von Monika Salz, Katja Schmidt

11.01.2021, 15:40 Uhr
Corona — Luftreiniger im Test: Nur dieses Modell filtert Aerosole effektiv . Der aktuelle Luftreiniger-Test zeigt: Nur das Testsieger-Modell von Philips filtert Aerosole effektiv aus der Raumluft. (Quelle: Hersteller/Philips)

Der aktuelle Luftreiniger-Test zeigt: Nur das Testsieger-Modell von Philips filtert Aerosole effektiv aus der Raumluft. (Quelle: Philips/Hersteller)

Luftreiniger versprechen saubere Luft in Innenräumen, doch filtern sie auch Aerosole effektiv? Die Stiftung Warentest hat jetzt untersucht, ob die Geräte auch gegen die kleinen Partikel, die unter anderem das Coronavirus verbreiten können, wirksam sind.

Bereits in ihrer "test"-Ausgabe vom Februar 2020 hat die Stiftung Warentest sieben Luftreiniger auf ihre Wirksamkeit gegen Pollen, Allergene und Zigarettenrauch hin untersucht. Jetzt wurden die drei besten Geräte des Tests einer Nachuntersuchung unterzogen: Die Prüfer wollten wissen, wie effektiv die Luftreiniger Aerosole filtern. Das Ergebnis: Der Testsieger filtert die kleinen Partikel effektiv, ein Restrisiko bleibt jedoch immer. Wir stellen die Ergebnisse und Testsieger im Detail vor und erklären die Funktionsweise der Geräte.

Stiftung Warentest: Was wurde getestet?

Im Test der Stiftung Warentest waren im Februar 2020 sieben Luftreiniger unterschiedlicher Hersteller, darunter Modelle von Philips, Soehnle, Rowenta, Dyson und Beurer. Die Tester legten ihr Augenmerk in erster Linie auf die Luftreinigung (60 Prozent der Gesamtnote). Hier wurde das Reinigungsverhalten bezüglich Pollen, Zigarettenrauch und Formaldehyd untersucht. Daneben wurden Handhabung (20 Prozent), Umwelteigenschaften (15 Prozent) und Sicherheit (5 Prozent) der Geräte überprüft.

Die drei besten Luftreiniger dieses Tests wurden jetzt erneut unter die Lupe genommen: Dieses Mal sollten statt Pollen und Rauch Aerosole aus der Luft gefiltert werden, also schwebende Tröpf­chen mit einem Durch­messer von 0,12 bis 1 Millionstel Meter, die unter anderem Viren wie Sars CoV-2 übertragen können. Getestet wurde in einem Raum mit 16 Quadrat­meter Grund­fläche, 2,5 Meter Höhe und damit 40 Kubik­meter Raumvolumen. Für größere Räume wie Büros oder Klassenzimmer sind die untersuchten Luftreiniger nicht geeignet.

Die Testergebnisse im Überblick

Das Ergebnis des Tests von 2020 war ernüchternd. Nur zwei Geräte konnten die Stiftung Warentest überzeugen und wurden mit dem "test"-Qualitätsurteil "Gut" ausgezeichnet. Drei Luftreiniger bekamen die Gesamtnote "Befriedigend" und zwei ein Ausreichend. Positiv fiel im Test auf, dass alle Modelle im Testpunkt Sicherheit mit "Sehr Gut" abschnitten.

Bester Luftreiniger im Test war der Philips AC2889/10. Er bekam das "test"-Qualitätsurteil "Gut (2,4)". Auf dem zweiten Platz landete der Soehnle Airfresh Clean Connect 500 mit dem "test"-Qualitätsurteil "Gut (2,5)". Knapp dahinter lag auf Platz drei der Rowenta Intense Pure Air Connect PU6080 mit "Befriedigend (2,6)".

Erfreulich: Alle drei Modelle filtern Aerosole gut aus der Luft. Betrieben auf der höchsten Stufe beseitigen die Luftreiniger von Philips und Rowenta 95 Prozent und der von Soehnle 90 Prozent der Partikel mit 0,12 Mikro­meter Durch­messer aus einem kleinen Raum mit 40 Kubikmetern. Das gilt allerdings nur, solange die Filter neu sind: Mit dem Gebrauch lässt die Filterleistung zum Teil stark nach.

Die Prüfer von Stiftung Warentest simulierten die Alterung der Filter, indem jedes Gerät im Test den Rauch von 100 Ziga­retten aufnahm. Danach konnte der Philips noch 90 Prozent, der Rowenta immerhin 80 Prozent, der Soehnle jedoch nur noch 46 Prozent der Aerosole abfangen.

Der Testsieger: Philips Luftreiniger AC2889/10

Bester Luftreiniger ist der AC2889/10 von Philips. Sein Filtersystem besteht aus Vorfilter, Aktivkohlefilter und HEPA-Filter. Beim Filtern von Pollen und Zigarettenrauch lieferte das Modell gute Ergebnisse. Selbst nach 100 Zigaretten war die Filterleistung noch gut. Bei Formaldehyd waren die Filterergebnisse allerdings nur ausreichend.

Auf Maximalstufe filterte der Luftreiniger von Philips im aktuellen Test in 20 Minuten 95 Prozent aller Aerosole aus einem Raum mit 40 Kubik­meter Volumen. Nach der simulierten Alterung des Filters sind es immerhin noch 90 Prozent: Damit liegt der AC2889/10 auch in diesem Test klar vorn.

Das Philips-Gerät verfügt über eine App-Steuerung und kann mit Apples Sprachassistenz Siri genutzt werden. Der Vorfilter ist waschbar, HEPA- und Aktivkohlefilter können als Ersatzteile nachgekauft werden. Beides gibt es auch im praktischen Filter-Set.

Platz zwei mit Schwächen bei Aerosolen: Soehnle Airfresh Clean Connect 500

Mit dem "test"-Qualitätsurteil "Gut (2,5)" kam der Luftreiniger Soehnle Airfresh Clean Connect 500 im Februar 2020 auf den zweiten Platz. Das Gerät ist etwas günstiger als der Testsieger und überzeugte vor allem bei der Filterung von Formaldehyd, das mitunter aus Möbeln ausdampft.

Dafür war die Filterqualität nach 100 Zigaretten nicht mehr gut. Und zwar auch im aktuellen Aerosol-Test: Während der Luftreiniger mit neuem Filter 90 Prozent der Partikel abfängt, schafft er nach simulierter Alterung nur noch 46 Prozent. Der Filter lässt laut Stiftung Warentest so deutlich nach, dass man ihn zur Virenreduzierung weit häufiger wechseln müsste als vom Hersteller vorgesehen.

Das Filtersystem des Soehnle-Luftreinigers besteht aus Vorfilter, Aktivkohlefilter und EPA-Filter. Der Luftreiniger kann über WLAN per App gesteuert werden. Vorfilter und Kombifilter (Aktivkohle und EPA-Filter) können über den Handel nachbestellt werden und liegen preislich auf ähnlichem Niveau wie beim Modell von Philips.

Guter Luftfilter gegen Aerosole auf Platz drei: Rowenta Intense Pure Air Connect PU6080

Der 2020 drittplatzierte Luftreiniger reduzierte laut Stiftung Warentest Pollen gut und hatte mit neuen Filtern die beste Rauch-Reduktions­rate im Test. Er erwies sich jedoch als schwach gegen Formaldehyd. Mit gebrauchten Filtern fiel die Leis­tung zudem um eine Noten­stufe ab. Deshalb erhielt er nur die Gesamtnote "Befriedigend (2,6)".

Im Hinblick auf Aerosole ist der Leistungsverlust jedoch weit weniger deutlich als beim Konkurrenten Soehnle: Mit neuem Filter schafft der Rowenta Intense Pure Air Connect wie der Testsieger 95 Prozent der kleinen Partikel. Nach 100 Zigaretten filtert er immerhin noch 80 Prozent der Aerosole aus der Luft.

Das Filtersystem besteht aus vier Stufen: einem Vorfilter gegen Haare und Staub, einem Aktivkohlefilter gegen Rauch und unangenehme Gerüche, einem Allergy+-Filter etwa gegen Feinstaubpartikel, Pollen und Viren sowie einem NanoCaptur+-Filter. Praktisch ist, dass der Vorfilter gewaschen und wiederverwendet werden kann. Von Vorteil sind außerdem der Auto-Modus, die Timer-Funktion und die Kindersicherung sowie die Möglichkeit, das Gerät via App zu steuern.

Fazit zum Test der Luftreiniger

Oftmals sind Räume durch Gerüche, Pollen oder Allergene so belastet, dass das Raumklima nicht mehr in Ordnung ist. Schon zu normalen Zeiten kann ein guter Luftreiniger daher eine sinnvolle Anschaffung sein. In der Corona-Pandemie können die besten Modelle auch bei der Prävention unterstützen, indem sie Aerosole aus der Raumluft filtern.

Am besten macht das der Testsieger von Philips. Aber Achtung: Auch bei ihm bleibt stets ein Restrisiko und auch er ist nur für kleine Räume geeignet. Es gilt: Ein Luft­reiniger kann das Ansteckungsrisiko zwar reduzieren, aber zusätzliche Maßnahmen wie Abstand halten und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sind in Innenräumen weiterhin nötig. Zudem sollte regelmäßig stoßgelüftet werden.

Wichtige Fragen zu Luftreinigern

Wozu dienen Luftreiniger?

Luftreiniger sind dazu da, die Luft in Innenräumen zu säubern und von unangenehmen Gerüchen, Zigarettenqualm, Pollen und Allergenen zu befreien. Auch in der Wohnung selbst wird die Luft etwa durch Staub, Kochen oder Haustiere verunreinigt. Luftfilter versprechen Hilfe im Kampf gegen belastete Raumluft. Vor allem für Pollenallergiker, aber auch Menschen, die sensibel auf Umweltgifte reagieren, können sie sinnvoll sein.

Wie effektiv wirken Luftreiniger gegen Aerosole und das Coronavirus?

Zur Wirksamkeit von mobilen Luftreinigern gegen das Coronavirus gibt es mittlerweile verschiedene Studien und nun auch die Untersuchung von Stiftung Warentest. Laut diesen Studien und dem aktuellen Test können Luftreiniger die Konzentration von Aerosolen auf einem niedrigen Niveau halten. Insofern können sie dazu beitragen, die Infektionsgefahr zu senken. Allerdings sind die Geräte nicht alle gleich effektiv und ein Restrisiko der Ansteckung bleibt stets bestehen. Weitere Präventionsmaßnahmen sind daher auch mit einem Luftreiniger notwendig.

Wie funktioniert ein Luftreiniger?

Luftreiniger besitzen meist mehrere Filter in ihrem Inneren, die Pollen und Partikel aus dem Raum herausfiltern und so die Luftqualität erhöhen. Der Aufbau solcher Filtersysteme ist meist ähnlich – es geht von grob und groß nach fein und klein. Die Luft wird durch den Luftreiniger angesaugt, und der Vorfilter nimmt große Partikel, Flusen und Wollmäuse auf. Danach kümmert sich ein feinmaschigerer Filter um kleinere Partikel, Feinstaub und Pollen. Die Raumluft wird dann zum dritten Filter, dem Aktivkohlefilter, weitergeleitet. Dieser filtert Gerüche und andere gasförmige Verbindungen aus der Raumluft.

Welcher Luftfilter eignet sich für welche Raumgröße?

Die Herstellerangaben zu den Luftfiltern werden meist in Quadratmetern angegeben. Laut der Stiftung Warentest taugt diese Angabe jedoch nur bedingt als Anhaltspunkt. Sinnvoller wäre es, die Kubikmeterzahl anzugeben, da das Raumvolumen viel aussagekräftiger ist. Es macht einen Unterschied, ob der Raum, in dem der Luftreiniger arbeiten soll, eine Deckenhöhe von 2,50 Metern oder vier Metern hat oder gar nach oben über mehrere Etagen offen ist.

Die Tester haben deshalb bei ihren Versuchen mit Zigarettenqualm nachgerechnet. Besonders effizient waren die beiden Testsieger und das Modell von Rowenta. Sie schafften es bei Raumgrößen zwischen 19 und 23 Quadratmetern und 2,50 Meter Raumhöhe 90 Prozent des Rauchs zu reinigen. Das Modell von Dyson schaffte nur sieben Quadratmeter.

Können Luftreiniger Zigarettenrauch reinigen?

Zigarettenrauch riecht unangenehm und die Schadstoffe schädigen auf Dauer die Gesundheit. Deshalb legte die Stiftung Warentest in ihrem Praxistest ein besonderes Augenmerk darauf. Getestet wurde das Filterverhalten der Geräte bei neuem Filter und bei einem Filter, mit dem schon der Rauch von 100 Zigaretten gefiltert wurde.

Der Testsieger von Philips schaffte beide Prüfvorgaben ohne Probleme. Auch nach 100 Zigaretten reinigte er noch tadellos und war in dieser Kategorie somit der beste Luftreiniger im Test. Das Modell von Soehnle absolvierte nur den ersten Schritt mit guter Leistung. Nach 100 Zigaretten ließ die Reinigungskraft stark nach.

Helfen Luftreiniger bei Giftstoffen in der Wohnung?

Gasförmige Giftstoffe wie Formaldehyd können aus Möbeln ausdünsten oder auch durch geöffnete Fenster in die Wohnung gelangen. Diese Lösungsmittel gelten als krebserregend und können die Schleimhäute reizen. Deshalb haben die Tester untersucht, wie die ausgewählten Luftreiniger mit dieser Problematik fertig werden. Hier sind vor allem die Aktivkohlefilter in den Geräten gefragt.

Das Ergebnis war nicht überzeugend. Das beste Gerät beim Schadstofffiltern ist der Soehnle Airfresh Clean Connect 500. Er schaffte es in einem 40 Kubikmeter großen Raum, immerhin 45 Prozent Formaldehyd herauszufiltern. Das Modell von Beurer schaffte unter gleichen Bedingungen nur neun Prozent.

Wie häufig müssen die Filter bei Luftreinigern gewechselt werden?

Wie häufig die Filter bei Luftreinigern gewechselt werden müssen, hängt von der Nutzungsintensität und den Herstellerangaben ab. Die Angaben dazu sind sehr unterschiedlich. Philips gibt an, dass der Aktivkohlefilter alle zwölf Monate gewechselt werden sollte, der HEPA-Filter alle zwei Jahre. Beim Modell von Soehnle ist ein Filterwechsel alle 4.320 Stunden nötig. Das wäre nach 180 Tagen, also einem halben Jahr, Dauerbetrieb.

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