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Luftreiniger im Test: Diese Modelle sorgen für saubere und pollenfreie Luft

Stiftung Warentest  

Luftreiniger im Test: nur zwei können überzeugen

Von Monika Salz

14.04.2020, 14:51 Uhr

Reine Luft in Wohnräumen ohne Pollen und Allergene – das versprechen Luftreiniger. Die Stiftung Warentest hat in ihrer "test"-Ausgabe (Februar 2020) sieben Luftreiniger auf ihre Wirksamkeit hin untersucht. Wir stellen die Ergebnisse und Testsieger vor und erklären die Funktionsweise der Geräte.

Unangenehme Gerüche, Zigarettenqualm, Pollen und Allergene: Durch das tägliche Lüften gelangt schmutzige Luft von außen in die Wohnung. Aber selbst bei geschlossenen Fenstern und Türen findet ein geringer Luftaustausch statt – komplett dicht sind normale Häuser und Wohnungen nicht. Für Pollenallergiker, aber auch Menschen, die sensibel auf Umweltgifte reagieren, kann dies zu einem Problem werden.

Zudem entstehen auch in der Wohnung Luftverunreinigungen, sei es durch Staub, Kochen, Haustiere oder offene Kamine. Luftfilter versprechen Hilfe im Kampf gegen belastete Raumluft. Gut zu wissen: Gegen Viren helfen die Luftreiniger nur bedingt. Eine gute Durchlüftung verringert zwar die Ansteckungsgefahr, eliminieren können die Luftfilter die Viren jedoch meist nicht.

Was wurde getestet?

Im Test der Stiftung Warentest waren sieben Luftreiniger unterschiedlicher Hersteller, darunter Modelle von Philips, Soehnle, Rowenta, Dyson und Beurer. Die Stiftung Warentest legte ihr Augenmerk in erster Linie auf die Luftreinigung (60 % der Gesamtnote). Hier wurde das Reinigungsverhalten bezüglich Pollen, Zigarettenrauch und Formaldehyd untersucht. Des Weiteren wurden Handhabung (20 %), Umwelteigenschaften (15 %) und Sicherheit (5 %) der Geräte überprüft. Zusätzlich schauten sich die Tester das Datensendungsverhalten der Modelle mit App-Steuerung an.

Luftreiniger im Test – nur zwei sind empfehlenswert

Das Ergebnis des aktuellen Tests ist ernüchternd. Nur zwei Geräte konnten die Stiftung Warentest überzeugen und wurden mit dem "test"-Qualitätsurteil "Gut" ausgezeichnet. Drei Luftreiniger bekamen die Gesamtnote "Befriedigend" und zwei ein "Ausreichend". Positiv fiel im Test auf, dass alle Modelle im Testpunkt Sicherheit mit "Sehr Gut" abschnitten. Bester Luftreiniger im aktuellen Test ist der Philips AC2889/10. Er bekam das "test"-Qualitätsurteil "Gut (2,4)". Auf dem zweiten Platz landetet der Soehnle Airfresh Clean Connect 500 mit dem "test"-Qualitätsurteil "Gut (2,5)".

Der Testsieger – Philips AC2889/10 Luftreiniger

Bester Luftreiniger ist der AC2889/10 von Philips. Beim Filtern von Pollen und Zigarettenrauch lieferte das Modell gute Ergebnisse. Selbst nach 100 Zigaretten war die Filterleistung noch gut. Bei Formaldehyd waren die Filterergebnisse nur ausreichend. Das Filtersystem besteht aus Vorfilter, Aktivkohlefilter und HEPA-Filter. Das Philips-Gerät verfügt über eine App-Steuerung und kann mit Apples Sprachassistenz Siri genutzt werden. Der Vorfilter ist waschbar, HEPA- und Aktivkohlefilter können als Ersatzteile nachgekauft werden. Die Preise liegen zwischen 30 bis 50 Euro.

Bester gegen Formaldehyd – Soehnle Airfresh Clean Connect 500

Mit einem "test"-Qualitätsurteil "Gut (2,5)" kam der Luftreiniger Soehnle Airfresh Clean Connect 500 auf den zweiten Platz. Das Gerät ist etwas günstiger als der Testsieger und überzeugt vor allem bei der Filterung von Formaldehyd, wie es mitunter aus Möbeln ausdampft. Dafür war die Filterqualität nach 100 Zigaretten nicht mehr gut. Das Filtersystem besteht aus Vorfilter, Aktivkohlefilter und EPA-Filter. Der Luftreiniger kann über WLAN per App gesteuert werden. Vorfilter und Kombifilter (Aktivkohle und EPA-Filter) können über den Handel nachbestellt werden und liegen preislich auf ähnlichem Niveau wie beim Modell von Philips.

Wie funktioniert ein Luftfilter?

Luftfilter besitzen meist mehrere Filter in ihrem Inneren, die Pollen und Partikel aus dem Raum herausfiltern und so die Luftqualität erhöhen. Der Aufbau solcher Filtersysteme ist meist ähnlich – es geht von grob und groß nach fein und klein. Die Luft wird durch den Luftreiniger angesaugt, und der Vorfilter nimmt große Partikel, Flusen und Wollmäuse auf. Danach kümmert sich ein feinmaschigerer Filter um kleinere Partikel, Feinstaub und Pollen. Die Raumluft wird dann zum dritten Filter, dem Aktivkohlefilter, weitergeleitet. Dieser filtert Gerüche und andere gasförmige Verbindungen aus der Raumluft.

Welcher Luftfilter eignet sich für welche Raumgröße?

Die Herstellerangaben zu den Luftfiltern werden meist in Quadratmetern angegeben. Laut der Stiftung Warentest taugt diese Angabe jedoch nur bedingt als Anhaltspunkt. Sinnvoller wäre es, die Kubikmeterzahl anzugeben, da das Raumvolumen viel aussagekräftiger ist. Es macht einen Unterschied, ob der Raum, in dem der Luftreiniger arbeiten soll, eine Deckenhöhe von 2,50 Metern oder vier Metern hat oder gar nach oben über mehrere Etagen offen ist.

Die Tester haben deshalb bei ihren Versuchen mit Zigarettenqualm nachgerechnet. Besonders effizient waren die beiden Testsieger und das Modell von Rowenta. Sie schafften es bei Raumgrößen zwischen 19 und 23 Quadratmetern und 2,50 Meter Raumhöhe 90 Prozent des Rauchs zu reinigen. Das Modell von Dyson schaffte nur sieben Quadratmeter.

Können Luftreiniger Zigarettenrauch reinigen?

Zigarettenrauch riecht unangenehm und die Schadstoffe schädigen auf Dauer die Gesundheit. Deshalb legte die Stiftung Warentest in ihrem Praxistest ein besonderes Augenmerk darauf. Getestet wurde das Filterverhalten der Geräte bei neuem Filter und bei einem Filter, nachdem schon der Rauch von 100 Zigaretten gefiltert wurde.

Der Testsieger von Philips schaffte beide Prüfvorgaben ohne Probleme. Auch nach 100 Zigaretten reinigte er noch tadellos und war in dieser Kategorie somit der beste Luftreiniger im Test. Das Modell von Soehnle absolvierte nur den ersten Schritt mit guter Leistung. Nach 100 Zigaretten ließ die Reinigungskraft stark nach.

Helfen Luftreiniger bei Giftstoffen in der Wohnung?

Gasförmige Giftstoffe wie Formaldehyd können aus Möbeln ausdünsten oder auch durch geöffnete Fenster in die Wohnung gelangen. Diese Lösungsmittel gelten als krebserregend und können die Schleimhäute reizen. Deshalb haben die Tester untersucht, wie die ausgewählten Luftreiniger mit dieser Problematik fertig werden. Hier sind vor allem die Aktivkohlefilter in den Geräten gefragt.

Das Ergebnis war nicht überzeugend. Das beste Gerät beim Schadstofffiltern ist der Soehnle Airfresh Clean Connect 500. Er schaffte es in einem 40 Kubikmeter großen Raum, immerhin 45 Prozent Formaldehyd herauszufiltern. Das Modell von Beurer schaffte unter gleichen Bedingungen nur neun Prozent.

Wie häufig müssen die Filter bei Luftreinigern gewechselt werden?

Wie häufig die Filter bei Luftreinigern gewechselt werden müssen, hängt von der Nutzungsintensität und den Herstellerangaben ab. Die Angaben dazu sind sehr unterschiedlich. Philips gibt an, dass der Aktivkohlefilter alle zwölf Monate gewechselt werden sollte, der HEPA-Filter alle zwei Jahre. Beim Modell von Soehnle ist ein Filterwechsel alle 4.320 Stunden nötig. Das wäre nach 180 Tagen, also einem halben Jahr, Dauerbetrieb.

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