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Ganzjahresreifen für Kleinwagen bis SUV: Reifenwechsel ade mit Allwetterreifen

Nie mehr Reifen wechseln  

Ganzjahresreifen für Kleinwagen bis SUV: Darauf müssen Sie achten

04.09.2020, 16:17 Uhr | cb, t-online, JPH

Ganzjahresreifen für Kleinwagen bis SUV: Reifenwechsel ade mit Allwetterreifen. Ganzjahresreifen sind ein guter Kompromiss für alle, die nicht zweimal im Jahr die Autoreifen wechseln wollen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/welcomia)

Ganzjahresreifen sind ein guter Kompromiss für alle, die nicht zweimal im Jahr die Autoreifen wechseln wollen. (Quelle: welcomia/Thinkstock by Getty-Images)

Reifenwechsel sind lästig und gehen ins Geld. Ganzjahresreifen versprechen Abhilfe, denn sie können das ganze Jahr hindurch gefahren werden. Müssen Fahrer dabei Kompromisse eingehen? Wir erklären, was Sie beim Kauf von Ganzjahresreifen beachten sollten und welche Reifen in Tests gut abgeschnitten haben.

Wie man es macht, macht man es falsch. Dieser Eindruck drängt sich so manchem Autofahrer auf, der brav zweimal pro Jahr die Reifen wechselt. Denn Winter und Sommer sind längst nicht mehr das, was sie mal waren. Und wer dann bei 14 Grad im Dezember mit seinen Winterreifen herumfährt oder bei Hagel mit Sommerreifen vom Badesee wegfährt, ist weit davon entfernt, die am besten geeigneten Reifen zu nutzen.

Richtig ist: Allwetterreifen oder auch Ganzjahresreifen sind in den Teildisziplinen Trockenheit und Schnee nicht so gut wie spezielle Sommer- oder Winterreifen. Sie sind ein Kompromiss – können aber trotzdem die beste Lösung sein. Zum Beispiel für Familien, die zwei Autos besitzen und ein Auto nur für kurze Strecken im Alltag nutzen. Wenn Sie damit also nicht gerade in den Skiurlaub fahren oder sonstige längere Fahrten durchführen, kann ein Ganzjahresreifen eine preisgünstige Alternative sein. 

Unsere Ganzjahresreifen-Empfehlungen

Wir haben Reifenmodelle für Sie recherchiert, die in Tests besonders gut abgeschnitten haben. Bei den Testergebnissen sollten Sie bedenken, dass sich die Ergebnisse oft auf eine bestimmte Größe und Ausführung der Reifen beziehen. Die Eigenschaften könnten also bei anderen Fahrzeugen und Größen abweichen.

Der Testsieger: Continental AllSeasonContact

Der Continental-AllSeasonContact-Ganzjahresreifen schneidet durchweg mit Bestnoten ab. Er ist Testsieger bei "auto motor und sport" mit dem Urteil "sehr empfehlenswert". Pluspunkte gibt es für eine gute Schneeperformance und ausgezeichneten Grip auf Nässe. Mit den Maßen 225/45 R17 gehört er zu den meistverkauften Reifengrößen für die Kompakt- und Mittelklasse. Somit ist er eine gute Wahl für den VW Golf, BMW 1er oder Audi A3. "Autobild" und "Autotest" vergaben das Urteil "vorbildlich", lediglich der ADAC bewertet ihn mit "befriedigend" (ADAC Test von 10/2018). Auf trockener Fahrbahn fanden ihn die ADAC-Tester etwas schwach. Dafür bekam er die Bestnote beim Spritverbrauch und zeigte sich gut auf Nässe und Schnee. Wenn Sie Wert auf gute Eigenschaften im Winter legen, ist dieses Modell die richtige Wahl.

Der beste für SUVs: Michelin CrossClimate SUV

Der Ganzjahresreifen Michelin CrossClimate SUV ist beim Test von "Autobild" mit dem Urteil "vorbildlich" ganz vorn gelandet. Mit seiner Größe 235/55 R19 ist er vor allem für große SUV und Geländewagen geeignet. Beim Test auf Schnee, Nässe und Trockenheit erzielte er jeweils die Note "gut". Michelin setzt bei seinem Reifen den Fokus auf gute Eigenschaften bei Trockenheit. Dafür büßt er etwas Schneetauglichkeit im Winter ein. Die Tester merken jedoch an, dass er sich auch bei Schnee sicher fahren lässt. Es handelt sich also um einen soliden Ganzjahresreifen, der nah am Komfort eines Sommerreifens liegt.

Der beste für Kleinwagen: Nexen N blue 4 Season

Mit einer Note von 2,7 hat der Nexen N blue 4 Season im letzen ADAC-Test von 2018 am besten abgeschnitten. In der Größe 175/65 R14 ist er für Kleinwagen wie den VW Up, Renault Twingo oder Ford Fiesta geeignet. Auf nasser Fahrbahn schnitt der Reifen gut ab, auf Eis erzielte er sogar die Bestnote. Auf trockener und schneebedeckter Fahrbahn erhielt er die Note "befriedigend". Ein "gut" oder "sehr gut" hat in dieser Größe jedoch kein Ganzjahresreifen im ADAC-Test bekommen.

Der Dauerläufer: Michelin Crossclimate

Der Michelin Crossclimate hat es gleich auf mehrere Bestenlisten von Reifenvergleichen geschafft. "Autobild" vergibt im Test die Note "vorbildlich" und kürt ihn als "Ecomeister" für niedrigen Verbrauch und geringen Verschleiß. Auch das besonders gute Preis-Leistungs-Verhältnis wird von den Testern gelobt. In der Größe 225/45 R17 gehört er zu den Bestsellern für die Kompakt- und Mittelklasse wie VW Golf und BMW 1er. Der ADAC gab dem Reifen indes nur die Note "ausreichend". Vor allem das Fahrverhalten bei Schnee sorgte für die weniger gute Bewertung. Im Test der "Auto Zeitung" bremste er nach einer Laufleistung von 10.000 Kilometern sogar besser als im neuwertigen Zustand und überzeugt mit langer Lebensdauer. 

Fazit: Den besten Ganzjahresreifen finden

VW Golf, BMW 1er und Audi A3: Für die beliebte Kompaktklasse ist der Testsieger von Continental eine gute Wahl und damit auch unsere Empfehlung. Für Kleinwagen wie den VW Up oder Ford Fiesta ist der Reifen von Nexen unser Favorit. Und für große SUVs greifen Sie zum 19-Zöller von Michelin

Wenn Sie auf den Reifenwechseln verzichten möchten, ist ein Ganzjahresreifen eine gute Wahl, solange Sie nicht jeden Winter ins Skigebiet fahren oder in den Alpen wohnen. Denn wer auf die Allwetterreifen setzt, muss Kompromisse eingehen. Bei der Wahl stellt sich daher die Frage: Möchten Sie eine hohe Wintertauglichkeit oder gute Eigenschaften im Sommer? 

Ein Beispiel dafür ist auch der schlechteste Reifen im Test des ADAC. Der Bridgestone Weather Control A005 (Größe 235/55 R17) erreicht auf trockener und nasser Fahrbahn zwar gute Ergebnisse, im Schnee fällt er jedoch komplett durch. Er erhält die Endnote "mangelhaft". Die Tester bewerten ihn dadurch als einen verkappten Sommerreifen. Achten Sie daher auf gute Ergebnisse bei Schnell und Eis, wenn Sie auch im Winter sicher unterwegs sein möchten.

Alles Wissenswerte zu Ganzjahresreifen

Welche rechtlichen Vorschriften gelten bei Ganzjahresreifen?

Mit Sommerreifen darf man in Deutschland bei Schnee nicht auf den Straßen unterwegs sein. Mit Ganzjahresreifen oder Allwetterreifen indes schon. Wichtig ist, dass die Reifen den Winterreifen rechtlich gleichgestellt sind. Das ist nur der Fall, wenn sie mit dem sogenannten Alpine-Symbol gekennzeichnet sind, das aussieht wie ein Berg mit einer Schneeflocke.

Dieses Symbol dürfen die Hersteller erst anbringen, wenn die Reifen einen Schneetest bestanden haben. Für neu gekaufte Reifen ist die ältere M+S-Kennzeichnung nicht mehr ausreichend. M+S-Reifen, die bis Ende 2017 produziert wurden, dürfen nur noch bis Ende 2024 als Ganzjahresreifen gefahren werden. Wer sie länger nutzt, riskiert ein Bußgeld und den Versicherungsschutz.

Worauf kommt es bei Ganzjahresreifen an?

Wenn Sie sich entschieden haben, Ganzjahresreifen anzuschaffen, sollten Sie überlegen, was Ihnen am wichtigsten ist. Gute Fahreigenschaften im Sommer oder im Winter? Bei Tests, in denen die Bremswege bei den unterschiedlichsten Straßenverhältnissen gemessen werden, zeigen Ganzjahresreifen der verschiedenen Hersteller entweder bessere Ergebnisse auf trockener oder nasser Fahrbahn. Ganzjahresreifen, die in jeder Situation gleichermaßen gut sind, gibt es nicht.

Sie müssen also entscheiden, ob Sie mehr Wert auf guten Grip im Sommer oder Herbst und Winter legen. Oder Sie wählen einen Reifen, der in beiden Fällen keine Spitzenwerte liefert, aber dafür in allen Tests solide Mittelwerte. 

Welche Reifengröße ist die richtige?

Welche Reifengrößen für Ihr Fahrzeug zugelassen sind, finden Sie in den Zeilen 15.1 und 15.2 der "Zulassungsbescheinigung Teil 1". Dort ist aber nur eine Größe beziehungsweise eine Größenkombination angegeben, falls für Vorder- und Hinterachse unterschiedliche Reifengrößen vorgesehen sind.

Weitere mögliche Reifengrößen stehen im sogenannten CoC-Dokument ("Certification of Conformity") unter den Ziffern 32 und 50. Falls die Unterlagen nicht vorliegen sollten, können Sie diese bei Ihrem Händler anfordern.

Alternativ können Sie die Reifengröße auch anhand bereits vorhandener Reifen feststellen. Auf den Reifenflanken sind die technischen Details des Reifens aufgedruckt.

Was bedeuten die Bezeichnungen auf den Reifen?

Steht auf einem Reifen zum Beispiel 175/70 R 13 82 T, so stehen die einzelnen Zahlen und Buchstaben für folgende Werte:

  • 175: Reifenbreite in mm
  • 70: Höhen-Breiten-Verhältnis in Prozent
  • R: Reifenbauart – R steht für Radial (Z steht für Hochgeschwindigkeitsreifen)
  • 13: Felgendurchmesser in Zoll
  • 82: Tragfähigkeitsindex
  • T: Zulässige Höchstgeschwindigkeit, T steht für 190 Kilometer pro Stunde

Folgende Geschwindigkeitskennbuchstaben gibt es:

  • Q = 160 Kilometer pro Stunde
  • R = 170 Kilometer pro Stunde
  • S = 180 Kilometer pro Stunde
  • T = 190 Kilometer pro Stunde
  • U = 200 Kilometer pro Stunde
  • H = 210 Kilometer pro Stunde
  • V = 240 Kilometer pro Stunde
  • VR = über 210 Kilometer pro Stunde
  • W = 270 Kilometer pro Stunde
  • Y = 300 Kilometer pro Stunde

Der Tragfähigkeitsindex ist ein kodierter Wert für die maximal zulässige Last pro Reifen. Der Code 82 steht beispielsweise für eine zulässige Last von 475 Kilogramm pro Reifen. Die Werte beziehen sich auf einen Reifendruck von 2,5 bar. Der in den Fahrzeugpapieren genannte Tragfähigkeitsindex darf überschritten werden. Eine niedrigere Indexzahl ist nicht erlaubt.

Verwendete Quellen:

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