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Sicher mit dem Rad unterwegs: Die besten Fahrradhelme im Test

Sicher mit dem Rad unterwegs  

Die besten Fahrradhelme für Erwachsene im Test

Von Katja Schmidt

08.06.2020, 09:14 Uhr
Sicher mit dem Rad unterwegs: Die besten Fahrradhelme im Test. Eine junge Frau setzt sich zur Sicherheit einen Fahrradhelm auf. (Quelle: Getty Images/amriphoto)

Eine junge Frau setzt sich zur Sicherheit einen Fahrradhelm auf. (Quelle: amriphoto/Getty Images)

Fahrradfahren liegt im Trend, doch längst nicht alle erwachsenen Radfahrer tragen einen Helm. Ohne riskiert man bei einem Unfall schwere Kopfverletzungen. Um die zu vermeiden, ist der richtige Fahrradhelm wichtig. Bei der Wahl des sichersten Helms sind Testergebnisse daher sehr hilfreich.

Es gibt in Deutschland zwar keine Helmpflicht, dennoch ist es für Radfahrer sinnvoll einen Helm zu tragen. Stürze und Unfälle können sonst zu schweren Kopfverletzungen führen. Die Stiftung Warentest hat Fahrradhelme für Erwachsene zuletzt im Jahr 2017 gemeinsam mit dem ADAC und dem österrei­chischen Verein für Konsumenten­information (VKI) getestet. Dieser Test liegt zwar schon eine Weile zurück, war dafür aber sehr anspruchsvoll: Den Fahrradhelmen wurde beispielsweise deutlich mehr abver­langt als die Norm­prüfung, zudem wurde eine erweiterte Stoßprüfung durchgeführt. Die Testergebnisse sind deshalb weiterhin aussagekräftig. Wir stellen die Testsieger und weitere empfehlenswerte Fahrradhelme vor.

Was sollte man bei der Wahl eines Fahrradhelms beachten?

Grundsätzlich sollten Fahrradfahrer zu ihrer eigenen Sicherheit nur mit Helm radeln. Um den richtigen Fahrradhelm zu finden, sollte man neben Testergebnissen bei der Wahl eines Hartschalenhelms folgende Punkte beachten:

  • Ein Helm muss in der richtigen Größe gekauft werden. Hierbei helfen Größenangaben der Hersteller. Nützlich kann natürlich auch eine Anprobe sein.
  • Achten Sie auf das Produktions- und das Verfallsdatum auf der Verpackung und der Helmschale.
  • Der Fahrradhelm sollte allen geltenden Richtlinien und Vorschriften gemäß EN 1078, TÜV GS und CE entsprechen. Helme mit entsprechendem Prüfsiegel erfüllen deren grundlegenden Sicherheitsanforderungen. Bei allen von uns vorgestellten Fahrradhelmen trifft das natürlich zu.
  • Wählen Sie möglichst helle und auffällige Farben. Dadurch sind Sie nicht nur besonders gut zu sehen, sondern die helle Farbe verringert zudem das Aufheizen des Helmes durch Sonneneinstrahlung.
  • Noch besser zu sehen und damit sicherer sind Fahrradhelme mit großen und gut positionierten Reflektoren und zusätzlichem LED-Rücklicht.

Der Testsieger: Fahrradhelm Activ 2 von Casco

Der Fahrradhelm Activ 2 von Casco schnitt im gemeinsamen Test von Stiftung Warentest und ADAC mit der Gesamtnote "Gut (1,7)" als alleiniger Testsieger ab. Er schützt sehr gut beim Sturz auf den Kopf. Die Tester lobten außerdem die sehr gute Riemen- und Schloss­kon­struktion und die einfache Handhabung. Mit knapp 300 Gramm ist der Helm relativ leicht und damit angenehm zu tragen. Zur Sicherheit des Fahrradhelms tragen reflektierende Streifen bei. 

Über 30 großvolumige Öffnungen lässt der Helm viel Fahrt­wind zur Belüftung durch – das ist vor allem bei Wärme sehr angenehm. Kleine Tiere werden durch einen Insektenschutz vom Kopf abgehalten. Praktisch ist die ver­stell­bare Sonnen­blende, mit der man seine Augen vor Sonnenstrahlen schützen kann, egal wie hoch oder tief die Sonne steht. Es gibt den Casco Activ 2 in drei verschiedenen Größen und in verschiedenen Farben, sodass jeder auch optisch den richtigen Fahrradhelm für sich finden kann.

Zweitbester Fahrradhelm im Test: Cratoni Pacer

Mit dem Gesamturteil "Gut (1,8)" landete der Fahrradhelm Pacer von Cratoni auf dem zweiten Platz im Test. Der sportliche Helm ist mit 254 Gramm ein absolutes Leichtgewicht. Trotzdem bietet er sehr guten Schutz gegen Kopf­ver­let­zungen. Außerdem ist er sehr ein­fach anzu­passen und bequem. Die Tester monierten jedoch, dass der Fahrradhelm bei Dunkelheit nur schwer erkennbar ist. Allerdings hat auch dieser Helm Reflektoren, die die Sichtbarkeit erhöhen sollen.

Seine Schale lässt während der Fahrt viel Luft durch 20 Ventilationsöffnungen, sodass er auch bei Hitze gut zu tragen ist. Ein Insektenschutz sorgt dafür, dass außer Luft nichts an den Kopf kommt. Das Visier ist im Vergleich zu dem des Activ 2 zwar nicht verstellbar, kann jedoch abgenommen werden, wenn man sich daran stört. Diesen Helm gibt es in zwei Größen, in zahlreichen Farben und in einer neueren Plus-Variante.

Der Dritte im Test: Fahrradhelm Beam Mips von Lazer

Der Fahrradhelm Beam Mips von Lazer landete im gemeinsamen Test von ADAC und Stiftung Warentest mit dem Gesamturteil "Gut (2,1)" auf Rang drei. Er bietet guten Schutz bei Unfällen und Stürzen, ist aber aufgrund einer wenig hilfreichen Gebrauchsanleitung zunächst nicht ganz einfach zu handhaben. Er wiegt 285 Gramm und sitzt komfortabel. Reflektoren, die für Sicherheit durch Sichtbarkeit sorgen, hat dieser Helm leider nicht.

Ein Insektenschutz und 16 Öffnungen zur Belüftung sorgen für eine angenehme Fahrt. Das Visier ist bei diesem Helm in die Außenschale integriert. MIPS steht für Multidirectional Impact Protection System und bedeutet, dass der Helm beziehungsweise dieses System vor Aufschlägen mit unterschiedlichen Bewegungs- und/oder Kraftrichtungen schützen soll. Den Fahrradhelm gibt es in zwei verschiedenen Größen.

Allrounder für Einsteiger: Fahrradhelm Uvex I-VO CC

Dieser Fahrradhelm des Herstellers Uvex war nicht im Test von Stiftung Warentest und ADAC, in Sicherheitstests verschiedener Institute schnitt er jedoch stets gut bis sehr gut ab. Der Helm wiegt je nach Größe ab 225 Gramm, ist also sehr leicht. Seine leichte Handhabung überzeugt: Er kann einhändig geöffnet werden und lässt sich stufenlos an jede Kopfform anpassen. Reflektoren sucht man am Uvex-Helm vergeblich, optional kann aber ein LED-Licht an der Rückseite angebracht werden, um die Sichtbarkeit zu erhöhen.

24 Belüftungskanäle sorgen für ein gutes Klima während der Fahrt, allerdings sind davon nur die vorderen mit einem Insektenschutz ausgestattet. Das Visier kann abgenommen, jedoch nicht verstellt werden. Es gibt das Modell von Uvex in zwei Größen und sechs Farben. Er ist durch die einfache Handhabung, die ansprechende Optik und seine Leichtigkeit ein optimaler Fahrradhelm für Einsteiger und ein echter Allrounder.

Preis-Leistungs-Tipp: Abus Aduro 2.0

Der Hersteller Abus ist unter Radfahrern vor allem für seine Fahrradschlösser bekannt, produziert aber unter anderem auch Fahrradhelme. Der Aduro 2.0 war ebenfalls nicht im Test von Stiftung Warentest und ADAC, überzeugt aber mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Gewicht des stabilen Fahrradhelms liegt bei knapp 300 Gramm. Mit einem feinjustierbaren Verstellsystem kann er an den Kopf angepasst werden, was für hohen Tragekomfort sorgt.

Besonders schön bei diesem Fahrradhelm: Neben Reflektoren ist ins Verstellrad an der Rückseite eine LED-Leuchte integriert. Durch elf Luftein- und drei Luftauslässe wird eine gute Ventilation sichergestellt. Fliegengitter schützen vor Kleintieren. Auch bei diesem Modell kann das Visier abgenommen, aber nicht verstellt werden. Der Fahrradhelm von Abus ist in zwei Größen und zehn verschiedenen Farbkombinationen erhältlich.

Unser Fazit

Sehr guter Kopfschutz, einfache Handhabung, Tragekomfort und optimales Fahrklima: Uneingeschränkt empfehlen können wir für alle Fahrradfahrer den Casco Activ 2 als Testsieger von ADAC und Stiftung Warentest. Auch die etwas preiswerteren Modelle der Hersteller Cratoni, Uvex und Abus können überzeugen, insbesondere unser Preis-Leistungs-Tipp, der Aduro 2.0.

Wie ermittelt man die richtige Helmgröße?

Für den richtigen Sitz eines Fahrradhelms und damit den optimalen Schutz muss die passende Helmgröße gewählt werden. Zur Bestimmung der Größe vermessen Sie Ihren Kopf mit einem Maßband. Legen Sie es am besten 2,5 Zentimeter über den Augenbrauen und an den Schläfen an. Da der Helm idealerweise dort sitzen sollte, ist die Messung Ihres Kopfumfangs an dieser Stelle am genauesten.

Wie trägt man den Fahrradhelm richtig?

Nur wenn Sie Ihren Helm richtig tragen, sind Sie geschützt. Es ist daher wichtig, dass er richtig sitzt. Achten Sie beim Aufsetzen des Fahrradhelms darauf, dass er nicht zu weit hinten sitzt: Ist er zu weit in den Nacken geschoben, bleibt Ihre Stirn ungeschützt. Vorn sollte er etwa 2,5 Zentimeter über den Augenbrauen sitzen. Ist der Helm richtig platziert, stellen Sie den Kopfriemen ein. Man sollte den Helm nicht zu locker tragen. Der Helm passt, wenn der Kopf nach dem Spannen des Kopf­rings nur an gepols­terten Stellen mit der Helm­schale Kontakt hat. Als Letztes schließen Sie dann den Kinnriemen, der stramm sitzen sollte. 

Kann ein Fahrradhelm nach einem Sturz weiterhin verwendet werden?

Nach einem Sturz sollte ein Fahrradhelm ausgetauscht oder mindestens überprüft werden, auch wenn von außen keine Schäden zu erkennen sind: Innere strukturelle Schäden sind äußerlich nicht zu sehen. Eine Überprüfung ist deshalb unerlässlich. Nach einem Unfall kann der Schutz des Kopfes sonst nicht mehr garantiert werden. Ist der Helm beschädigt, muss er in jedem Fall ausgetauscht werden.

Wie lange hält ein Fahrradhelm?

Auch bei normaler Nutzung und ohne Sturz ist ein Fahrradhelm irgendwann nicht mehr sicher. Verschleiß und Materialschwächung vor allem durch Sonneneinstrahlung und Wetter begrenzen die Haltbarkeit eines Fahrradhelms. Verändert sich die Außenschale des Helms oder die Füllung aus Hartschaum, sollte er gewechselt werden. Allerdings sind Helme auch bei täglichem Gebrauch bis zu fünf Jahre haltbar. Nach dem dritten Nutzungsjahr sollte man den Materialzustand jedoch regelmäßig prüfen.

Verwendete Quellen:
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