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Stiftung Warentest: Gute Fahrradbeleuchtung muss nicht teuer sein

Stiftung Warentest  

Fahrradbeleuchtung im Test: Gutes Fahrradlicht muss nicht teuer sein

26.08.2020, 14:11 Uhr | AH, t-online

Stiftung Warentest: Gute Fahrradbeleuchtung muss nicht teuer sein. Fahrradlicht im Test: Eine gute Fahrradbeleuchtung muss nicht immer teuer sein.  (Quelle: Getty Images/petekarici)

Fahrradlicht im Test: Eine gute Fahrradbeleuchtung muss nicht immer teuer sein. (Quelle: petekarici/Getty Images)

Eine gute Fahrradbeleuchtung macht in der Dunkelheit die Nacht zum Tag. In den letzten Jahren sind die Fahrradlichter dank innovativer LED-Technologie immer besser geworden. Die Stiftung Warentest hat in der aktuellen test-Ausgabe 09/2020 13 Frontscheinwerfer und sechs Rücklichter getestet. Wir stellen Ihnen die Testergebnisse vor.

Mit einem abnehmbaren Frontscheinwerfer und Rücklicht lassen sich Fahrräder ohne Beleuchtung problemlos nachrüsten und für die dunkle Jahreszeit vorbereiten. Neben der Helligkeit ist auch das Leuchtbild sowie die Leucht- und Ladezeit ein entscheidendes Kriterium zur Beurteilung der Scheinwerfer. Wir stellen Ihnen die Testsieger sowie weitere empfehlenswerte Fahrradbeleuchtungen aus dem aktuellen Test der Stiftung Warentest vor.


Was wurde getestet?

Die Stiftung Warentest hat insgesamt 13 Frontscheinwerfer und sechs Rücklichter aus unterschiedlichen Preisklassen untersucht. Bewertet wurden unter anderem das Licht und die Sicht, die Handhabung und die Haltbarkeit. Dabei geht die Teilkategorie Licht und Sicht mit 50 Prozent in die Gesamtbewertung ein, die Handhabung mit 30 Prozent und die Haltbarkeit mit 20 Prozent.

Das Testergebnis – gute Gesamtnoten in allen Preisklassen

Die Testurteile der Frontscheinwerfer und Rücklichter sind überwiegend positiv. Das Modell LS 760 I-Go Vision von Trelock ist der Testsieger und erreichte die Gesamtnote „Sehr gut (1,3)“. Von den 13 getesteten Frontscheinwerfern schnitten sieben mit der Gesamtnote "Gut" ab. Darunter Fahrradlichter der Marken Busch+Müller, Cateye und Sigma.

Drei der Frontscheinwerfer erreichten die Gesamtnote „Befriedigend“ und zwei fielen sogar mit der Note „Ausreichend“ durch. Als größtes Manko stellte sich bei den letzten beiden Modellen die mechanische Belastbarkeit heraus.

Die Ergebnisse der Rücklichter fielen deutlich positiver aus, denn alle sind sichtbar, robust und preislich ähnlich. Fünf der sechs getesteten Lichter erhielten von der Stiftung Warentest die Gesamtnote „Gut“. Nur ein Modell wurde mit „Befriedigend“ bewertet. Testsieger mit dem test-Qualitätsurteil „Gut (1,7)“ wurde das Rücklicht Blaze von Sigma. Auffällig sind jedoch die großen Unterschiede bei der Leuchtdauer. Von 5 Stunden bis 22 Stunden ist alles dabei.

Frontscheinwerfer für das Fahrrad – die Testsieger

Der Testsieger: Trelock LS 760 I-Go Vision

Der Testsieger unter den Frontscheinwerfern mit der Gesamtnote „Sehr gut (1,3)“ wurde das Premium-Modell LS 760 I-Go Vision von Trelock. Vor allem in den Kategorien Licht und Sicht sowie Haltbarkeit erreichte der Scheinwerfer sehr gute Ergebnisse. Die maximale gemessene Beleuchtungsstärke betrug 98 Lux. Mit einer Leuchtdauer von rund sechs Stunden bei maximaler Helligkeit hält der Testsieger am längsten durch. 

Besonders hervorzuheben sind die sehr guten Leistungen beim Ausleuchten der Wege in der Dunkelheit. Die Fahrradbeleuchtung reicht rund 40 Meter und bietet dadurch eine gute Vorausschau. Auch die Restleuchtanzeige funktioniert minutengenau. Zur Ausrichtung ist eine digitale Wasserwaage im Scheinwerfer integriert. Das korrekte Ausrichten der Beleuchtung vermeidet außerdem das Blenden des Gegenverkehrs. 

Die hellste Leuchte als Zweitplatzierte: Busch+Müller Ixon Space

Der Ixon Space Frontscheinwerfer von Busch+Müller landete auf dem zweiten Platz und erhielt die Gesamtnote „Gut (1,6)“. Der Ixon Space Scheinwerfer war im Test der Stiftung Warentest die hellste Leuchte. Die maximale gemessene Beleuchtungsstärke betrug rund 162 Lux. Durch die enorme Helligkeit bietet dieses Modell ein hohes Maß an Sicherheit. Der Scheinwerfer leuchtet jedoch nur rund 15 Meter und ist deswegen nicht für schnelle Fahrer geeignet, da keine gute Vorausschau möglich ist. 

Vor allem bei der Haltbarkeit konnte diese Beleuchtung überzeugen und erreichte die Teilnote „sehr gut“. Der Spritzwasserschutz sowie die mechanische Belastbarkeit sind bei diesem Frontscheinwerfer besonders ausgeprägt. Bei niedrigster Leuchtstufe hält dieses Modell mit rund 30 Stunden Leuchtdauer am längsten. Dahingegen schafft der Testsieger von Trelock auf niedrigster Stufe gerade einmal 18 Stunden.

Der Preis-Leistungs-Sieger: Cateye G Volt 50

Der Frontscheinwerfer G Volt 50 von Cateye belegt den dritten Platz und erreichte die Gesamtnote „Gut (2,0)“. Im Test leuchtete die Fahrradlampe weit heller als ausgewiesen und erreichte eine Beleuchtungsstärke von rund 74 Lux. Der Leuchtkegel ist äußerst breit und mit einer Leuchtweite von bis zu 45 Meter übertrifft dieses Modell sogar den Testsieger. 

Die Leuchte kann dadurch auch problemlos von schnelleren Fahrern verwendet werden. Der Nahbereich bleibt jedoch relativ dunkel. Auch dieses Modell überzeugte die Stiftung Warentest neben der Helligkeit mit sehr guten Haltbarkeitseigenschaften. 

Der Allrounder: Sigma Aura 80 USB 

Die Fahrradlampe Aura 80 USB von Sigma erhielt im Test die Gesamtnote „Gut (2,0)“. Die Leuchte bietet ein gutes Mittelmaß. Das Nahfeld wird breit ausgeleuchtet und auch die Leuchtweite mit etwa 18 Meter ist für den alltäglichen Gebrauch ausreichend. Die Helligkeit lässt sich mit einer gemessenen Beleuchtungsstärke von rund 82 Lux ebenfalls im Mittelfeld ansiedeln. 

Handhabung, Licht und Sicht sowie Haltbarkeit sind von der Stiftung Warentest mit „sehr gut“ bis „gut“ beurteilt worden. Die Restlichtanzeige erfolgt mehrstufig. Mit einer Ladezeit von rund 8 Stunden und 40 Minuten braucht die Leuchte jedoch fast doppelt so lange zum Aufladen wie der Testsieger. 

Testsieger unter den Rücklichtern: Sigma Blaze

Mit der Gesamtnote „Gut (1,7)“ wurde die Rückleuchte Blaze von Sigma Testsieger bei den Rücklichtern. Das Modell erreichte in allen Kategorien die Teilnote „sehr gut“ bis „gut“ und überzeugte so die Stiftung Warentest. Mit einer Leuchtdauer von fast 11 Stunden liegt die Rückleuchte allerdings eher im Mittelfeld.

Unser Fazit

Die hellste Leuchte ist nicht gleich die beste Leuchte. Unser Preis-Leistungs-Sieger ist daher der Frontscheinwerfer von G Volt 50 von Cateye.

Die getesteten Rücklichter unterscheiden sich nur wenig. Alle sind robust und ungefähr gleich teuer. Unterschiede gab es vor allem in den Kategorien Handhabung sowie Licht und Sicht. Der Testsieger Blaze von Sigma bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist daher auch unser Favorit.


Häufig gestellte Fragen rund um Fahrradlichter

Wie viel Lux sollte eine Fahrradlampe haben?

Für den Straßenverkehr zugelassene Fahrradlampen liegen in dem Bereich zwischen 10 und 50 Lux. 1 Lux entspricht einem Lichtstrom von einem Lumen pro Quadratmeter. Lumen bezeichnet dementsprechend die ausgestrahlte Lichtausbeute. Lux ist hingegen die Beleuchtungsstärke, welche auf eine Fläche trifft, und beschreibt dadurch die Helligkeit.

Was sind die StVZO Vorschriften zur Fahrradbeleuchtung?

  • K-Nummer: Die K-Nummer gewährleistet, dass die Leuchte für den Verkehr zugelassen worden ist. 
  • Lichtpflicht: Sobald die Dämmerung einbricht, müssen alle Fahrräder mit einer Fahrradbeleuchtung ausgestattet sein.
  • Blendgefahr: Frontscheinwerfer müssen so montiert sein, dass sie den Gegenverkehr nicht blenden. Dazu wird empfohlen, die Lichter zwischen 40 und 120 Zentimeter über dem Boden anzubringen. 
  • Blinklichter: Aufblinkende Lichter sind an Fahrrädern generell nicht gestattet.
  • Reflektoren: Reflektoren sind Pflicht. Neben den Pedalen und den Speichern müssen auch Front- und Rückleuchte jeweils einen integrierten Reflektor besitzen. 
  • Erlaubte Extras: Solange die Leuchten über normales Abblendlicht verfügen, dürfen sie auch mit Tagfahr- und Fernlicht ausgestattet sein. Auch eine Bremslichtfunktion an den Rücklichtern ist erlaubt. 

Wie hell darf ein Fahrradlicht sein?

Laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung muss die Beleuchtungsstärke der Fahrradbeleuchtung über 10 Lux betragen.

Wie können die Frontscheinwerfer eingestellt werden?

Frontscheinwerfer müssen korrekt ausgerichtet werden, damit sie den Gegenverkehr nicht blenden. Stellen Sie Ihr Fahrrad dazu fünf Meter vor eine Wand. Messen Sie dann die Höhe vom Boden bis zur montierten Leuchte.

Übertragen Sie die gemessene Höhe danach auf die Wand und markieren Sie von dieser Höhe wiederum die Hälfte ebenfalls an der Wand.
Schalten Sie dann den Scheinwerfer ein und richten Sie den hellsten Punkt des Lichtkegels auf die zweite Markierung an der Wand. Achten Sie darauf, dass kein Licht über die obere Markierung an der Wand strahlt. Wenn Sie die Leuchte korrekt ausgerichtet haben, kann die Position fixiert werden.


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