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Seniorenhandy-Test: Stiftung Warentest prüft Handys für Senioren

Stiftung Warentest  

Seniorenhandys im Test: Nur wenige Geräte sind wirklich empfehlenswert

Von Katja Schmidt

26.03.2021, 15:12 Uhr
Seniorenhandy-Test: Stiftung Warentest prüft Handys für Senioren. Seniorenhandys im Test: Die Stiftung Warentest hat Mobiltelefone für Menschen mit Seh-, Hör- und Motorikschwächen untersucht. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/sircco)

Seniorenhandys im Test: Die Stiftung Warentest hat Mobiltelefone für Menschen mit Seh-, Hör- und Motorikschwächen untersucht. (Quelle: sircco/Thinkstock by Getty-Images)

Werden Sehkraft, Gehör oder Motorik mit zunehmendem Alter schlechter, können Seniorenhandys helfen, mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben. Die Stiftung Warentest hat 15 dieser Spezialhandys untersucht. Wir zeigen die Testergebnisse und erklären, worauf es bei den Handys ankommt.

Gerade in der Corona-Zeit ist das Telefon häufig die einzige Möglichkeit für ältere Menschen, mit ihren Lieben in Kontakt zu bleiben. Da ist es gut, dass es Seniorenhandys gibt, die übersichtlich sind und sich leicht bedienen lassen. Natürlich sind diese speziellen Mobiltelefone nicht nur für Senioren geeignet, sondern auch für andere Personen mit körperlichen Einschränkungen wie Hör-, Seh- oder Motorikschwächen. Die Stiftung Warentest hat 15 von ihnen für die Ausgabe vom März 2021 überprüft. Wir stellen die Ergebnisse des Seniorenhandy-Tests vor.

Stiftung Warentest: So wurde getestet

In einem interna­tionalen Gemein­schafts­test unter Federführung der Stiftung Warentest wurden insgesamt 15 Handys für Senioren beziehungsweise für Menschen mit Handicap untersucht. Darunter waren neun Einfach-Handys ohne Internetzugang, drei Hybrid-Handys, die den Zugang zum Internet ermöglichen und einige vorinstallierte Apps bieten, sowie drei Smartphones, die leichter zu bedienen sind als herkömmliche Modelle.

Die Mobiltelefone wurden unter den Gesichtspunkten Telefonieren (30 Prozent der Gesamtnote), Handhabung (40 Prozent), Haltbarkeit (10 Prozent) und Akku (20 Prozent) geprüft. Im Test wurde vor allem darauf geachtet, dass die Seniorenhandys auch für Personen mit Seh-, Hör- oder Motorikschwäche gut zu bedienen sind.

Seniorenhandys im Test: Die Ergebnisse im Überblick

Von den 15 Seniorenhandys im Test sind am Ende nur vier gut: jeweils zwei Einfach-Handys und zwei Smartphones. Alle drei untersuchten Hybrid-Handys sind lediglich "befriedigend". Vorn liegen in allen drei Kategorien Seniorenhandys des Marktführers Doro, aber auch Modelle von Emporia und Tiptel können überzeugen. Mobiltelefone von Panasonic, Blauton, Gigaset oder Bea-Fon erreichen dagegen nur "befriedigende" Noten. Ein Einfach-Handy von Telme fällt sogar mit "mangelhaft" durch.

Das 6040 von Doro und das Ergophone 6420 von Tiptel liegen mit der Gesamtnote "gut (2,4)" bei den Einfach-Handys klar vorn. Bei den Hybrid-Handys stehen ein Modell von Doro sowie das Emporia Touchsmart mit dem "test"-Qualitätsurteil "befriedigend (2,6)" gemeinsam auf Rang eins. Testsieger bei den Smartphones ist das Doro 8050 mit "gut (2,4)", aber auch das Emporia Smart.4 schneidet "gut" ab (2,5).

Testsieger unter den Einfach-Handys: Doro 6040

Das 6040 von Doro gehört zu den zwei Testsiegern unter den Einfach-Handys im Test. Es erreicht das "test"-Qualitätsurteil "gut (2,4)" und überzeugt die Prüfer von Stiftung Warentest vor allem mit seiner leichten Bedienbarkeit: Pluspunkte sammeln dabei die Großtasten mit ausreichend Abstand, Direktwahltasten für Nachrichten und die Drei-Megapixel-Kamera sowie die LED-Anzeige für den Ladestand des Akkus und neue SMS.

Auch das Design als Klapphandy überzeugt die Tester: Versehentliches Tastendrücken wird dadurch verhindert und Anrufe können durch Auf- und Zuklappen leicht angenommen und beendet werden. Der Akku kann im Test jedoch aufgrund einer Ladezeit von 165 Minuten weniger überzeugen, laut Hersteller liegt die Akkulaufzeit im Stand-by aber bei starken 420 Stunden. Praktisch ist in jedem Fall die mitgelieferte Tischladestation, dank der man sich Gefummel mit dem Netzstecker sparen kann.

Neben den normalen Funktionen zum Telefonieren, Fotografieren und Speichern von Nummern als Favoriten verfügt das Seniorenhandy auch über eine Notruftaste: Wird sie gedrückt, ruft das Handy gespeicherte Notfall­kontakte an, und zwar bis jemand rangeht. Mit einem entsprechenden Abonnement können Menschen mit dem Handy auch per GPS geortet werden. Das Handy sendet den Standort dann per SMS an den Notfallkontakt.

Von Vorteil ist außerdem, dass nicht nur Kopfhörer angeschlossen werden können, sondern auch analoge Hörgeräte. Auch die Hörerlautstärke ist einstellbar. Damit bietet das Handy von Doro vor allem für Senioren und andere Menschen mit Hörschwäche gute Unterstützung im Alltag. 

Eins der besten Hybrid-Handys: Emporia Touchsmart

Mit der Gesamtnote "befriedigend (2,6)" gehört das Touchsmart von Emporia zu den zwei Testsiegern unter den Hybrid-Handys im Test. Die Stiftung Warentest bewertet das Telefonieren mit "gut (2,2)" und lobt vor allem, dass das Seniorenhandy via Touchscreen und Tastatur bedient werden kann. Von Vorteil ist bei der Handhabung auch die Direkttaste für die Kamera. Das Display dagegen ist laut den Prüfern mit 3,35 Zoll zu klein, um bequem im Internet zu surfen.

Manche Apps zum Instant Messaging oder ein E-Mail-Programm können hier im Gegensatz zu Einfach-Handys genutzt werden. Dafür stehen acht Gigabyte Speicher zur Verfügung, die aber erweitert werden können. Auch für WhatsApp gibt es eine praktische Kurzwahltaste. Dieses Klapphandy hat eine Fünf-Megapixel-Hauptkamera und eine Zwei-Megapixel-Frontkamera, mit denen Fotos und Videos aufgenommen werden können.

Auch das Touchsmart von Emporia hat GPS und eine Notruftaste: Dafür gibt es einen zweiten Akkudeckel. So kann man selbst entscheiden, ob man die Funktion nutzen möchte oder nicht. Entscheidet man sich dafür, können bis zu fünf Nummern für Notfallkontakte gespeichert werden, die bei Tastendruck nacheinander angerufen werden, bis jemand rangeht. Menschen mit Hörschwäche können außerdem ein Hörgerät mit dem Mobiltelefon verbinden.

Die Akkulaufzeit liegt im Stand-by bei 200 Stunden und damit deutlich unter der des Doro 6040. Dafür ist das Hybrid-Handy in nur 105 Minuten aufgeladen und gehört damit zu den schnellsten Seniorenhandys im Test. Für komfortables Laden ist auch bei diesem Telefon eine Tischladestation im Lieferumfang enthalten.

Der Smartphone-Testsieger: Doro 8050

Das beste Smartphone im Test ist mit der Gesamtnote "gut (2,4)" das 8050 von Doro. Als eins von nur zwei Seniorenhandys im Test gleicht es alle drei Handicaps aus, unterstützt also Menschen mit eingeschränkter Sehkraft, Gehör und Motorik gut. Es ist kompatibel mit Hörgeräten und hat Sensoren, die etwa automatisch die Helligkeit des Bildschirms einstellen und versehentliches Auslösen anderer Funktionen etwa beim Telefonieren verhindern. Die Schriftgröße kann leicht angepasst werden. Alternativ kann man via Google Assistant eine Sprachsteuerung nutzen.

Das 5,4 Zoll große Smartphone hat ein leicht zu bedienendes, intuitives Menü, unter anderem dank großen und gut sichtbaren Symbolen. Das Seniorenhandy bietet dennoch alle Funktionen eines "normalen" Smartphones. Apps können etwa nach Belieben heruntergeladen werden. Die Stiftung Warentest lobt das gut angepasste Android-Betriebssystem, bemängelt aber nervige Anzeigen desselben und auch von Apps, die irritieren können.

Fotos und Videos können sowohl mit der Haupt- als auch mit der Frontkamera aufgenommen werden, die eine Auflösung von 13 beziehungsweise fünf Megapixeln bieten. Es stehen 16 Gigabyte Speicher zur Verfügung, die auf bis zu 128 Gigabyte erweitert werden können. Der Akku wird über eine praktische Ladestation in 210 Minuten voll geladen – das ist die längste Ladezeit im Test.

Natürlich hat das Smartphone von Doro auch eine Notruftaste. Hier werden Kontakte im Notfall nicht via Anruf oder SMS, sondern per App kontaktiert. Das hat einige Vorteile: Dank GPS wird dabei auch direkt der Standort der hilfsbedürftigen Person angegeben. Außerdem kann man über die App auch direkt mit der Person sprechen. Das Seniorenhandy aktiviert automatisch die Freisprechfunktion.

Das zweitbeste Senioren-Smartphone: Emporia Smart.4

Mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (2,5)" gehört das Emporia Smart.4 ebenfalls zu den besten Seniorenhandys im Test. Die Prüfer von Stiftung Warentest loben vor allem die gute Sprachqualität, durch die es im Testpunkt Telefonieren sogar besser abschneidet als das Modell von Doro ("befriedigend (2,6)"). Positiv hervorgehoben werden auch die großen Symbole, die Lupenfunktion und die ausführliche Anleitung mit Trainingsbuch.

In erster Linie bietet dieses Handy Unterstützung für Personen mit schwachem Gehör: Wie bei den anderen Geräten kann hier ein Hörgerät angeschlossen werden. Aber auch bei diesem Smartphone können Texte per Sprachansage eingegeben werden. Eine Notruftaste ist vorhanden, wie beim Hybrid-Handy von Emporia kann sie mit einem zweiten Akkudeckel verdeckt werden, wenn sie nicht benötigt wird. Bei Betätigen der Taste werden die voreingestellten Kontakte telefonisch und per SMS zuverlässig und inklusive Standort informiert.

Der Bildschirm ist mit fünf Zoll etwas kleiner als beim Testsieger, dafür ist der Speicher mit 32 Gigabyte doppelt so groß. Er kann auf 64 Gigabyte erweitert werden, um etwa Fotos und Videos der 13-Megapixel-Hauptkamera und Fünf-Megapixel-Frontkamera zu speichern. Auch Apps können auf Wunsch heruntergeladen werden wie bei jedem anderen Android-Smartphone. Auch hier stören die Tester allerdings nervige Benachrichtigungen.

Der Akku des Geräts ist in nur 120 Minuten und damit fast doppelt so schnell geladen wie beim Testsieger. Ein kleines Manko ist allerdings, dass hier eine praktische Tischladestation fehlt: So muss man jedes Mal den Netzstecker anschließen und hat nicht zwangsläufig einen festen und leicht wiederzufindenden Standort für das Seniorenhandy.

Unser Fazit

Zwar schneiden im Test der Seniorenhandys von Stiftung Warentest nur vier von 15 Modellen "gut" ab, dennoch können aus jeder Kategorie Geräte für Menschen mit Einschränkungen beim Sehen, Hören oder in der Motorik empfohlen werden. Dazu gehört mit dem Doro 6040 der Testsieger unter den Einfach-Handys, das mit seiner sehr leichten Bedienung und nicht zuletzt auch dem günstigsten Preis überzeugt. Als Hybrid-Handy bietet sich das Emporioa Touchsmart an, das eine gute Mischung aus leichter Bedienung und umfangreichen Funktionen bietet. Bei den Smartphones überzeugt vor allem das 8050 von Doro, das als eines von nur zwei Seniorenhandys im Test Menschen mit Seh-, Hör- und Motorikschwächen gut unterstützt.

Wichtige Fragen zu Seniorenhandys

Welche Vor- und Nachteile haben Einfach-Handys für Senioren?

Einfache Handys sind ideal zum Telefonieren oder Versenden von Kurznachrichten wie SMS. Damit eignen sie sich für alle, die das Internet und Apps nicht nutzen möchten oder können. Der Vorteil daran: Die Bedienung ist dank Großtasten oft einfach und der Preis vergleichsweise günstig. App-Benachrichtigungen und andere Meldungen bleiben aus. Der Nachteil von Einfach-Handys sind die eingeschränkten Möglichkeiten zur Kommunikation: Messenger-Programme wie WhatsApp können nicht genutzt werden, um mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben.

Was macht ein Hybrid-Handy für Senioren aus?

Hybrid-Handys bieten eine Mischung aus Einfach-Handy und Smartphone. Sie haben eine Tastatur für die einfache Handhabung, aber auch einen Internetzugang. So kann man zum Beispiel Messenger nutzen und mit Video telefonieren. Es stehen also mehr Kommunikationswege zur Verfügung als bei einfachen Mobiltelefonen. Auch vorinstallierte Apps sind meist vorhanden. Allerdings lassen sich weitere Apps in der Regel nicht installieren. Das schränkt die Auswahl ein, sorgt aber auch dafür, dass verwirrende Meldungen ausbleiben. Ein weiteres kleines Manko: Hybrid-Handys sind etwas teurer als einfache Geräte. 

Welche Vor- und Nachteile haben Senioren-Smartphones?

Smartphones für Senioren unterscheiden sich von herkömmlichen Modellen in Optik und Funktion kaum: Sie sind modern, haben ein Touchdisplay statt einer Tastatur und bieten alle Funktionen, die auch andere Geräte bieten. Sie sind dadurch vor allem für diejenigen geeignet, die sich mit Smartphones bereits auskennen, Neulinge brauchen im Vergleich viel Unterstützung, um sie zu bedienen. App-Benachrichtigungen und Meldungen vom Betriebssystem können irritieren, wenn man nicht mit ihnen vertraut ist. Smartphones sind außerdem teurer als andere Seniorenhandys, was unter anderem an den höheren Folgekosten durch umfangreichere Mobilfunkverträge liegt. Von Vorteil ist aber natürlich der große Funktionsumfang, der viele Kommunikationswege eröffnet sowie freie App-Wahl und Zugang zum Internet bietet.

Wozu dient die Notruffunktion eines Seniorenhandys?

Die Notruffunktion bei Spezialhandys dient dem einfachen Hilferuf. Sie wird durch nur einen Tastendruck ausgelöst und gilt daher auch in Notsituationen als leicht bedienbar. Drückt man auf die Notfalltaste, wählt das Handy automatisch die Nummern der eingespeicherten Notfallkontakte an – nacheinander und so lange, bis jemand rangeht.

In der Regel können bei einfachen Handys bis zu fünf Nummern dafür eingespeichert werden, darunter können Familienmitglieder, Freunde oder auch eine Hilfsorganisation oder der Notruf sein. Sobald jemand den Anruf annimmt, schaltet das Seniorenhandy in den Freisprechmodus. So ist sichergestellt, dass auch dann kommuniziert werden kann, wenn etwa nach einem Sturz das Handy nicht mehr sicher in der Hand liegt.

Viele Geräte verschicken parallel auch eine SMS inklusive Standort an diese Nummern. Andere Modelle informieren Kontakte via App. So kann die hilfsbedürftige Person notfalls auch gefunden werden, wenn der Kontakt via Telefon fehlschlägt. 

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