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Stiftung Warentest testet Anti-Schnarch-Mittel: Was tun gegen Schnarchen?

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Stiftung Warentest  

Was tun gegen Schnarchen? Viele Anti-Schnarch-Mittel sind nicht geeignet

Von Amel Hussain

23.09.2021, 09:17 Uhr
Stiftung Warentest testet Anti-Schnarch-Mittel: Was tun gegen Schnarchen? . Hilfsmittel im Test: Die Stiftung Warentest hat 23 Produkte geprüft, die laut Hersteller Schnarchen mindern oder sogar verhindern sollen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Wavebreakmedia)

Hilfsmittel im Test: Die Stiftung Warentest hat 23 Produkte geprüft, die laut Hersteller Schnarchen mindern oder sogar verhindern sollen. (Quelle: Wavebreakmedia/Thinkstock by Getty-Images)

Wieder erholsam schlafen: Ein schnarchender Partner kann zu schlaflosen Nächten und schlechter Laune am nächsten Morgen führen. Doch was kann man gegen Schnarchen tun? Die Stiftung Warentest hat 23 Hilfsmittel getestet. Wir stellen die Testergebnisse vor.

Nächtliches, stundenlanges Schnarchen kann für viele Paare zur Beziehungsprobe werden. Umziehen aufs Sofa oder sogar in getrennten Zimmern schlafen ist für die meisten Paare jedoch keine zufriedenstellende Lösung. Kann man überhaupt etwas gegen Schnarchen tun? Einige Hersteller versprechen, dass ihre Anti-Schnarch-Mittel dabei helfen können, Schnarchen zu minimieren oder sogar zu verhindern. Ob die Produkte wirklich halten, was sie versprechen, hat die Stiftung Warentest in ihrem aktuellen Test untersucht und dafür 23 Hilfsmittel getestet. Das sind die Testergebnisse.

Hilfsmittel gegen Schnarchen: So testet die Stiftung Warentest

In ihrem aktuellen Test hat die Stiftung Warentest insgesamt 23 Hilfsmittel getestet, die nach Angaben des Herstellers, der Verpackung, der Produktbezeichnung oder auch in ihrem Internetauftritt damit werben, dass sie Schnarchen verhindern oder mindern. Alle Produkte dienen zur Selbstbehandlung und sind nicht vorrangig für krankhaft bedingtes Schnarchen oder schlafbezogene Atem­störungen vorgesehen.

Die Produkte wurden in folgende Kategorien unterteilt:

Die Hilfsmittel wurden auf Basis aktueller wissenschaftlicher Literatur und Leit­linien von Fachgesell­schaften beurteilt. Zudem bat die Stiftung Warentest alle Anbieter um kontrollierte Studien sowie Belege, die die Werbeaussagen und den Nutzen beweisen. Diese Belege und Studien wurden dann zusammen mit den ausgewählten Testprodukten von einem Experten geprüft.

Die Stiftung Warentest betont, dass es kein Allheil­mittel gibt, das das Schnarchen stoppen kann. Für die Produktkategorien gab es deshalb nur zwei "test"-Einschätzungen: Produkte, die nicht geeignet sind und Produkte, die mit Einschränkungen geeignet sind. Letzteres sind also Produkte, die zumindest als Hilfsmittel gegen Schnarchen ausprobiert werden können.

Wichtig: Bevor sogenannte Anti-Schnarch-Produkte genutzt werden, sollten Sie die Ursache fürs Schnarchen abklären. Nur so können Sie zu Hilfsmitteln greifen, die gezielt gegen die Ursache vorgehen. Auch die Stiftung Warentest betont in ihrem Test, dass Sie nur dann ein zufriedenstellendes Produkt finden können, wenn Sie wissen, wodurch das Schnarchen ausgelöst wird. Bei Zweifeln ist es ratsam, einen Zahnarzt oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufzusuchen.

Diese Hilfsmittel gegen Schnarchen sind einen Versuch wert

Die Stiftung Warentest hält viele der getesteten Produkte für nicht geeignet, darunter Ringe und Kopfbänder. Die Produkte aus drei Kategorien sind laut Stiftung Warentest jedoch einen Versuch wert, solange die Ursache fürs Schnarchen bekannt ist. Das sind die empfohlenen Produktkategorien und getesteten Produkte:

1. Anti-Schnarch-Produkte, die eine Rückenlage verhindern

So sollen die Produkte funktionieren: Wenn Betroffene fast ausschließlich schnarchen, wenn Sie auf dem Rücken liegen, könnten Produkte, die die Rückenlage verhindern, eine gute Wahl sein. Dazu gehören Westen und Shirts mit einge­nähten Luft- oder Schaumstoff­kissen oder auch Brust­gurte mit Positions­erkennung. Die Produkte geben erst dann einen Impuls (wie leichte Vibrationen) ab, wenn der Betroffene sich tatsächlich auf den Rücken dreht. Die Produkte sollen damit einen Positionswechsel anregen. Auch spezielle Kissen mit Geräuschsensor sollen helfen. Sie füllen sich mit Luft, sobald sie Schnarchgeräusche erkennen. Der Schlafende soll damit ebenfalls dazu angeregt werden, seine Schlafposition zu wechseln.

Produkte-Tipp: Nachtwaechter Schlafweste

Die Anti-Schnarch-Weste von Nachtwaechter ist vor allem bekannt aus der Show "Die Höhle der Löwen". Das Kissen auf der Rückseite der Weste soll das Drehen in die Rückenlage verhindern, bietet aber dennoch Bewegungsspielraum für natürliche Schlafbewegungen. Für einen hohen Tragekomfort sorgt das größenverstellbare Modell mit formstabilem Kaltschaum, praktischen Lüftungskanälen sowie der ergonomischen Passform. Die Weste wurde von renommierten deutschen Schlaflaboren getestet, unter anderem von der Charité Berlin.

2. Anti-Schnarch-Produkte, die den Unterkiefer vorverlagern

So sollen die Produkte funktionieren: Unsere Muskeln entspannen sich im Schlaf, weshalb der Unterkiefer und die Zunge weit nach hinten rutschen könnten. Eine mögliche Folge wäre, dass die Atemwege im Rachenbereich verengt werden und die Luft keinen Platz mehr hat, um ungestört und geräusch­los ein- und auszuströmen. Produkte wie individuell einstellbare Spangen und Schienen sollen dem Kiefer Halt geben und verhindern, dass er zu weit nach hinten rutscht. Laut "test"-Einschätzung sollte jedoch ein Zahnarzt vorab beurteilen, ob die Verwendung einer solchen Schiene oder Spange überhaupt möglich ist. Zum Beispiel dürfen Betroffene keine Probleme mit dem Kiefergelenk haben.

Produkte-Tipp: Snoreeze Schnarchschine

Die Schnarchschiene von Snoreeze dient laut Hersteller nicht nur zur Behandlung von lautem Schnarchen, sondern auch bei leichter bis mittlerer Schlafapnoe. Die Schiene aus weichem Kunststoff schiebt den Kiefer sanft nach vorne, um zu verhindern, dass er nach hinten rutscht. Durch einmaliges Erwärmen und anschließendes Zubeißen wird das Modell individuell an Kiefer und Gebiss angepasst.

3. Anti-Schnarch-Produkte, die den Naseneingang freihalten

So sollen die Produkte funktionieren: Produkte, die den Naseneingang freihalten sollen, werden auch Nasen­spreizer oder Dilatatoren genannt. Sie sollen für einen möglichst geräuschlosen Luftstrom sowie eine ungehinderte Atmung sorgen. Es gibt sie in zwei Formen: Nasen­pflaster oder Nasen­strips, die über den Nasenrücken und beide Nasenflügel geklebt werden sowie Nasenklammern aus Kunststoff, die Sie in die Nasenlöcher schieben müssen, um die Nasenflügel von innen zu spreizen. Laut "test"-Einschätzung können Nasenklammern helfen, wenn eine Atembehin­derung im vorderen Nasen­bereich die Ursache für das Schnarchen ist. Zunächst sollte dies jedoch ein Arzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde abklären.

Produkte-Tipp: Novozent Nasenklammern 

Die Nozovent-Nasenklammern bestehen aus zwei kleinen Kunststoffplatten, die mit einem dehnbaren Bügel verbunden sind. Für die Anwendung muss die Nasenklammer in die Nasenlöcher eingeführt werden, um die Nasenöffnung zu erweitern und die Nasenflügel anzuheben. Nach dem Gebrauch können Sie das Produkt mit Wasser und Seife reinigen oder mit kochendem Wasser sterilisieren.

Produkte-Tipp: Airmax Nasendilatator

Der Airmax-Nasendilatator wurde laut Hersteller von Hals-Nasen-Ohren-Ärzten und Luftfahrtingenieuren entwickelt, mit dem Ziel, einen optimalen Luftfluss zu ermöglichen. Somit ist er nicht nur bei Schnarchproblemen geeignet, sondern kann auch zum leichteren Atmen bei Erkältungen, einer verstopften Nase oder allergischen Reaktionen der Atemwege verwendet werden. Der Hersteller schlägt auch vor, das Produkt während des Sports zu tragen, um unbeschwerter durch die Nase atmen zu können. Das preiswerte Set besteht aus zwei Nasenspreizern in unterschiedlichen Größen (S und M) sowie einer praktischen Aufbewahrungsdose.

Unser Fazit

Welches Produkt die richtige Wahl ist, hängt ganz von der Schnarch-Ursache ab. Sobald diese aber abgeklärt ist, können einige der Produkte tatsächlich helfen. Uns überzeugen vor allem die Schlafweste von Nachtwächter sowie die Schnarchschiene von Snoreeze. Aber auch der Airmax-Nasendilatator ist durchaus einen Versuch wert, zumal das Doppelpack im Durchschnitt nur etwa elf Euro kostet und die Anwendung denkbar einfach ist.

Insgesamt ist allerdings enttäuschend, dass so viele Anti-Schnarch-Produkte, die Hilfe versprechen, laut Stiftung Warentest nicht geeignet sind.

Was ist der Unterschied zwischen Schnarchen und Schlafapnoe?

In der Regel ist normales Schnarchen (auch primäres Schnarchen genannt) für die Gesundheit des Betroffenen ungefährlich. Anders sieht es aus, wenn der Betroffene zum Beispiel sehr laut und unregelmäßig schnarcht. In solchen Fällen ist es ratsam, einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufzusuchen. Unregelmäßiges und gleichzeitig lautstarkes Schnarchen könnten nämlich ein Anzeichen für Atmungsstörungen sein, beispielsweise für eine obstruktive Schlafapnoe.

Bei einer Schlafapnoe ist die Regulation der Atmung gestört und könnte – je nach Härtegrad – mitunter auch lebensbedrohlich sein. Betroffene haben während des Schlafs regelmäßig eine flache Atmung und Atemaussetzer, die über mehrere Sekunden dauern.

Wie kann man Schnarchen verhindern?

Neben speziellen Produkten, die Schnarchen verhindern sollen, gibt es auch einige Verhaltenstipps und Maßnahmen, die helfen könnten:

  • Nasenatmung freihalten: Wenn wir nicht frei durch die Nase atmen können, atmen wir stattdessen durch den Mund. Dabei verengt sich im Rachenbereich die Öffnung der Atemwege.
  • Allergien bekämpfen: Allergien können die Nase verstopfen und dazu führen, dass wir nur noch durch den Mund atmen können. Zusätzlich können die Schleimhäute im Rachen anschwellen und die Atemwege so zusätzlich verengen. Wenn der Betroffene allergisch auf Baumpollen reagiert, sollten zum Beispiel nachts die Fenster geschlossen werden.
  • Keine üppigen Mahlzeiten vor dem Schlafen einnehmen: Nach einer üppigen Mahlzeit sind der Darm und der Magen stark gefüllt, sodass das Zwerchfell und dadurch auch die Lunge etwas nach oben geschoben werden. In Folge der Verlagerung besteht weniger Zug auf die oberen Atemwege, die anfälligen Stellen im Rachenraum klappen leichter zusammen und behindern den Luftstrom.
  • Körpergewicht unter Kontrolle halten: Auch überschüssige Kilos und Fettgewebe im Rachen können die Atemwege verengen. 
  • Schlafen in Rückenlage vermeiden: Beim Schlafen in Rückenlage kann unter anderem das Zurückfallen der Zunge das Schnarchen begünstigen. Es gibt mittlerweile aber auch viele Produkte wie Westen, Shirts und Seitenschläferkissen, die helfen sollen.
  • Am besten nicht rauchen: Die Schleimhaut ist durch das Rauchen stark gereizt, was zu Schwellungen führen kann, die die freie Atmung behindern.
  • Nicht zu stark die Nackenmuskeln trainieren: Auch wer sich einen starken Nacken antrainiert, kann dadurch seine Atemwege verengen.

Schnarchen Übergewichtige häufiger?

Viele Menschen, die an Übergewicht leiden, schnarchen auch. Überschüssige Kilos und vor allem auch Fettgewebe im Rachen können nämlich unangenehm auf die Atemwege drücken und damit Atemprobleme auslösen, die auch Schnarchen zur Folge haben.

Den vollständigen Bericht der Stiftung Warentest finden Sie hier.

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