• Home
  • Sport
  • Fußball
  • Kolumne - Berti Vogts
  • Das sagt Berti Vogts ĂŒber Jupp Heynckes' Comeback beim FC Bayern MĂŒnchen


Meinung
Was ist eine Meinung?

Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung ĂŒbernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Bayerns Ballgeschiebe wird sich Jupp nicht bieten lassen

t-online, Berti Vogts

Aktualisiert am 06.10.2017Lesedauer: 5 Min.
13 gemeinsame Jahre, unzÀhlige Titel: Jupp Heynckes und Berti Vogts.
13 gemeinsame Jahre, unzÀhlige Titel: Jupp Heynckes und Berti Vogts. (Quelle: imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextHeftige Unwetter: Viele SchĂ€denSymbolbild fĂŒr einen TextSöhne besuchen Becker im GefĂ€ngnisSymbolbild fĂŒr ein Video2.000 Jahre alte Schildkröte ausgegrabenSymbolbild fĂŒr einen TextDeutsche verbrauchen weniger GasSymbolbild fĂŒr einen TextBundesliga-Klubs starten neue KooperationSymbolbild fĂŒr einen TextLudowig-Tochter zeigt sich im BikiniSymbolbild fĂŒr einen TextScholz: Kaliningrad-Transit deeskalierenSymbolbild fĂŒr ein VideoNuklear-Hotel soll jahrelang fliegenSymbolbild fĂŒr einen TextVerstappen gegen Sperre fĂŒr F1-LegendeSymbolbild fĂŒr einen TextNarumol zeigt ihre TöchterSymbolbild fĂŒr einen TextEinziges Spaßbad von Sylt muss schließenSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserBecker bekommt erfreulichen Knast-BesuchSymbolbild fĂŒr einen TextErdbeersaison auf dem Hof - jetzt spielen

Berti Vogts und Jupp Heynckes spielten insgesamt 13 Jahre lang zusammen – bei Borussia Mönchengladbach und in der deutschen Nationalmannschaft. Sie wurden gemeinsam Weltmeister, Europameister, Uefa-Pokalsieger, Deutscher Meister und Pokalsieger. In seiner neuen Kolumne schreibt Vogts ĂŒber seinen alten WeggefĂ€hrten, der mit 72 nochmal Bayern-Trainer wird. Vogts ist sich allerdings sicher: Mit diesem Bayern-Kader wird er es schwer haben.

Die Kolumne von Berti Vogts bei t-online.de.

Jupp und ich haben gemeinsam wunderschöne Erfolge gefeiert und in dieser langen Zeit natĂŒrlich unglaublich viel erlebt. Ob wir nach dem dritten Bier bei einer Meisterfeier aus Jux und Tollerei eine Zigarette gequalmt haben oder im gleichen Zimmer in der Kölner Uniklinik bei Professor Schneider gelandet sind, weil wir beide verletzt waren. Da sind viele lustige Anekdoten und Fotos entstanden.

Jupp ist bei Bayern immer anders aufgetreten als in Gladbach

Wenn wir uns heute treffen, ob mit Jupp, GĂŒnter Netzer oder Rainer Bonhof, freuen wir uns immer. Es ist keine klassische, enge MĂ€nner-Freundschaft, weil wir uns nicht alle paar Monate treffen – trotzdem kann man sagen, dass uns diese großartigen Erfolge mit dieser kleinen Stadt zu Freunden gemacht haben. Wir haben gemeinsam viel fĂŒr den deutschen Fußball geleistet. In Gladbach ist es einfach so: Man kann sich aufeinander verlassen, wenn es einem mal nicht gut geht. Man ist bereit, einander zu helfen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Italiens Regierungschef Draghi bricht Nato-Gipfel ab
Mario Draghi in Madrid: Der italienische Regierungschef nimmt am Donnerstag an einer Kabinettssitzung teil.


Aber es war auch schon immer so, dass Jupp sich in Mönchengladbach eher etwas zurĂŒckgenommen hat, wĂ€hrend er bei Bayern ganz anders aufgetreten ist: Selbstbewusster.

Ich freue mich wie jeder Gladbacher, dass nochmal einer von uns den grĂ¶ĂŸten deutschen Klub ĂŒbernehmen darf.

Er weiß: Das Triple wird er nicht erreichen

Er weiß ganz genau: Das Triple wie 2013 kann er nicht nochmal erreichen. Jupp kann mit dieser Mannschaft, die so völlig falsch zusammengestellt und zum Teil auch ĂŒberaltert ist, maximal Deutscher Meister werden. Ich wĂŒnsche ihm, dass er das schafft und ich wĂŒnsche ihm natĂŒrlich auch, dass er möglichst weit in der Champions League kommt.

Beide verletzt, beide im gleichen Krankenhaus: Berti Vogts (l.) und Jupp Heynckes 1976.
Beide verletzt, beide im gleichen Krankenhaus: Berti Vogts (l.) und Jupp Heynckes 1976. (Quelle: Werner Otto/imago-images-bilder)

Er ist schon 72 Jahre alt und war viereinhalb Jahre raus – Bedenken kann ich daraus beim besten Willen nicht ableiten. Im Gegenteil: Er ist jetzt frisch, ausgeruht und topfit. Die drei, vier Jahre Pause haben ihm gut getan. Und Jupp Heynckes war ganz sicher nie weg vom Fußball. Er sieht, was in der Bundesliga gerade nicht so gut lĂ€uft. Und es ist ihm extrem hoch anzurechnen, dass er sich der Verantwortung stellt. Ich finde das großartig, das ist eine wahre MĂ€nnerfreundschaft zwischen Uli Hoeneß und ihm. Der Uli bittet ihn um Hilfe und er sagt zu.

Schon in den Interviews nach dem Deutschland-Spiel in Nordirland hat man gesehen, dass die Spieler sich darauf freuen, mit ihm arbeiten zu dĂŒrfen.

Das Ballgeschiebe wird sich Jupp nicht bieten lassen

Jupp weiß genau, wo er ansetzen muss, was international gefragt ist und was bei Bayern falsch gelaufen ist. Und das wird er auch gegenĂŒber Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge ganz deutlich ansprechen. Dieses Ballgeschiebe auf dem Platz wird er nicht durchgehen lassen.

Gestatten Sie mir ĂŒbrigens noch eine Anmerkung zu Carlo Ancelotti: Ich finde es unverschĂ€mt, ihn so in Frage zu stellen. Es ist eine Frage der Ehre, wie man mit ihm umgeht. Spieler sind schnell dabei, Ausreden zu finden und sich zu beschweren. Sie werden von ihren Medienberatern unterstĂŒtzt. Aber so mit Dreck hinterherzuwerfen und ihm schlechtes Training vorzuwerfen, das gehört sich nicht.

Wenn es darum geht, was bei Bayern schief gelaufen ist, liegt das Problem ganz woanders. Michael Reschke wird weggelobt zum VfB Stuttgart – aber die entscheidende Frage ist doch, ob man in den letzten Jahren die richtigen Transfers fĂŒr den großen FC Bayern getĂ€tigt hat. Und wer sie getĂ€tigt hat. Darauf hatte Ancelotti doch gar keinen großen Einfluss.

Ribéry und Robben kann man nicht mehr als Spitzenduo verkaufen

Robben ist nicht mehr der Robben von vor drei, vier Jahren. RibĂ©ry – es tut mir leid, dass er verletzt ist – und Robben kann man doch nicht mehr als das große Spitzenduo auf den FlĂŒgeln verkaufen. Da hat man es versĂ€umt, zu reagieren. Da haben sie keine Möglichkeiten. Das reicht vielleicht teilweise noch fĂŒr die Bundesliga, aber lĂ€ngst nicht mehr international.

Da hole ich doch lieber ein, zwei teurere Spieler, die auch helfen – anstatt sechs, sieben Spieler, die nicht helfen. Ancelotti hat schon gesehen, was nicht lĂ€uft beim FC Bayern, da bin ich mir sicher.

Jupp wird einspringen – aber wie geht es dann weiter bei Bayern?

Löw wird kaum zum FC Bayern gehen

Selbst Joachim Löw wurde jetzt mit Bayern in Verbindung gebracht – aber wenn er einen Verein ĂŒbernehmen sollte, dann sicher irgendwo, wo er mehr LebensqualitĂ€t hat und nicht diesen permanenten Druck bei Bayern. Vielleicht hĂ€ngt Jupp ja sogar noch ein Jahr dran.

FĂŒr mich ist das nĂ€mlich ein großes Fragezeichen, ob die jungen Trainer wie Nagelsmann wirklich im nĂ€chsten Sommer schon zum FC Bayern wechseln sollten. Man sollte sie nicht zu frĂŒh verbrennen. Das ist ein Weltklub auf einer Stufe mit Real Madrid und dem FC Barcelona.

Zumal diese jungen Trainer international zuletzt nicht von ungefÀhr ihre Spiele verloren haben. Es wird zu viel auf den Fehlpass des Gegners gewartet, um in Ballbesitz zu kommen. Da muss man bei den jungen Trainern eher auch mal die Ausbildung hinterfragen.

Die deutschen Mannschaften treten in Europa nicht so auf wie die Nationalmannschaft und das ist das Problem.

So ist Deutschland auch nicht Weltmeister geworden – und so hat Joachim Löw nicht die WM-Qualifikation gemeistert, wofĂŒr ich ihm und dem DFB gratulieren möchte. Er will, dass die Spieler die ZweikĂ€mpfe suchen – und zwar knallhart. Wenn der Gegner zur Flanke kommt, habe ich als Abwehrspieler den Zweikampf verloren. In der Premier League oder selbst in Frankreich wird schneller und aggressiver gespielt als in der Bundesliga.

FĂŒr jeden Spaß zu haben: Jupp Heynckes (l.) und Berti Vogts gönnen sich zur Meisterschaft 1975 einen dicken Schmatzer.
FĂŒr jeden Spaß zu haben: Jupp Heynckes (l.) und Berti Vogts gönnen sich zur Meisterschaft 1975 einen dicken Schmatzer. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

Am Ende meiner Kolumne noch ein paar SĂ€tze zum nĂ€chsten DFB-Gegner Aserbaidschan, den ich von 2008 bis 2014 trainiert habe. Deutschland wird den nĂ€chsten Sieg einfahren, das steht außer Frage.

Das Besondere an Aserbaidschan ist, dass das Land nichts Besonderes anzubieten hat. Sie haben schon getrĂ€umt nach den Siegen gegen San Marino, aber da muss man sagen: "Spinnt ihr? Ihr habt doch keine Chance auf Platz zwei!" Sie sind auf einem guten Weg und haben interessante Spieler, die auch in der zweiten Bundesliga bei Topvereinen spielen könnten. Mich hat es traurig gestimmt, dass sie sich damit begnĂŒgt haben, in Aserbaidschan zu spielen. Sie sind dort auch ein bisschen bequem – vielleicht weil Ringen und Schach dort wichtiger sind.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Berti VogtsBorussia MönchengladbachCarlo AncelottiDeutschlandFC Bayern MĂŒnchenGĂŒnter NetzerJoachim LöwJupp HeynckesMönchengladbachRainer BonhofUli Hoeneß
Fußball - Deutschland


t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website