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Coronavirus: EM 2020 droht das Aus – was gegen eine Austragung 2021 spricht


Folgen der Corona-Pandemie  

EM-Verschiebung immer wahrscheinlicher – was gegen 2021 spricht

12.03.2020, 21:07 Uhr | dpa, t-online

Coronavirus: EM 2020 droht das Aus – was gegen eine Austragung 2021 spricht. EM-Trophäe: Das Fußball-Turnier kann womöglich doch nicht im Sommer 2020 ausgespielt werden. (Quelle: imago images/Schüler)

EM-Trophäe: Das Fußball-Turnier kann womöglich doch nicht im Sommer 2020 ausgespielt werden. (Quelle: Schüler/imago images)

Als Folge der grassierenden Corona-Pandemie hagelt es aktuell Absagen und Verschiebungen sportlicher Großereignisse. Das nächste Opfer könnte die für den Sommer geplante Fußball-EM sein. 

Die Absage der Fußball-EM 2020 wird wahrscheinlicher: Bei einer heiklen Krisensitzung der Uefa am kommenden Dienstag gilt die Verschiebung des paneuropäischen Turniers in den Sommer 2021 übereinstimmenden Medienberichten zufolge inzwischen als erste Option. Den großen Ligen des Kontinents würde das nach dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie dringend benötigte Zeit verschaffen – ein geregelter Saisonabschluss ist unter anderem in Spanien, Italien und den Niederlanden nicht mehr möglich.

So behaupten unter anderem die französische Sportzeitung "L'Equipe" und die britische Tageszeitung "Mirror", erfahren zu haben, dass etwa die spanische und italienische Liga im für die EM anberaumten Monate Juni und Juli zu Ende gespielt werden sollen. Die paneuropäische EM würde demnach in den Sommer 2021 verschoben und nicht wie geplant am 12. Juni im italienischen Rom starten.

Klub-WM könnte EM-Austragung 2021 verhindern

Alle Probleme wären mit einer Verschiebung in den Sommer 2021 allerdings nicht gelöst. Zwar könnte das Finale der Nations League (2. bis 6. Juni) noch vor der EM stattfinden. Dafür würde die EM aber mit der erstmals geplanten Fifa-Klub-WM mit 24 Teams in China kollidieren. Weitere Machtkämpfe zwischen der Uefa und dem Weltverband wären angesichts der weltweiten Krise aber ein verschmerzbares Übel.


Völlig unklar ist, ob die EM 2021 unter gleichen Voraussetzungen gespielt werden würde. Neben Rom wurden auch München, Amsterdam, Kopenhagen, Bilbao, St. Petersburg, Bukarest, Budapest, Baku, Glasgow, Dublin und London als Gastgeber ausgewählt. In der Allianz Arena des FC Bayern sollen ein Viertelfinale und drei Gruppenspiele steigen. Die britische Hauptstadt London bekam unter anderem beide Halbfinals und das Endspiel zugesprochen.

Die Uefa hatte ihr Turnier trotz der steigenden Zahl der Coronafälle zuletzt mehrfach verteidigt. Immer wieder verwies der Dachverband auf den regen Kontakt "mit den zuständigen internationalen und lokalen Behörden". In etlichen europäischen Ligen war da längst der Ausschluss der Zuschauer oder sogar die Aussetzung des Spielbetriebes beschlossen worden. Die Ankündigung der Krisensitzung am Donnerstag kam laut Uefa dann auch im Lichte der Klassifizierung des Ausbruchs von Sars-CoV-2 als Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Annullierung der Champions-League-Saison steht womöglich zur Diskussion

Am Donnerstag sagte die Uefa erstmals zwei Champions-League-Partien ab. Betroffen sind die Achtelfinal-Rückspiele zwischen Manchester City und Real Madrid sowie zwischen Juventus Turin und Olympique Lyon. Bei der Videokonferenz am Dienstag, an der alle 55 Mitgliedsverbände teilnehmen sollen, steht dann auch die komplette Aussetzung der Europapokal-Wettbewerbe zur Diskussion. Also auch die Partie von Rekordmeister FC Bayern München gegen den FC Chelsea am kommenden Mittwoch.

"Ich bin mir sicher, dass die Uefa mit Präsident Alexander Ceferin an der Spitze eine seriöse und verantwortungsbewusste Entscheidung treffen wird", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge der Nachrichtenagentur dpa. Mit Blick auf die Ansetzung von Geisterspielen in Deutschland betonte er: "Auch der FC Bayern und der gesamte Fußball müssen hier ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und ihren Teil dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen."

Wegen der EM stehen die Ligen und Verbände enorm unter Druck. Der dicht gestaffelte Fußball-Kalender gibt kaum noch freie Termine für Nachholspiele her. "Eine Verschiebung würde uns Luft schaffen, um geordnet und angemessen den Spielbetrieb jetzt zu unterbrechen", sagte Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc der "Süddeutschen Zeitung" auch mit Blick auf die EM. "Und erst wieder zu spielen, wenn die Sicherheit und Gesundheit von allen Beteiligten wieder zu gewährleisten ist."

Verwendete Quellen:

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