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Christian Rach: "Der Lockdown ist keine Beschr├Ąnkung der Freiheit"

  • Janna Halbroth
Von Janna Halbroth

Aktualisiert am 04.06.2020Lesedauer: 7 Min.
Christian Rach: Die Gastronomie wird sich seiner Meinung nach durch die Coronavirus-Pandemie nachhaltig wandeln.
Christian Rach: Die Gastronomie wird sich seiner Meinung nach durch die Coronavirus-Pandemie nachhaltig wandeln. (Quelle: imago images / Andreas Gora)
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Die Restaurants sind wieder ge├Âffnet. Die Gefahr ist aber noch immer da, findet Fernsehkoch Christian Rach. Was jetzt f├╝r die Betriebe extrem wichtig ist und warum wir trotz einer Bereinigung viele Arbeitspl├Ątze verlieren werden, verr├Ąt er im t-online.de-Interview.

Ein eigenes Restaurant hat Christian Rach nicht mehr, der Fernsehkoch konzentriert sich derzeit auf die Beratung seiner Kollegen. Die Coronavirus-Pandemie sieht der Experte noch immer als eine gro├če Gefahr an.


Die Verschw├Ârungstheorien der Stars

Xavier Naidoo: Der S├Ąnger verbreitet verschiedenste Corona-Verschw├Ârungstheorien vor allem in dem Messengerdienst Telegram. Besonders auff├Ąllig seine widerspr├╝chlichen Behauptungen. Mal soll die Regierung das Virus als Waffe gegen alte Menschen nutzen, mal zweifelt er die Existenz des Coronavirus insgesamt an. Knapp zwei Millionen Menschen folgen ihm aktuell auf Facebook, Instagram und Telegram.
Til Schweiger: Der Schauspieler outete sich inzwischen als "Team Xavier" und empfahl seinen Instagram-Followern den Arzt Bodo Schiffmann als Informationsquelle. Dieser protestiert mit der Partei "Widerstand2020" gegen die Corona-Ma├čnahmen. Schweiger selbst war zu Beginn der Pandemie noch strikt f├╝r die Einschr├Ąnkungen, doch mittlerweile scheint er sich vermehrt mit der Gegenseite zu besch├Ąftigen. Zuletzt machte er sich mit einem Instagram-Posting ├╝ber das Robert Koch-Institut lustig.
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Warum es der 62-J├Ąhrige aber auch als sehr wichtig empfindet, jetzt einmal Danke zu sagen, anstatt f├╝r Freiheit zu demonstrieren und was er ├╝ber seinen Kochkollegen Attila Hildmann denkt, erkl├Ąrt er in unserem Interview.

t-online.de: Herr Rach, die Restaurants d├╝rfen wieder ├Âffnen. Wie setzen die Betreiber Ihrer Erfahrung nach die Auflagen um?

Christian Rach: Ich habe mit befreundeten Gastronomen gesprochen, die haben nat├╝rlich alle Vorkehrungen getroffen. Ich glaube, es hapert noch ein bisschen bei den Kontaktlisten. Die befinden sich im Eingang und man soll sich h├Ąndisch eintragen. Da gibt es nat├╝rlich elegantere L├Âsungen, per QR-Code oder ├ähnliches. Aber ich glaube, es ist absolut verst├Ąndlich, dass es an der einen oder anderen Stelle noch nicht rund l├Ąuft. Allerdings gibt es auch Ausw├╝chse, wie k├╝rzlich in einem Hamburger Szenelokal. Es gab eine riesige Party mit ├╝ber 90 Personen. Die Menschen waren alkoholisiert und ohne Schutz. Das ist nat├╝rlich ein absoluter B├Ąrendienst f├╝r die Gastronomie. Wenn Einzelne sich nicht an diese Auflagen halten, dann leidet eigentlich die gesamte Branche brutal darunter.

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Inwieweit werden die Gastronomen mit dieser neuen Verantwortung vielleicht auch ein St├╝ck weit alleingelassen?

Gar nicht. Es gibt unglaublich viele Angebote des Staates, was die Hilfe angeht. Nun appelliert ja auch die halbe Bev├Âlkerung an die Selbstverantwortung der Menschen und der Unternehmen. Alle sagen sie: Weg mit der staatlichen Bevormundung! Wenn der Staat das ernst nimmt, dann sollte bitte sch├Ân auch das Verhalten dementsprechend sein. Ich finde nicht, dass die Gastronomen alleingelassen werden. Es ist ein Puzzle, in dem wir uns bewegen, f├╝r das es keine Vorlage gibt. Es gibt kein Bild, bei dem wir wissen, wie wir die Puzzleteile zusammenf├╝gen m├╝ssen. Wir m├╝ssen es einfach ausprobieren, es gibt keine Blaupause. Die Gastronomen sind nat├╝rlich genauso informiert oder uninformiert wie jeder andere B├╝rger auch.

Wird die Coronavirus-Pandemie die Gastronomie auch langfristig beeinflussen und ver├Ąndern?

Ja, es wird eine unglaubliche Bereinigung in der Branche geben, weil nicht alles Gold war, was gl├Ąnzte. Wir haben nat├╝rlich ein gro├čes ├ťberangebot gehabt. Aber wie in vielen Bereichen der Wirtschaft wird es eine Bereinigung geben. Das wird auch Arbeitspl├Ątze kosten. Das ist v├Âllig klar. Die eine oder andere Existenz wird sehr darunter leiden. Aber im Moment gibt es gar keine andere M├Âglichkeit, als auf Qualit├Ąt zu setzen und nat├╝rlich auch ein eigenes Konzept zu ├╝berdenken.

Wie genau meinen Sie das?

Erstens geht es um das Angebot und die Qualit├Ąten. Zweitens geht es darum, was die Mitarbeiter und der Umgang mit ihnen angeht. Wir waren etwa acht Jahre vor Corona in einer unglaublichen Personalmisere. Es ging jedes Jahr bergab. Aber nicht, weil die jungen Menschen keine Begeisterung f├╝r die Gastronomie mehr versp├╝rt haben, sondern weil die Arbeitsbedingungen, die viele Arbeitgeber in der Gastronomie angeboten haben, einfach nicht mehr zeitgem├Ą├č waren.

Was f├╝r Bedingungen meinen Sie?

Das waren noch Bedingungen wie aus dem letzten Jahrtausend. Die Tarifvertr├Ąge sind schwach ausgehandelt und die Arbeitszeiten sind ├╝berm├Ą├čig und noch vieles mehr. Man muss viele Modelle, die in der Gastronomie ├╝blich waren, auf den Pr├╝fstand stellen.

Was ist jetzt f├╝r Gastronomen besonders wichtig?

Alle sollten sich an die Auflagen und die Bedingungen halten, um nicht noch gr├Â├čeren Schaden f├╝r die gesamte Branche zu provozieren. Wir sehen, was in Leer war, und wir sehen, was in einer Kirche in Frankfurt war. Das hei├čt ÔÇô ich sage das jetzt mal ganz klar ÔÇô, mit der linken Arschbacke kann man das nicht abtun. Diese Gefahr ist noch ganz virulent, ganz eng und dicht. Und wir sollten versuchen, damit umzugehen. Das beinhaltet ebenfalls nat├╝rlich die enormen betriebswirtschaftlichen finanziellen Probleme, die jeder Betrieb, der unter dem Lockdown gelitten hat oder leidet, jetzt l├Âsen muss. Im Zweifel hei├čt das, dass es vielleicht sogar in dem einen oder anderen Fall g├╝nstiger ist, zuzulassen, als unter diesen Bedingungen aufzumachen, weil sie die Kosten nicht wieder einfangen.

Wie schwierig ist es f├╝r Gastronomen, diese Regeln einzuhalten, wenn beispielsweise langj├Ąhrige Stammg├Ąste einfach nicht mitspielen. Soll der Wirt dann alle rausschmei├čen?

Das sind die neuen Regeln und die Regeln gelten f├╝r alle. Ob Stammgast oder neuer Gast, ob jung oder alt, das sind die Regeln, unter denen im Moment ge├Âffnet werden darf und ge├Âffnet sein kann. Ich w├╝rde da immer auf die Einsicht gerade von Stammg├Ąsten setzen, damit es nicht zu diesen Konflikten kommt. Was w├Ąre das f├╝r ein Stammgast, der sich dann gegen das wirtschaftliche Wohl und die Existenz seines Stammlokals ausspricht?

War es richtig, die Restaurants wieder zu ├Âffnen?

Ja, es war richtig, die Restaurants wieder zu ├Âffnen. Wenn wir nicht absolut abst├╝rzen wollen und nicht in einem Jahr bei null anfangen wollen mit einem riesen Scherbenhaufen, den keiner mehr zusammenf├╝gen kann, war es zwingend notwendig. Aber wir sollten uns tunlichst auf die Empfehlungen der Experten beziehen und langsam hochfahren. Man muss unternehmerisch darauf reagieren. Das hei├čt also, nur einen Teil der Mitarbeiter in Vollzeit nehmen, die anderen m├╝ssen weiter in Teilzeit arbeiten. Man muss seine Kommunikationsstrategie ├╝berarbeiten, aber es muss losgehen. Wir haben 2,3 Millionen direkt Besch├Ąftigte in der Gastronomie. Wir haben ├╝ber 3 Millionen indirekt Besch├Ąftigte, die durch die Gastronomie leben. Das ist eine sehr gro├če, relevante gesellschaftspolitische Gruppe. Wenn wir das sterben lassen, haben wir ein riesiges Chaos.

Welchen Tipp k├Ânnen Sie Unternehmen aus Ihrer Erfahrung heraus dabei geben?

Eine goldene Regel gibt es eigentlich nicht. Ich empfehle in vielen Gespr├Ąchen immer wieder: Bitte, bitte, liebe Kollegen, ├╝berpr├╝ft selbst mal euer Gesch├Ąftsmodell. Nehmt euch in dieser Krise die Zeit, auch wirklich alles zu hinterfragen. Gespr├Ąche mit der Bank, dem Steuerberater, aber auch mit den G├Ąsten sind wichtig. Wenn man das nicht macht, dann wird man noch nicht mal einen Stillstand haben, sondern nur einen R├╝ckschritt. Au├čerdem m├╝ssen R├╝cklagen gebildet werden. Wenn man nicht in der Lage ist, als Firma R├╝cklagen zu bilden, dann stimmt das Gesch├Ąftsmodell nicht. Ich erlebe es immer wieder, dass die Gastronomen dann zu G├Ąsten gehen und erst mal einen ausgeben, weil sie wieder da sind. Das darf man als Gastronom nicht machen. Ich sage denen dann: Ihr seid doch nackig. Ihr habt doch nichts mehr in der Tasche. Wie k├Ânnt ihr jetzt jemandem schon wieder ein Glas Wein, Bier, Schnaps, Sekt oder Kaffee ausgeben? Wer bezahlt die Zeche denn? Man kann nat├╝rlich von Herzen her Gastgeber sein, aber doch bitte erst einmal wieder selber auf einem gesicherten Fundament stehen und dann wieder Gro├čz├╝gigkeit walten lassen. Aber nicht jetzt.

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Kann die Krise also auch als Chance bewertet werden?

Ich finde es schwierig zu sagen, dass diese Situation eine Chance ist, weil es f├╝r viele Menschen um ihr Leben geht und auch um die nackte Existenz. Ich sehe es eher so, dass wir politisch darauf reagieren m├╝ssen. Wir m├╝ssen unser Gesundheitssystem und unser Sozialsystem, die beide oft kritisiert wurden, st├Ąrken, weil sie sich als goldrichtig herausgestellt haben. Wir m├╝ssen sehen, was f├╝r positive Auswirkungen das Ganze jetzt hat und uns als Land, als Bev├Âlkerung, als Wirtschaftstreibende unglaublich gut durch die Krise gebracht hat. Ich finde, wir k├Ânnen auch mal Danke sagen an die Verantwortlichen in der Politik und im Gesundheitswesen. Es kann nicht 82 Millionen Menschen immer alles recht gemacht werden. Ich denke aber, der Gro├čteil der Bev├Âlkerung ist unglaublich zufrieden damit, und zwar unabh├Ąngig seiner politischen Couleur, wie wir von den Landesregierungen, aber auch von der Bundesregierung durch diese Krise gef├╝hrt wurden. Dass es jetzt unterschiedliche Ansichten ├╝ber den sogenannten Hochfahren-Prozess gibt, liegt in der Natur der Sache, und das ist auch nicht schlimm.

Haben Sie Verst├Ąndnis f├╝r die Menschen, die jetzt f├╝r ihre Freiheit demonstrieren?

Ich habe Verst├Ąndnis f├╝r Leute, die demonstrieren. Aber was hei├čt "f├╝r ihre Freiheit"? Wir haben gro├če Freiheit und wir haben ├╝berhaupt nichts, was uns an irgendeiner Stelle beengt. Von Beschr├Ąnkung der Freiheit kann keine Rede sein. Der Lockdown ist keine Beschr├Ąnkung der Freiheit. Ich glaube, den Leuten geht es einfach zu gut. Ich sehe nicht, wo unsere Freiheit irgendwo im Vergleich zu dem, was man da erlebt hat, eingeschr├Ąnkt ist. Ich verstehe nicht, was wir angeblich zu erleiden haben. Vor allem nicht mit der Perspektive, dass jetzt alles schon wieder hochgefahren wurde.

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Das ist Demokratie: Jeder darf eine Meinung haben und sie auch sagen, das ist die Freiheit, in der wir leben, und da h├Ąlt die Gesellschaft auch einen Hildmann aus.

Wie bewerten Sie die aktuellen Diskussionen ├╝ber die Schlachtbetriebe?

Das ist ja nun ein altbekanntes Thema. Was mich wundert, dass das jetzt so hochkocht, nur weil da sehr viele Infizierte sind. Ich k├Ąmpfe seit Jahren f├╝r einen geringeren Fleischkonsum und f├╝r eine h├Âhere Qualit├Ąt der Produkte und setze mich daf├╝r ein, dass wir in der Produktion wegkommen von dieser uns├Ąglichen Massentierhaltung. Die Bilder, die wir ├╝ber Peta alle kennen, die m├Âchte kein Verbraucher sehen. Gleichzeitig m├Âchte der Verbraucher das billige Fleisch an der Theke haben. Da kann sich keiner mehr herausreden, das noch nicht gewusst zu haben. Das ist einfach eine L├╝ge. Das artgerecht aufgezogene St├╝ck Fleisch kostet im Kilo (!) drei Euro mehr. Der Verbraucher entscheidet sich immer f├╝r das billigere. Ich sage bewusst das Wort "billig". Es ist nur logisch, dass das billige Fleisch auch nur billig, mit billigen Arbeitskr├Ąften produziert werden kann. Da muss radikal ein Riegel davor geschoben werden. Damit w├╝rden wir sogar mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Wir haben viel weniger G├╝lle, weniger Gase, ein besseres Tierwohl, bessere Arbeitsbedingungen und auch eine gr├Â├čere Volksgesundheit. Weniger ist da einfach mehr.

Wie sieht Ihr pers├Ânlicher Fleischkonsum aus?

Ich esse gerne ein gutes St├╝ck Fleisch und das reicht mir auch einmal in der Woche. Ich will da nicht der Ma├čstab sein und auch nicht p├Ąpstlicher sein als der Papst, aber wir haben eine gro├če gesellschaftliche Verantwortung.

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