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Treffen in Windsor: Joe Biden vergleicht die Queen mit seiner Mutter

Treffen in Windsor  

Joe Biden vergleicht die Queen mit seiner Mutter

14.06.2021, 09:31 Uhr | Christoph Meyer, Lena Klimkeit, dpa

Biden vergleicht Queen mit seiner Mutter

US-Präsident Joe Biden hat auf seiner Europareise die britische Königin Elizabeth II. getroffen. Anschließend zog er einen interessanten Vergleich. (Quelle: t-online)

Nach Treffen mit der Queen: Hier stellt US-Präsident Joe Biden einen interessanten Vergleich auf. (Quelle: t-online)


Joe Biden ist der erste Präsident, den die Queen ohne ihren kürzlich gestorbenen Mann Philip willkommen heißt. Der hatte Gäste gerne mit Witzen belustigt. Das macht die 95-jährige Monarchin jetzt selbst.

Bei strahlendem Wetter hat die britische Königin Elizabeth II. am Sonntag US-Präsident Joe Biden und First Lady Jill Biden in Windsor empfangen. Das amerikanische Staatsoberhaupt und seine Frau reisten per Hubschrauber aus London an, nachdem sie in den vergangenen Tagen am G7-Gipfel in der englischen Grafschaft Cornwall teilgenommen hatten.

"Sie war sehr liebenswürdig", verriet der US-Präsident laut "New York Times" nach der Privataudienz auf Schloss Windsor. Sie habe ihn in Bezug auf ihr Aussehen und ihre Großzügigkeit "an meine Mutter erinnert", schwärmte Joe Biden demnach über die Monarchin, wie Sie auch oben in unserem Video sehen können. Queen Elizabeth II. trug ein rosafarbenes Kleid mit Blumenmuster und passendem Hut, als sie das US-Präsidentenpaar im Hof von Schloss Windsor begrüßte. Die First Lady hatte ein hellblaues Kostüm an.

Jill Biden entschied sich für einen Look in Blau, die Queen für ein Outfit in Rosa. (Quelle: Alberto Pezzali / Reuters)Jill Biden entschied sich für einen Look in Blau, die Queen für ein Outfit in Rosa. (Quelle: Alberto Pezzali / Reuters)

Anders als bei früheren Anlässen schritt Biden die Ehrengarde allein ab – beim Besuch seines Vorgängers Donald Trump war es zu einer peinlichen Szene gekommen, weil der Präsident nicht wusste, ob er rechts oder links neben der Queen laufen sollte.

Möglicherweise wollte man Ähnliches vermeiden – vielleicht war es der etwas wackelig wirkenden 95-jährigen Monarchin aber auch einfach zu heiß. Nachdem die Kapelle aus Soldaten mit den typischen roten Uniformen und Bärenfellmützen die US-Nationalhymne gespielt hatte, wurde das Präsidentenpaar von der Queen zum Tee gebeten.

Joe Biden schritt die Ehrengarde allein ab. (Quelle: AP/dpa/Steve Parsons)Joe Biden schritt die Ehrengarde allein ab. (Quelle: Steve Parsons/AP/dpa)

Biden und die Queen waren sich bereits am Freitagabend bei einem Empfang in Cornwall begegnet. Seine letzte Audienz liegt aber schon beinahe 40 Jahre zurück: Der damalige US-Senator war 1982 zu einem Treffen der amerikanisch-britischen Parlamentariergruppe nach Großbritannien gekommen.

Der erste Präsident nach dem Tod von Prinz Philip

Die Queen hat in ihrer langen Regentschaft seit 1952 schon viele US-Präsidenten kommen und gehen sehen. Mit den meisten traf sie entweder in den USA oder in Großbritannien zusammen. Biden ist bereits Nummer 13 – und der erste, den sie ohne ihren kürzlich im Alter von 99 Jahren gestorbenen Mann Prinz Philip empfängt.

Zuletzt kam Trump 2019 zum Staatsempfang nach London. Viele Briten sorgten sich damals um die Würde ihrer Queen – eine Petition mit Tausenden Unterschriften sollte den Besuch stoppen. Größere Fauxpas blieben aber aus. In Erinnerung bleibt vor allem die deutliche Mahnung der Königin beim Staatsbankett an den damaligen US-Präsidenten zur Wahrung internationaler Institutionen. Das dürfte beim aktuellen Präsidenten Biden nicht notwendig sein.

Michelle legte ihren Arm um die Queen

Auch Barack Obama wurde 2011 mit einem Staatsempfang geehrt. First Lady Michelle verführte die Queen sogar zu einem Bruch des Protokolls: Sie legte ihr den Arm um die Schulter, Elizabeth erwiderte die Geste. Die Obamas kamen noch ein zweites Mal kurz nach dem 90. Geburtstag der Königin im Jahr 2016.

Barack und Michelle Obama treffen die Queen. (Quelle: Courtesy Everett Collection / imago images)Barack und Michelle Obama treffen die Queen. (Quelle: Courtesy Everett Collection / imago images)

Auch George W. Bush traf die Queen mehrmals. Umstritten war vor allem die Einladung zum Staatsbesuch im Jahr 2003 – mehrere Monate nach der umstrittenen US-geführten Invasion im Irak. Tollpatschig wie er manchmal war, erinnerte Bush bei der Feier zum Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung 2007 in Washington daran, dass die Queen ja bereits 1776 dabei gewesen sei. Er meinte natürlich 1976 zum 200-Jahr-Jubiläum. "Sie warf mir einen Blick zu, wie nur eine Mutter ihr Kind anschauen würde", sagte Bush später über den Versprecher.

Auch zwischen Bill Clinton, seiner Frau Hillary und der Queen gab es mehrere Treffen, unter anderem im Jahr 2000 im Buckingham-Palast. Die Clintons wurden auch auf die royale Jacht Britannia eingeladen.

Treffen mit der Queen ist für viele ein Highlight

Eine Begegnung mit der Queen ist für jeden Staats- und Regierungschef weiterhin ein Highlight, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Pressekonferenz zum Abschluss des G7-Gipfels in Cornwall am Sonntag deutlich machte. Sie war sichtlich angetan von "Her Majesty The Queen", wie sie die Königin bezeichnete.

Die Queen posiert mit Ursula von der Leyen, Yoshihide Suga, Justin Trudeau, Mario Draghi, Charles Michel, Angela Merkel, Emmanuel Macron, Boris Johnson und Joe Biden. (Quelle: AP/dpa/Jack Hill)Die Queen posiert mit Ursula von der Leyen, Yoshihide Suga, Justin Trudeau, Mario Draghi, Charles Michel, Angela Merkel, Emmanuel Macron, Boris Johnson und Joe Biden. (Quelle: Jack Hill/AP/dpa)

Elizabeth II. war bei dem Empfang für die Staats- und Regierungschefs am Freitag sogar zum Scherzen aufgelegt gewesen. "Are you supposed to be looking as if you're enjoying yourself?" (zu Deutsch: "Soll man jetzt so tun, als würde man sich vergnügen?"), hatte sie gefragt, als sie mit den Staatenlenkern für ein eher steif wirkendes Gruppenfoto mit coronabedingt großem Abstand posierte. Joe Biden und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron brachen in Gelächter aus, auch Merkel musste schmunzeln.

Verwendete Quellen:

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