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Ungleichheit: Lohngefälle geht erstmals seit Jahren zurück

Ungleichheit  

Lohngefälle in Deutschland geht erstmals seit Jahren zurück

14.09.2020, 11:24 Uhr | dpa-AFX

Ungleichheit: Lohngefälle geht erstmals seit Jahren zurück. Euro-Scheine und -Münzen (Symbolbild): Die Lohnunterschiede zwischen Gering- und Besserverdienern sind zuletzt zurückgegangen. (Quelle: Getty Images)

Euro-Scheine und -Münzen (Symbolbild): Die Lohnunterschiede zwischen Gering- und Besserverdienern sind zuletzt zurückgegangen. (Quelle: Getty Images)

Die Schere zwischen Arm und Reich schließt sich etwas – zumindest bei den Löhnen. Die Unterschiede zwischen Besser- und Geringverdienern sind zuletzt weniger geworden. Eine der Ursachen könnte der Mindestlohn sein.

Das Lohngefälle zwischen Gering- und Besserverdienenden in Deutschland ist erstmals seit Jahren etwas flacher geworden. Nachdem für 2014 ein Stopp der Lohnspreizung zu beobachten war, zeige die Verdiensterhebung für das Jahr 2018 "eine Tendenz zur Lohnangleichung", erklärte das Statistische Bundesamt am Montag.

Ein Grund nach Einschätzung der Wiesbadener Statistiker: Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2015, der dafür sorgte, dass die unteren Einkommen tendenziell anzogen.

Den Berechnungen zufolge bekamen die oberen zehn Prozent der Spitzenverdiener 2018 im Schnitt brutto pro Stunde 3,27 Mal so viel wie Geringverdienende. Vier Jahre zuvor war es noch das 3,48-Fache.

Mehr Geringverdiener im Osten als im Westen

Damals hatte das Bundesamt bereits festgestellt, der "langjährige Trend einer zunehmenden Lohnspreizung" sei gestoppt. Die Behörde untersucht alle vier Jahre die Verdienststruktur in der Bundesrepublik, vergleichbare Daten liegen erstmals für 2006 vor.

Zur Spitzengruppe gehören Arbeitnehmer der jüngsten Auswertung zufolge ab 31,76 Euro Bruttostundenlohn, bei den unteren zehn Prozent sind es bis 9,71 Euro. Insgesamt zählten im Jahr 2018 gut ein Fünftel (21,1 Prozent) der Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland zum Niedriglohnsektor – wobei nach Angaben des Bundesamtes der Anteil in Ostdeutschland mit 29,1 Prozent noch immer deutlich größer war als in Westdeutschland einschließlich Berlin mit 20 Prozent.

Im Osten schließt sich die Lohnschere nach Erkenntnissen der Statistiker allerdings wesentlich schneller als im Westen: In Ostdeutschland erzielten Besserverdienende demnach 2018 einen um das 2,80-Fache höheren Bruttostundenverdienst als Geringverdienende. Im Jahr 2014 war es noch das 3,31-Fache. In Westdeutschland war dieser Trend deutlich schwächer: von 3,47 im Jahr 2014 auf 3,29 im Jahr 2018.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-AFX

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