Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Beruf & Karriere >

Kenne Deine Rechte: Muss mein Arbeitgeber kostenlose Getränke bereitstellen?

Kenne Deine Rechte  

Muss mein Arbeitgeber kostenlose Getränke bereitstellen?

30.08.2021, 04:41 Uhr | dpa

Kenne Deine Rechte: Muss mein Arbeitgeber kostenlose Getränke bereitstellen?. Manche Arbeitgeber stellen der Belegschaft kostenfrei Getränke zur Verfügung.

Manche Arbeitgeber stellen der Belegschaft kostenfrei Getränke zur Verfügung. Foto: Christin Klose/dpa-tmn. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa/tmn) - Viele Arbeitgeber werben in Stellenanzeigen mit kostenlosen Getränken für Beschäftigte. Aber wie sieht es abseits hipper Start-ups aus? Müssen etwa Handwerksbetriebe oder Baufirmen ihren Teams kostenfrei zum Beispiel Wasser zur Verfügung stellen?

"Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer auf solche Leistungen keinen gerichtlich durchsetzbaren Anspruch", sagt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin.

Selbst bei hohen Temperaturen keine Pflicht

Selbst bei hohen Temperaturen am Arbeitsplatz geht die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers laut Bredereck nicht so weit, dass kostenlose Kaltgetränke zur Verfügung gestellt werden müssen.

Die sogenannteArbeitsstättenverordnungund dieTechnischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR)enthalten zwar entsprechende Empfehlungen. "Sie sind aber für den Arbeitgeber nicht bindend", so der Fachanwalt.

Ein Anspruch kommt Bredereck zufolge nur bei "Hitzearbeit" in Betracht. Darunter versteht man Tätigkeiten, bei denen es durch eine Mehrfachbelastung aus Hitze, körperlicher Arbeit und weiteren Faktoren wie Schutzkleidung zum Anstieg der Körpertemperatur kommt.

"Ein typischer Fall wäre hier der Arbeiter im Straßenbau, der in der prallen Mittagssonne schwere körperliche Arbeit leistet", nennt Bredereck ein Beispiel.

Regelungen aus Tarif- oder Arbeitsvertrag beachten

Ein Anspruch kann ausnahmsweise auch dann bestehen, wenn es entsprechende Regelungen in einem Tarifvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag gibt.

Zudem kann ein Anspruch aus "betrieblicher Übung" entstehen. Das ist dann der Fall, wenn der Arbeitgeber über längere Zeit ohne Vorbehalt kostenlos Getränke zur Verfügung stellt.

Bredereck rät aber davon ab, sich wegen solcher möglicher Ansprüche mit dem Arbeitgeber zu streiten: "Das ist selten empfehlenswert." Gibt es einen Betriebsrat, könne man sich mit entsprechenden Anregungen an das Gremium wenden.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Rohstoffe und Währungen

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Beruf & Karriere

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: