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So finden Sie den günstigsten Gasanbieter

Wechseln lohnt sich  

So finden Sie den günstigsten Gasanbieter

11.02.2016, 12:50 Uhr | dpa, t-online.de

So finden Sie den günstigsten Gasanbieter. Ein Wechsel des Gasanbieters lohnt sich für die meisten Verbraucher.  (Quelle: dpa)

Ein Wechsel des Gasanbieters lohnt sich für die meisten Verbraucher. (Quelle: dpa)

Vor zehn Jahren zwang das Bundeskartellamt die großen deutschen Gasversorger zur Öffnung der Gasnetze: Ab dem 1. April 2006 mussten sie den Verbrauchern die Möglichkeit zum Anbieterwechsel einräumen. Die Kunden nutzen die Möglichkeit zum Wechsel bislang kaum, obwohl im besten Fall bis zu 600 Euro im Jahr gespart werden können.

Der Markt ist inzwischen deutlich gewachsen: Es gibt über 900 Gasanbieter. Doch am Problem des geringen Wettbewerbsdrucks hat sich eher wenig geändert. Nicht einmal jeder zehnte Gaskunde nutzte nach der jüngsten Erhebung von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur 2014 die Möglichkeit zum Anbieterwechsel - und damit in vielen Fällen eine Chance zum Geldsparen. 

Ein Viertel der Gaskunden sind noch im teuren Grundtarif

Fast jeder vierte deutsche Gaskunde ist laut der Erhebung nach wie vor im besonders teuren Grundversorgungsvertrag, weniger als ein Fünftel werden von einem anderen als dem örtlichen Grundversorger beliefert - und das, obwohl sich in den zehn Jahren die Preisunterschiede vervielfacht haben.

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Lag der Unterschied zwischen dem teuersten und dem günstigsten Gasversorgungsangebot 2006 noch bei nur rund 60 Euro für den Durchschnittshaushalt, so beträgt er aktuell laut dem Preisvergleichsportal Verivox in der Spitze mehr als 600 Euro im Jahr. Bis zu 1468 Euro sind 2016 im Grundversorgungstarif zu zahlen, 849 Euro verlangt der günstigste Anbieter inklusive Wechselbonus.

Heute sind laut Bundeskartellamt in den meisten Gebieten inzwischen mehr als 50 konkurrierende Gasanbieter aktiv. Das könnte deutlich mehr Druck auf die Preise ausüben - wenn die Verbraucher ihn nur nutzen würden. "Die örtlichen Grundversorger senken selten ihre Preise, weil immer noch verhältnismäßig wenig Kunden wechseln", kritisiert die Grünen-Umweltpolitikerin Bärbel Höhn.

Angst vor einem zugedreht Gashahn ist unbegründet

Trägheit oder irrationale Angst vor einer - gesetzlich ausgeschlossenen - Gas-Abschaltung und damit kalter Wohnung? Die Branche rätselt selbst, woher die Wechsel-Unwilligkeit der Gaskunden kommt.

Die Anbieter profitieren jedenfalls. 1,3 Milliarden Euro hätten die Gasversorger 2015 zusätzlich eingenommen, weil sie stark gesunkene Beschaffungskosten nicht an die Haushaltskunden weitergegeben hätten, stellte der Hamburger Energieexperte Steffen Bukold Ende 2015 in einer Studie fest. Im Mittel seien jedem Haushalt damit 132 Euro Ersparnis entgangen.

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Wie Mieter den Gasanbieter wechseln können

Mieter dürfen ihren Gas-Lieferanten meist nur frei wählen, wenn es im Haus Etagenheizungen oder einen Gas-Anschluss in der Wohnung gibt. Befindet sich eine Zentralheizung im Keller des Mietshauses, schließt in der Regel der Vermieter den Vertrag mit dem Gaslieferanten ab. Dem Mieter bleibt nur die Option, seinen Vermieter mit guten Argumenten zu überzeugen. Die Verbraucherzentralen haben einen entsprechenden Musterbrief vorbereitet, den Mieter für ihre Überzeugungsarbeit nutzen können. 

Finanztip rät: So wechseln Sie den Anbieter

  • Wer noch nie den Gastarif gewechselt hat, ist im teuren Grundtarif und sollte sofort wechseln.
  • Für alle anderen lohnt es sich die Gaspreise jährlich zu vergleichen.
  • Ein Wechsel des Anbieters geht einfach und dauert nur wenige Minuten. Der neue Anbieter kündigt den alten Vertrag. Ein Risiko, dass der Gashahn zugedreht wird, gibt es nicht.
  • Preisvergleichsportale helfen beim Vergleich der Tarife. Entfernen Sie den Haken beim Neukundenbonus, wenn Sie einen dauerhaft günstigen Anbieter suchen. Lassen Sie die Option eingeschaltet, wenn Sie bereit sind, jährlich den Gasversorger zu wechseln.

Die meisten Verbraucher wechseln aber trotzdem nicht. "Viele Gasversorger setzen auf die Unwissenheit oder Trägheit ihrer Kunden", kritisiert Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. 

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