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Negativzinsen: Bei diesen Banken müssen Sparer zahlen

Negativzinsen  

Bei diesen Banken müssen Sie fürs Sparen zahlen

05.12.2019, 12:59 Uhr | t-online, sms

Negativzinsen: Bei diesen Banken müssen Sparer zahlen . Ein Sparbuch mit Geld: Die ersten Banken erheben Negativzinsen ohne Freibetrag.  (Quelle: imago images/Rüdiger Wölk)

Ein Sparbuch mit Geld: Die ersten Banken erheben Negativzinsen ohne Freibetrag. (Quelle: Rüdiger Wölk/imago images)

Wer Geld spart, hofft eigentlich darauf, dass sich die Einlagen im Laufe der Zeit durch Zinsen vermehren. Doch immer öfter ist das Gegenteil der Fall: Jetzt erheben erste Banken Negativzinsen ohne Freibetrag auf privates Tagesgeld. 

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Zinssatz für Banken weiter ins Minus gedrückt hat, geben die Banken diese Kosten zunehmend an ihre Kunden weiter. Die Folge sind Negativzinsen, die nun auch auf privates Tagesgeld erhoben werden. 

VR-Bank Westmünsterland erhebt Negativzins ohne Freibetrag

Die VR-Bank Westmünsterland erhebt neuerdings einen Negativzins von -0,5 Prozent ohne Freibetrag auf privates Tagesgeld. Auch Guthaben auf dem Girokonto wird negativ verzinst (ebenfalls -0,5 Prozent) – allerdings erst ab einem individuellen Freibetrag. Das berichtet das Verbraucherportal Verivox. Damit sei die VR-Bank Westmünsterland die zweite Bank neben der VR-Bank Fürstenfeldbruck, die Negativzinsen auf private Tagesgeldeinlagen eingeführt hat, ohne Sparern einen Freibetrag einzuräumen. 

"Lange waren vor allem vermögende Privatkunden von Negativzinsen betroffen. Doch dieser Damm ist gebrochen", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. "In den nächsten Wochen und Monaten rechnen wir mit weiteren Banken, die Negativzinsen einführen. Spätestens wenn Kunden im großen Stil anfangen, Einlagen zu verschieben, wird es für die Banken schwerer, sich dem Trend zu Negativzinsen zu entziehen."

Es gibt aber auch Banken, die zwar keinen Negativzins erheben, dafür aber monatliche Gebühren für ihre Tagesgeldkonten verlangen. Dadurch entstehen laut Verivox faktische Negativzinsen ab dem ersten Euro, selbst wenn die Bank 0,00 Prozent oder 0,01 Prozent Zins ausweist.

Eine Übersicht über Banken, die Negativzinsen verlangen

Als Reaktion auf die Niedrigzinspolitik der EZB haben folgende Banken laut ihrer öffentlichen Preisverzeichnisse Negativzinsen auf Tagesgeld eingeführt: 

GeldinstitutZinssatz in ProzentFreibetrag
Berliner Volksbank-0,5100.000 Euro 
EthikBank-0,4100.000 Euro 
Oldenburgische Landesbank (OLB)-0,4100.000 Euro 
Skatbank-0,5100.000 Euro 
Sparda-Bank Berlin -0,4100.000 Euro 
Sparkasse Harburg-Buxtehude-0,4500.000 Euro 
Sparkasse Rotenburg-Osterholz-0,51.000.000 Euro 
Volksbank Baden-Baden Rastatt-0,2500.000 Euro 
Volksbank Dresden-Bautzen-0,51.000.000 Euro 
Volksbank Eisenberg -0,4100.000 Euro 
Volksbank Ettlingen-0,5250.000 Euro 
Volksbank Freiburg-0,4750.000 Euro 
Volksbank in der Ortenau -0,13100.000 Euro 
Volksbank Magdeburg-0,575.000 Euro 
Volksbank Mittlerer Schwarzwald-0,5250.000 Euro 
Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück-0,5100.000 Euro 
Volksbank Stendal-0,4100.000 Euro 
VR-Bank Alzenau -0,4k.A.
VR-Bank Bayreuth-Hof-0,6300.000 Euro 
VR-Bank Fürstenfeldbruch-0,5kein Freibetrag
VR-Bank Landsberg-Ammersee-0,4300.000 Euro 
VR-Bank Mittelsachsen-0,4100.000 Euro 
VR-Bank Westmünsterland-0,5kein Freibetrag

Es gibt allerdings auch Unterschiede zwischen den Banken, sodass es insgesamt 23 Banken mit Negativzinsen sind – in den meisten Fällen mit einem recht hohen Freibetrag. Es gibt außerdem sieben Banken, bei denen das Tagesgeldkonto Gebühren kostet: 

GeldinstitutGebühren
Ethikbank3,50 Euro pro Monat
GLS Bank5 Euro pro Monat
Kreissparkasse Stendalk.A.
Raiffeisenbank Unteres Vilstal5 Euro pro Monat
Sparkasse Freyung-Grafenau1 Euro pro Monat
Volksbank Eisenberg3,50 Euro pro Monat
Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien5 bis 50 Euro pro Monat

Da Verivox ausschließlich Konditionen für Privatkunden aus einer Datenbank mit 800 Banken auswertet, kann es zudem sein, dass weitere Banken Negativzinsen – auch ohne Freibetrag – verlangen. 

Wie können Sie Negativzinsen vermeiden?

Wenn Banken einen neuen Negativzins einführen, gilt dieser laut Maier aber erst einmal nur für Neukunden. "Will eine Bank von Bestandskunden Negativzinsen erheben, muss sie dies mit den betroffenen Kunden individuell vereinbaren", erklärt der Experte. Im Einzelfall könne dafür schon ein individuelles Preisanpassungsschreiben ausreichen.

"In diesem Fall raten wir Sparern zum Wechsel. Auch im aktuellen Zinstief sind Negativzinsen kein Naturgesetz. Top-Banken im EU-Ausland zahlen aktuell 0,65 Prozent", sagt Maier. "Mit deutscher Einlagensicherung gibt es immerhin bis 0,31 Prozent."



Letztlich gibt es drei Regeln, die Sie einhalten sollten, um sich vor Negativzinsen zu schützen: 

  1. Tagesgeldangebote vergleichen und wechseln 
  2. Nicht zu viel Geld als Tagesgeld anlegen
  3. Die übrigen Ersparnisse richtig anlegen 

Da die Niedrigzinsen zum Dauerzustand geworden sind, sollten langfristige Anleger auch über Alternativen im Aktienmarkt nachdenken, rät Maier. "Wer in den DAX investiert und mindestens 15 Jahre gewartet hat, war noch nie im Minus und hatte im Durchschnitt eine Jahresrendite von über fünf Prozent."

Verwendete Quellen:

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