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Bitcoin-Absturz: Joe Biden macht Krypto-Anlegern Angst


"Luft ist raus"  

Die Angst vor Biden lässt Bitcoin-Kurs abrauschen

16.11.2021, 17:28 Uhr
Bitcoin-Absturz: Joe Biden macht Krypto-Anlegern Angst. US-Präsident Joe Biden (Symbolbild): Sein neues Infrastrukturproramm weckt Ängste bei Kryptoanlegern. (Quelle: imago images/SARAH SILBIGER)

US-Präsident Joe Biden (Symbolbild): Sein neues Infrastrukturproramm weckt Ängste bei Krypto-Anlegern. (Quelle: SARAH SILBIGER/imago images)

Jähes Ende: Nach einem neuen Allzeitrekord bricht der Bitcoin-Kurs um knapp 10.000 Dollar ein. Das liegt an alten Ängsten, die neu erwachen, sagt Krypto-Experte Timo Emden t-online.

Die neuen Höhensprünge der größten Kryptowährung Bitcoin haben am Dienstag ein jähes Ende gefunden. Der Kurs fiel am Mittag zwischenzeitlich um 9 Prozent auf rund 58.600 US-Dollar. Damit rutschte der Wert eines Bitcoins sogar kurzzeitig unter die 60.000-Dollar-Marke.

Noch in der vergangenen Woche hatte die größte Kryptowährung zehntausend Dollar über dem Tagestief des Dienstags gelegen – mit 68.789 Dollar hatte Bitcoin am Mittwoch vergangener Woche noch ein neues Rekordhoch erreicht.

Gerade der jüngste Erfolg sei nun ein Grund für die Korrektur. "Gewinnmitnahmen sind nach einem Rekordhoch nicht allzu überraschend", erklärt der Krypto-Experte Timo Emden vom gleichnamigen Analysehaus im Gespräch mit t-online.

Korrektur sei gesund

Auch Ether als zweitgrößte Kryptowährung brach parallel zu Bitcoin auf rund 4.100 Dollar ein. Die Korrektur sei ein gesundes Verhalten, der Markt sei zuletzt stark überkauft gewesen, so Emden. Der aktuelle Kurssturz sortiere damit auch die schwachen Hände aus dem Markt aus, die bei der jüngsten Rally eingestiegen seien. 

Es gibt aber durchaus Gründe, die auch in den kommenden Wochen für ein Abkühlen der Euphorie sprechen könnten, schätzt der Experte. Diese seien zwar nicht neu, aber in der vergangenen Nacht wieder aufgeblüht. 

Biden macht Anlegern Angst

So sorgt etwa der Kurs des US-Präsidenten Joe Biden für Unsicherheit auf dem Kryptomarkt. Dieser hatte zuletzt sein großes Infrastrukturpaket verabschiedet, das unter anderem härtere Steuermaßnahmen enthält. "So müssen nun Anlagen ab einem Wert von 10.000 Dollar gemeldet werden – das entspricht nicht dem Geist vieler Krypto-Anleger", sagt Emden. 

Schlimmer als die aktuelle Maßnahme seien aber die Befürchtungen, die eine solche Meldepflicht schüre. "Biden hat mehrfach kommuniziert, dass er dem Krypto-Sektor an den Kragen will. Nun steigt die Angst vor härteren Regularien und einer forcierten Besteuerung bei den Anlegern," sagt Emden – schließlich müssten die großen Investitionen Bidens auch bezahlt werden. Diese Sorgen nähmen den Anlegern aktuell "die Luft zum Atmen".

Gleichzeitig ebbt die Angst vor China nicht ab. Das Land war in diesem Jahr unter anderem mehrfach hart gegen die Miner der Währung vorgegangen, da diese viel Strom verbrauchen. Emden sieht Zeichen, dass China diesen strikten Kurs weiter verschärfen könnte. 

Zinserhöhungen würden Kryptowährungen schwächen

Zudem fallen einige Faktoren in diesen Tagen weg, die Bitcoin und andere Währungen die vergangenen Wochen angetrieben haben. Die Inflationsrisiken hatten etwa zuletzt viele Anleger unter anderem zu Kryptowährungen als alternative Anlage getrieben, nun stehen die Anzeichen bei der US-Notenbank Fed immer mehr auf einen Wechsel der Geldpolitik. "Kommt es im kommenden Jahr zu Zinserhöhungen, würde das Kryptowährungen unattraktiver machen", erklärt Emden. 

Höhere Zinsen würden zudem die Inflation senken und es würde für Anleger wieder interessanter werden, Gelder in festverzinste Anlagen zu investieren. Das Risiko der Kryptowährungen dürften dann weniger Menschen eingehen. "Die Luft ist erst einmal raus", resümiert Emden.

Das bedeute aber nicht, dass Anleger das Jahr abschreiben könnten. Im Gegenteil: Im November dürfte die Kryptowährung etwas schwächeln, aber im Dezember rechnet der Experte mit einem erneuten Anstieg. Bereits in der Vergangenheit hat Bitcoin saisonal zu Jahresende zugelegt und die Aufwärtsbewegung bis in die ersten Wochen des neuen Jahres mitgenommen. 

Neue Allzeithochs zum Jahresende möglich

"Auch dieses Jahr stehen die Fundamentalwerte dafür gut", meint Emden – trotz der aktuellen Schwierigkeiten. Zu großer Euphorie sollten Kunden aber dabei nicht erliegen. "Spitzenwerte von 70.000, vielleicht sogar 80.000 Dollar halte ich noch für realistisch, aber Prognosen von 100.000 Dollar sind zu ambitioniert".  

Auch für andere Werte wie Ether sieht Emden zum Jahresende gute Chancen für eine neue Aufwärtsbewegung. Einige Coins könnten in ihrer Dynamik dabei den Bitcoin sogar überholen, schätzt Emden. "Ether erhält voraussichtlich im kommenden Jahr ein wichtiges technisches Upgrade. Damit hat die Währung mehr Kurspotenzial als Bitcoin."

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Gespräch mit Timo Emden
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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