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Schufa-Eintrag löschen: So funktioniert's

Von t-online, cho, ron

Aktualisiert am 18.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Schufa-Verbraucherservice: Forderungen unter 2.000 Euro können unter bestimmten Bedingungen vorzeitig gelöscht werden.
Schufa-Verbraucherservice: Forderungen unter 2.000 Euro können unter bestimmten Bedingungen vorzeitig gelöscht werden. (Quelle: Ralph Peters/imago-images-bilder)
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Sie möchten, dass ein negativer Eintrag bei der Schufa vorzeitig gelöscht wird? DafĂŒr mĂŒssen bestimmte Bedingungen erfĂŒllt sein. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Das Wichtigste im Überblick


Fast jeder kennt ihren Namen, verbindet damit aber meist nichts Positives: Die Rede ist von der Schufa. Kein Wunder – mit der Schufa kommen Sie schließlich oft erst dann in BerĂŒhrung, wenn Sie einen Kredit von Ihrer Bank haben möchten oder um die begehrte Mietwohnung konkurrieren mĂŒssen. Dann ist Ihre Schufa-Auskunft gefragt – und so manchem graut es womöglich vor den darin gesammelten Daten.

Doch wann kommt es ĂŒberhaupt zu negativen Schufa-EintrĂ€gen? Bleiben die ewig in der Datenbank der Auskunftei? Und kann man auch selbst aktiv werden, um gegen EintrĂ€ge vorzugehen?

Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen Eintrag löschen lassen können, welche Voraussetzungen dafĂŒr erfĂŒllt sein mĂŒssen und bei welchen EintrĂ€gen Sie nichts machen können.

Gut zu wissen: EintrĂ€ge bei der Schutzgemeinschaft fĂŒr allgemeine Kreditsicherung, wie die Schufa ganz offiziell heißt, werden generell nur befristet gespeichert. Einfache Anfragen werden nach einem Jahr gelöscht. Dazu zĂ€hlt zum Beispiel, wenn Sie bei einem Geldinstitut eine Kreditanfrage stellen oder Sie ein Girokonto eröffnen möchten. Die Schufa erhĂ€lt diese Informationen dann und erstellt einen Eintrag, sie gibt die Daten aber schon nach zehn Tagen nicht mehr weiter. Nach zwölf Monaten werden positive EintrĂ€ge gelöscht – im Gegensatz zu negativen Schufa-EintrĂ€gen.

Was ist ein negativer Schufa-Eintrag?

Sie erhalten bei der Schufa einen negativen Vermerk, wenn Ihr Zahlungsverhalten unzuverlĂ€ssig ist – zum Beispiel wenn Sie BetrĂ€ge bei Ratenzahlungen zu spĂ€t ĂŒberweisen (Zahlungsverzug/ZahlungsrĂŒckstĂ€nde) oder gar nicht (Zahlungsausfall).

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Anders sieht es bei Verbrauchern aus, gegen die ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet wurde: Folgt diesem ein Vollstreckungsbescheid oder gar die Aufforderung zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung, sind NegativeintrĂ€ge bei der Schufa programmiert. Auch ein seitens Ihrer Hausbank gekĂŒndigter Kredit sowie Privatinsolvenzen zĂ€hlen zu negativen Schufa-EintrĂ€gen.

  • Schufa-Score-Tabellen: Das steckt hinter den Zahlen

Schufa-NegativeintrĂ€ge wirken sich schlecht auf Ihre BonitĂ€t (KreditwĂŒrdigkeit) aus. Es kann dann zum Bespiel sein, dass eine Kreditanfrage abgelehnt wird.

Wann werden negative Schufa-EintrÀge automatisch gelöscht?

Abbezahlte Kredite löscht die Schufa drei Jahre nach ihrer Tilgung. Daten aus Schuldnerverzeichnissen bei Amtsgerichten wie eidesstattliche Versicherungen werden ebenso nach drei Jahren automatisch gelöscht – beide Male gilt aber: ausgehend vom Ende des Kalenderjahres.

Beispiel
Wenn Sie eine Forderung im FrĂŒhjahr 2020 beglichen haben, wird der negative Schufa-Eintrag erst zum 1. Januar 2024 gelöscht. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Eintrag aber mit einem sogenannten Erledigungsvermerk markiert.

In AusnahmefÀllen kann der negative Eintrag auch vorzeitig gelöscht werden, zum Beispiel wenn Sie der Schufa nachweisen können, dass das Amtsgericht beziehungsweise das zentrale Vollstreckungsgericht Ihren Eintrag aus dem Schuldnerverzeichnis gelöscht hat.

Welche negativen Schufa-EintrÀge kann ich vorzeitig löschen lassen?

Es gibt mehrere Arten von negativen EintrÀgen, die Sie vorzeitig löschen lassen können:

  • fehlerhafte EintrĂ€ge
  • EintrĂ€ge ĂŒber geringfĂŒgige Schulden
  • EintrĂ€ge ĂŒber sogenannte titulierte Forderungen
  • Gerichtsdaten

Bei falschen NegativeintrĂ€gen haben Sie ein Recht darauf, dass die Schufa sie sofort löscht. Es passiert nicht selten, dass Negativmerkmale falsch zugeordnet werden – beispielsweise wenn Menschen mit demselben Namen unter derselben Anschrift gelistet sind (Personenverwechslung). Mitunter sind Daten auch veraltet oder die Schufa hat EintrĂ€ge nicht gelöscht, obwohl die Frist abgelaufen ist.

Tipp:
Sie haben mindestens einmal jÀhrlich die Möglichkeit, kostenlos eine Selbstauskunft anzufordern. Wie das geht, lesen Sie hier. Die Schufa selbst nennt die Auskunft "Datenkopie".

Aber auch titulierte Forderungen können Sie bei der Schufa vorzeitig löschen lassen – unter diesen Voraussetzungen:

  • Sie haben die offene Forderung beglichen.
  • Sie haben sie beim Amtsgericht entfernt.
  • Der GlĂ€ubiger ist damit einverstanden.

Dann sendet das Amtsgericht einen Erledigungsvermerk und eine Löschurkunde an die Schufa.

Genauso lĂ€uft es bei Gerichtsdaten, die Sie vorzeitig löschen lassen möchten. Folgende Bedingungen mĂŒssen erfĂŒllt sein:

  • Sie haben die Forderung bezahlt.
  • Der GlĂ€ubiger hat der Löschung zugestimmt.
  • Das Amtsgericht bestĂ€tigt, dass Sie bezahlt haben.

Nun erstellt es die Löschurkunde und schickt sie der Schufa.

Gut zu wissen: EintrĂ€ge ĂŒber geringfĂŒgige Schulden unter 2.000 Euro konnten Sie bis 2018 sofort löschen lassen, wenn es sich nicht um eine titulierte Forderung handelte, sie die Summe innerhalb von sechs Wochen bezahlten und der GlĂ€ubiger das bestĂ€tigte. Diese GeringfĂŒgigkeitsgrenze akzeptiert die Schufa inzwischen nicht mehr.

Welche EintrÀge können nicht vorzeitig gelöscht werden?

Manche EintrÀge können Sie nicht vorzeitig löschen lassen, auch wenn Sie dies gerne möchten. Keine Handhabe haben Sie bei:

  • EintrĂ€gen zu laufenden Krediten
  • EintrĂ€gen zu Privatinsolvenzen

Bei Daten ĂŒber Privatinsolvenzen können Sie die offiziellen Löschfristen nicht umgehen. Der negative Schufa-Eintrag verschwindet erst drei Jahre nach dem Ende des Insolvenzverfahrens.

Dies galt lange Zeit auch, wenn die Privatinsolvenz mit der sogenannten Restschuldbefreiung endet. Restschuldbefreiung meint, dass das Insolvenzgericht Ihnen die Schulden erlÀsst, die Sie noch nicht tilgen konnten. Diese Befreiung ist an bestimmte Fristen gebunden.

Am 2. Juli 2021 hat das Oberlandesgericht Schleswig allerdings entschieden, dass die Schufa den Eintrag "Restschuldbefreiung" nach sechs Monaten löschen muss (Az. 17 U 15/21). Die Auskunftei hat aber noch die Möglichkeit, das Urteil vor dem Bundesgerichtshof revidieren zu lassen.

Wie lösche ich einen Schufa-Eintrag?

Je nachdem, um welche Art von negativem Eintrag es sich handelt, wenden Sie sich direkt an die Schufa (falsche EintrĂ€ge oder EintrĂ€ge trotz beendeter Löschfrist) oder zunĂ€chst an den GlĂ€ubiger oder das InkassobĂŒro, das Sie kontaktiert hat (bei beglichenen Forderungen, die noch bestĂ€tigt werden mĂŒssen).

Generell empfiehlt sich folgende Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung:

  • BonitĂ€tsscore per Schufa-Selbstauskunft anfordern (lesen Sie hier, wie das kostenlos geht)
  • Auskunft auf FalscheintrĂ€ge und offene Forderungen prĂŒfen
  • Löschfristen prĂŒfen
  • Löschung falscher EintrĂ€ge direkt bei der Schufa beantragen
  • Bei vermeintlich offenen Forderungen, die schon beglichen wurden, GlĂ€ubiger oder InkassobĂŒro kontaktieren, und den GlĂ€ubiger bitten, der Löschung zuzustimmen. Gleichzeitig: Löschantrag bei der Schufa einreichen
Schufa-BonitÀtsauskunft (Symbolbild): Bei der Schufa können Sie kostenlos eine Selbstauskunft anfordern.
Schufa-BonitÀtsauskunft (Symbolbild): Bei der Schufa können Sie kostenlos eine Selbstauskunft anfordern. (Quelle: Schöning/imago-images-bilder)

Gibt es Musterbriefe fĂŒr die Löschung eines Schufa-Eintrags?

Ja, Musterschreiben erhalten Sie bei den Verbraucherzentralen. Beispielsweise hat die Verbraucherzentrale Bremen auf ihrem Internetauftritt einen Musterbrief aufgesetzt, an dem Sie sich orientieren können. Wichtig ist auch, dass Sie zusÀtzlich Nachweise mitsenden, die den Irrtum belegen.

Die VerbraucherschĂŒtzer raten Betroffenen, sich schriftlich sowohl an die Schufa als auch ihren Vertragspartner zu wenden. Wenn Sie nachvollziehbar und beweisbar darlegen, warum bestimmte EintrĂ€ge falsch sind, reagiert die Gegenseite zumeist schnell und berichtigt die Daten, so die Verbraucherzentrale.

Können Forderungen aus eidesstattlichen Versicherungen gelöscht werden?

Im Falle von eidesstattlichen Versicherungen können Sie ebenfalls eine vorzeitige Löschung fordern. Sie benötigen hierfĂŒr eine BestĂ€tigung des GlĂ€ubigers, dass Sie die Forderungen beglichen haben. Diese legen Sie dem zustĂ€ndigen Amtsgericht vor, das die Änderung an die Schufa weitergibt. So können Sie die dreijĂ€hrige Frist umgehen.

Um die Löschung zu beschleunigen, lassen Sie sich einen sogenannten Löschungsbescheid vom Amtsgericht oder vom zentralen Vollstreckungsgericht ausstellen. Diesen senden Sie als Kopie per Post an die Schufa.

Was passiert nach dem Antrag auf Löschung?

Stellt sich heraus, dass ein Eintrag falsch ist, muss die Schufa dies prĂŒfen und darf die bislang gespeicherten Daten in der Zwischenzeit nicht weitergeben. Ist jedoch ein Unternehmen oder eine Bank fĂŒr einen Falscheintrag verantwortlich, ist zunĂ€chst dieses Unternehmen am Zug und muss den Sachverhalt klĂ€ren.

Was kann ich tun, wenn die Löschung verweigert wird?

Wenn ein Geldinstitut sich weigert, falsche Daten zu widerrufen oder die Schufa es ablehnt, unrichtige Daten zu löschen, rÀt die Verbraucherzentrale Bremen, keine ZugestÀndnisse zu machen.

Dies gilt vor allem dann, wenn Ihnen durch die unrichtigen Schufa-Daten ein Schaden entstanden ist. Die VerbraucherschĂŒtzer empfehlen, Ihre AnsprĂŒche gegebenenfalls durch einen Anwalt gerichtlich durchzusetzen.

So erreichen Sie die Schufa

Postanschrift:
Schufa Holding AG
Privatkunden ServiceCenter
Postfach 10 34 41
50474 Köln

E-Mail: Online-Formular der Schufa

Telefon: (0611) 92780

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