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Lombardkredit: Wie funktioniert er? | Definition, Vor- und Nachteile

Lombardkredit  

So nutzen Sie Ihre Wertpapiere für kurzfristige Finanzierungen

Von Dominic Jung

16.04.2021, 15:24 Uhr
Lombardkredit: Wie funktioniert er? | Definition, Vor- und Nachteile. Bargeld im Portemonnaie (Symbolbild): Mit einem Lombardkredit können Sie Ihre Wertpapiere für Finanzierungen nutzen. (Quelle: imago images/Shotshop)

Bargeld im Portemonnaie (Symbolbild): Mit einem Lombardkredit können Sie Ihre Wertpapiere für Finanzierungen nutzen. (Quelle: Shotshop/imago images)

Auf der Suche nach einer schnellen Finanzspritze können Sie einen Lombardkredit nutzen. Wir erklären, welche Chancen und Risiken damit verbunden sind.

Sie benötigen schnell einen Kredit, besitzen ein Wertpapierdepot und haben Börsenerfahrung? In dem Fall eröffnet ein sogenannter Lombardkredit Ihnen Chancen für die kurzfristige Liquidität.

Aber Vorsicht: ein Wertpapierkredit birgt auch Risiken. t-online erklärt, was Sie beachten sollten, wenn Sie einen Lombardkredit abschließen möchten.

Was ist ein Lombardkredit?

Einfach erklärt: Ein "Lombardkredit" definiert als Überbegriff alle Kreditprodukte, die mithilfe eines Pfands bei einem Kreditinstitut abgesichert sind. Das macht den Lombardkredit zu einer Kreditalternative für schnell benötigte Finanzspritzen.

Die einzelnen Lombardkredite unterscheiden sich im Wesentlichen nur in der Art des Pfandobjekts.

Welche Sicherheiten sind beim Lombardkredit möglich?

Früher wurden insbesondere Edelmetalle wie zum Beispiel Silber oder Gold als Sicherheitsleistung von Banken akzeptiert. Auch gibt es für Unternehmen die Möglichkeit, Waren wie Ladescheine, Lagerscheine oder Seeladescheine zu verpfänden.

Für Anleger heute am häufigsten interessant: der sogenannte Effektenlombardkredit. Hier dienen insbesondere handelbare Wertpapiere als Kreditsicherheit. Daher wird diese Art des Kredits auch als Wertpapierkredit bezeichnet.

Wie kann ich einen Lombardkredit beantragen?

Sofern Sie über genügend Sicherheiten auf einem Wertpapierdepot verfügen, ist die Beantragung möglich. Am einfachsten richten Sie einen Lombardkredit bei der Bank ein, bei der Sie auch ihr Wertpapierdepot besitzen. Mehr zum Wertpapierdepot lesen Sie hier.

Sie können aber auch Angebote anderer Kreditinstitute einholen. Achten Sie auf seriöse Anbieter. Eine Bonitätsprüfung ist in der Regel nicht nötig.

Wie wird der Beleihungswert des Lombardkredits berechnet?

Bei einem Wertpapierkredit bewertet das Kreditinstitut den Depotwert des Kreditnehmers und setzt so einen Kontoüberziehungsrahmen fest. Dieser hängt vom Marktwert des hinterlegten Depots ab. Aber auch die prognostizierte Wertentwicklung der Wertpapiere hat Einfluss auf den Beleihungswert des Depots.

Wichtig: Je sicherer Ihre Wertpapiere im Depot, desto höher ist der Beleihungswert.

Dabei werden die Anlagen abhängig von der Art des Wertpapieres nie im vollen Wert beliehen. Üblich sind Beleihungswerte zwischen 60 und 80 Prozent. Hochriskante Anlagen werden von den Kreditinstituten in der Regel nicht berücksichtigt.

Welche Kosten fallen bei einem Lombardkredit an?

Wie bei einem herkömmlichen Kredit müssen Sie auch bei einem Wertpapierkredit Zinsen zahlen. Der Zinssatz kann dabei abhängig vom Depotvolumen zwischen den einzelnen Kreditinstituten zum Teil stark variieren. In der Regel fallen für Sie bis auf die Zinsen jedoch keine zusätzlichen Kosten an.

Doch aufgepasst: So verlockend ein Wertpapierkredit auch klingt, birgt er doch Risiken (siehe unten).

Wie groß ist das Risiko bei einem Lombardkredit?

Bisweilen sehr groß. Kursschwankungen während der Kreditlaufzeit können hohe Verluste zur Folge haben. Verlieren die beliehenen Wertpapiere stark an Wert, ist der Kredit möglicherweise nicht mehr ausreichend gedeckt. Es werden neue Sicherheiten fällig.

Sind Sie als Kreditnehmer gar nicht in der Lage, den Kredit rechtzeitig auszulösen, hat die Bank das Recht, alle als Kreditsicherheiten verpfändeten Wertpapiere ihres Depots zu veräußern.

Welche Vorteile und Nachteile hat ein Lombardkredit?

  • Einfach verfügbar: kurzfristige und schnelle Abwicklung, sollten Sie ein Wertpapierdepot besitzen. Die oft langwierige Bonitätsprüfung fällt weg.
  • Geringe Kosten: Mit einem Lombardkredit sind vergleichsweise niedrige Zinsen verbunden. Ihre Wertpapiere gelten nur als Sicherheitsleistung und müssen nicht verkauft werden.
  • Unkalkulierbares Risiko: Die verpfändeten Wertpapiere sind den Kursschwankungen an der Börse ausgesetzt. Sinken während der Laufzeit des Lombardkredits die Kurse, werden unter Umständen weitere Sicherheitsleistungen fällig, sonst kann der Kreditgeber ihre Wertpapiere veräußern.

Tipp: Sind Sie ein Börsenprofi, kann ein Effektenlombardkredit einen schnellen, flexiblen und unbefristeten Kontoüberziehungsrahmen bieten, durch den Sie Investitionen tätigen können, ohne dafür bestehende Wertpapiere veräußern zu müssen. Als Börsenanfänger sollten Sie doch eher Abstand davon nehmen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • aab.de
  • auxmoney.com
  • finanzcheck.de
  • finanztip.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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