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OTC Derivate - Chancen und Risiken

Zertifikate  

Außerbörslich gehandelte Derivate (OTC Derivate) Chancen und Risiken

28.04.2014, 14:13 Uhr | ff (TP)

Bei OTC Derivaten handelt es sich um Derivate, die nicht an der Börse, sondern „over the counter“ (zu Deutsch über dem Schalter) gehandelt werden. OTC Derivate bieten Ihnen eine gewisse Flexibilität und versprechen mitunter hohe Renditen. Allerdings sind OTC Derivate keine hundertprozentig sichere Anlageform. Wenn Sie sich eher zu den risikoscheuen Anlegern zählen, sollten Sie sich die Investition gründlich überlegen. Doch wie unterscheiden sich OTC Derivate von ihren an der Börse gehandelten Pendants?

OTC Derivate Vor- und Nachteile

An den Börsen gehandelte Derivate sind stark standardisiert, um eine hohe Markttransparenz und gute Vergleichbarkeit der Produkte zu gewährleisten. Diese Standardisierung kann jedoch die Auswahl an Finanzprodukten einschränken, insbesondere wenn Sie als Anleger spezielle Wünsche haben. OTC Derivate hingegen ermöglichen Ihnen eine individuelle Modifikation des gewünschten Finanzproduktes.

Der direkte Vertrag zwischen zwei Geschäftspartnern ermöglicht zudem eine schnelle Abwicklung. Auch die Börsengebühren sparen Sie bei dieser Transaktion ein. Allerdings sind OTC Derivate als Geldanlage oft risikoreicher als ihre börsengehandelten Pendants, da sie nicht den üblichen Kontrollmechanismen unterliegen. Die mangelnde Transparenz des Marktes erschwert zudem die Vergleichbarkeit der Produkte. Nicht zuletzt haben Derivate seit der Finanzkrise einen Imageschaden erlitten. Kritiker sprechen von riskanten „Wetten“ auf die Finanzmärkte. Wie ist es also um die Sicherheit solcher Finanzprodukte bestellt?

Regulierungsbedarf oder Imageproblem?

Spätestens seit der Lehman Pleite von 2008 genießen OTC Derivate in der Öffentlichkeit einen eher zweifelhaften Ruf. Häufig war im Zusammenhang mit der Finanzkrise von Credit Default Swaps (CDS) die Rede. Dabei handelt es sich um Kreditderivate, die überwiegend außerbörslich gehandelt werden. Der Zusammenbruch der Lehman Brothers Inc. offenbarte die Risiken, die mit intransparenten Märkten und unkontrollierten Finanzgeschäften einhergehen.

Auch hierzulande brachte der Crash der US-Bank zahlreiche Anleger um ihr Erspartes, da viele heimische Geldhäuser ebenfalls mit den risikoreichen Papieren gehandelt haben. Der Ruf nach einer Regulierung des Handels mit OTC Derivaten mündete 2012 in der „European Market Infrastructure Regulation“ (EMIR), einer EU-Initiative, die mehr Transparenz und Sicherheit schaffen will.

Die Initiative sieht vor, dass künftig alle OTC Geschäfte über zentrale Gegenparteien abzuwickeln sind, um die Risiken für Sie als Anleger zu reduzieren. Trotz stärkerer Regulierung können OTC Derivate aber nach wie vor eine risikoreiche Anlageform sein. Wenn Sie sich nicht zu den erfahrenen und risikobereiten Anlegern zählen, sollten Sie eine solche Investition deshalb gründlich überdenken.

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