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Nach Mietendeckel-Aus: Deutsche Wohnen fordert Mietnachzahlungen


Nach Mietendeckel-Aus  

Deutsche Wohnen fordert Mietnachzahlungen

15.04.2021, 13:33 Uhr | mak, dpa

Nach Mietendeckel-Aus: Deutsche Wohnen fordert Mietnachzahlungen. Mietwohnungen in Berlin (Symbolbild): Die Deutsche Wohnen will auf Mietnachzahlungen nicht verzichten. (Quelle: imago images/Joko)

Mietwohnungen in Berlin (Symbolbild): Die Deutsche Wohnen will auf Mietnachzahlungen nicht verzichten. (Quelle: Joko/imago images)

Der Mietendeckel wurde gekippt – nun können Vermieter Nachzahlungen der Miete verlangen. Auch der Konzern Deutsche Wohnen will darauf nicht verzichten.

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen <DE000A0HN5C6> will nach dem Aus für den Berliner Mietendeckel auf Nachforderungen an Mieter nicht verzichten. "Keine Mieterin und kein Mieter der Deutsche Wohnen wird durch die Entscheidung die Wohnung verlieren", teilte das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mit.

"Auf den Ausgleich der Außenstände komplett zu verzichten, würde jedoch unseren Verpflichtungen gegenüber dem Unternehmen, seinen Mitarbeitern und Eigentümern nicht gerecht werden." Das Bundesverfassungsgericht hatte das im Februar 2020 in Kraft getretene Mietendeckelgesetz am Donnerstag für nichtig erklärt. Auf viele Mieter in Berlin kommen damit Nachzahlungen zu.

"Für die Begleichung des Restbetrags bieten wir zahlreiche Möglichkeiten an, die der finanziellen Lage der Mieterinnen und Mieter flexibel Rechnung tragen", kündigte Deutsche Wohnen an. Dem Konzern gehören in Deutschland mehr als 155.400 Wohnungen, rund drei Viertel davon in Berlin. "Etwa 80 Prozent unserer Mieter erwarten im Durchschnitt weniger als 500 Euro an Rückforderungen", so ein Sprecher des Unternehmens. Im Durchschnitt seien es insgesamt 430 Euro pro Mieter.

Deutsche Wohnen will höhere Dividende ausschütten

Der Berliner Mietendeckel hat bei der Deutsche Wohnen 2020 jedenfalls Spuren hinterlassen – wenn auch nur leichte. Die Vertragsmieten verharrten mit 837,6 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres, wie das Dax-Unternehmen bereits Ende März mitteilte. Die Bestandsmiete im Gesamtportfolio ging aufgrund des Berliner Mietendeckels um 4,1 Prozent auf durchschnittlich 6,70 Euro pro Quadratmeter zurück.

Der operative Gewinn ging leicht um 1,6 Prozent auf rund 544 Millionen Euro zurück. Die Dividende soll dennoch auf 1,03 Euro je Aktie erhöht werden. Darüber wird Anfang Juni 2021 auf der Hauptversammlung entschieden. Was eine Dividende ist, lesen Sie hier.

Ein Jahr zuvor hatte Deutsche Wohnen 90 Cent pro Aktie ausgeschüttet. Das Periodenergebnis betrug 1,54 Milliarden Euro. Das waren 3,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Deutsche-Wohnen-Konkurrent will auf Nachzahlungen verzichten

Der Wohnungskonzern Vonovia <DE000A1ML7J1>, der in Berlin etwa 42.000 Wohnungen besitzt, will dagegen auf Mietnachforderungen verzichten, wie das Unternehmen in Bochum mitteilte.

Den Mietern sollten "keine finanziellen Nachteile aufgrund getroffener politischer Entscheidungen entstehen", sagte Vorstandschef Rolf Buch am Donnerstag laut Mitteilung.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa

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