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Schimmelalarm bei falscher Heizstrategie

Von dapd, t-online
16.02.2010Lesedauer: 3 Min.
Wer falsch heizt, kann sich schnell Schimmel in die Wohnung holen
Wer falsch heizt, kann sich schnell Schimmel in die Wohnung holen (Quelle: imago)
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Aus Sorge vor hohen Energiekosten droht Millionen Verbrauchern Schimmel im Haus. Denn sie knausern tags├╝ber beim Heizen, drehen aber abends die Heizung voll auf und holen sich damit Schimmel ins Haus. Denn gerade bei klirrender K├Ąlte ist es wichtig, gleichm├Ą├čig durchzuheizen und viel zu l├╝ften, wie Gernot Henrich erkl├Ąrt, der Leiter des unabh├Ąngigen Bochumer Instituts f├╝r angewandte Bauwerksdiagnostik (ifab).

Gleichm├Ą├čiges Heizen sch├╝tzt vor Schimmel

Dem Experten zufolge halte gleichm├Ą├čiges Heizen die Pilzkulturen drau├čen und schone zudem den Geldbeutel. Christian Michaelis, Energieexperte der Verbraucherzentrale Baden-W├╝rttemberg, sieht das ├Ąhnlich: Falsches Wohnverhalten und ├╝bertriebenes Energiesparen trage dazu bei, dass sich Schimmel in schlecht geheizten H├Ąusern massiv ausgebreitet habe.

Schimmel ist eine Massenplage


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Dabei ist das Problem weit verbreitet: Immer mehr B├╝rger klagen ├╝ber muffigen Geruch, ├╝ber dunkle Flecken an W├Ąnden und Decken, hinter Schr├Ąnken und Rollladenk├Ąsten. Viele merken nichts, weil manche Pilzarten unsichtbar "bl├╝hen". Jedes zweite Haus ist nach Einsch├Ątzung des Verbands Privater Bauherren (VPB) mittlerweile vom Schimmelpilz befallen. "Eine Massenplage", sagt Gutachter Henrich. Betroffen sind Neu- wie Altbauten. Auch in Geb├Ąuden, die jahrzehntelang schimmelfrei waren, wuchern nach einem strengen Winter h├Ąufig die Kulturen. Vermieter und Mieter streiten laut Deutschem Mieterbund zunehmend dar├╝ber, wer f├╝r die Beseitigung aufkommen muss.

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Gesundheit leidet ebenfalls

Dar├╝ber hinaus ist Schimmel gesundheitsgef├Ąhrdend, vor allem wenn die Sporen in gro├čer Zahl eingeatmet werden. Das Umweltbundesamt warnt: "Grunds├Ątzlich sind alle Schimmelpilze in der Lage, allergische Reaktionen wie Schleimhautreizungen, Husten, Kopfweh oder M├╝digkeit auszul├Âsen." Asthmaanf├Ąlle seien bei vorgesch├Ądigten oder besonders empfindlichen Personen ebenfalls m├Âglich.

Hausgemachtes Problem

Und die Feuchtigkeitsprobleme sind zum Gro├čteil hausgemacht. Was die Pilze drinnen zum Sprie├čen bringt, ist ein Mix aus drastischem W├Ąrmedrosseln und falschem L├╝ften, so die Erfahrungen von ifab-Chef Henrich. Bauphysikalische M├Ąngel seien weniger das Problem. Verbraucher sollten wissen: Je st├Ąrker eine Wohnung ausk├╝hlt, desto besser k├Ânnen die Pilzkulturen bl├╝hen. Wird ein Raum nur noch sp├Ąrlich beheizt, schl├Ągt sich auf den kalten W├Ąnden unweigerlich die Feuchtigkeit nieder, die beim ganz normalen Wohnen entsteht - durch schwitzen, atmen, duschen, putzen oder kochen.

L├╝ften ebenfalls wichtig

Wird aus Furcht vor W├Ąrmeverlust dann auch noch mit dem L├╝ften gegeizt, ist der Sporenbefall nicht mehr zu stoppen. Die Feuchtigkeit muss aber aus der Wohnung raus. Sparsamkeit wird etwa dann zum Bumerang, wenn Heizk├Ârper nur noch in einzelnen R├Ąumen laufen, aber die T├╝ren offen stehen. Oder wenn die Heizung aus Sorge ├╝ber die Energiekosten im ganzen Haus tags├╝ber radikal heruntergefahren wird. Wenn Schlafzimmer und Bad gerade mal noch 12 oder 14 Grad warm sind, das Wohnzimmer nur noch 16 Grad. Und wenn die Heizk├Ârper dann wieder voll aufgedreht werden, um die R├Ąume abends wieder warm zu kriegen. Das st├Ąndige Auf und Ab beg├╝nstige nicht nur die Schimmelbildung. Es sei auch "energetisch unsinnig und teuer", sagt Henrich. Ausgek├╝hlte R├Ąume brauchten jede Menge Energie, um wieder auf ein angenehmes Raumklima zu kommen. Wer eine Wohnung dagegen konsequent auf mittlerem Niveau durchheizt, kommt nach Berechnungen des Fachmanns billiger davon.

Am besten zwischen 19 und 21 Grad

Wer Schimmel drau├čen und die Energiekosten im Griff behalten will, sollte folgendes beherzigen: die Temperatur in Wohnr├Ąumen am besten bei 19, h├Âchstens 21 Grad halten. "Niedriger als auf Stufe 2 sollten die Heizk├Ârper gerade bei klirrender K├Ąlte nicht eingestellt sein", empfiehlt Henrich. Selten genutzte R├Ąume k├Ânnen zwar etwas k├╝hler sein. Die Raumluft sollte aber mindestens noch 16, 17 Grad betragen. Au├čerdem m├╝ssen die T├╝ren dann zu bleiben. So kann sich die w├Ąrmere und feuchtere Luft aus der ├╝brigen Wohnung nicht an den kalten W├Ąnden niederschlagen.

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Sto├čl├╝ften kostet kaum Heizenergie

Der Temperaturunterschied zwischen R├Ąumen darf wegen der Schimmelgefahr nicht gr├Â├čer als f├╝nf Grad sein. Au├čerdem ist es ratsam, M├Âbel m├Âglichst nicht an Au├čenw├Ąnde zu stellen. Wenn es aus Platzgr├╝nden nicht anders geht, sollte wenigstens eine Handbreit Abstand zur Wand bleiben, um Schimmelbildung zu vermeiden. Fenster nur gekippt oder komplett geschlossen zu halten, um keine W├Ąrme zu verlieren, ist gerade bei Eisesk├Ąlte die v├Âllig falsche Strategie. Wichtig ist: l├╝ften, l├╝ften, l├╝ften. Wenn m├Âglich, mehrmals t├Ąglich. Die trockene Winterluft kann besonders viel Wasser aufnehmen und hinausbef├Ârdern. Auch wenn viele das bezweifeln: F├╝nf Minuten Sto├čl├╝ften kosten kaum Heizenergie. Frischluft w├Ąrmt sich rasch auf. Eine permanent beheizte, gut gel├╝ftete Wohnung verliert weniger Energie als eine kalte.

Zuhause.de Schimmel entfernen

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